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Fußball

Die letzte Hürde auf dem Weg ins Finale

Die deutschen Fußball-Frauen treffen an diesem Montag (07.09.2009) im Halbfinale der Europameisterschaft in Helsinki auf Norwegen. In der Vorrunde hatten sie die Skandinavierinnen noch mit 4:0 besiegt.

UEFA Fußball Frauen Europameisterschaft in Finnland. Die Deutschen Martina Müller (l) und Simone Laudehr (r) im Angriff . (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Das Finale im Blick: Martina Müller und Simone Laudehr (re.)

Bundestrainerin Silvia Neid lacht auf einer Pressekonferenz in Helsinki vor dem Halbfinale (Foto: AP/Matthias Schrader)

Hat gut Lachen vor dem Halbfinale: Trainerin Neid

Einen Sieg noch, und die deutschen Damen stehen wieder im Endspiel einer Fußball-EM. Das kling nicht unbedingt unrealistisch. Sind doch die DFB-Frauen sechsmalige Titelträgerinnen, Titelverteidigerinnen, seit zwölf Jahren und 24 Partien ungeschlagen bei Europameisterschaften und dazu haben sie Norwegen, den Halbfinalgegner, in der Vorrunde vor zwei Wochen mit 4:0 aus dem Stadion gefegt. Alles ganz einfach also? Abwehrspielerin Annike Krahn weicht aus: "Das Halbfinale muss erst mal gespielt werden. Wir sind noch lange nicht durch." Aber dann doch der Nachsatz, der optimistisch stimmen sollte: "Ich denke, wenn wir unser Potential abrufen, dann kommen wir auch ins Finale. Aber wir müssen unser Potential abrufen."

Uns Uwe im Angriff

Das Potential heißt momentan Inka Grings und ist die deutsche Fußballerin des Jahres. In Finnland hat sie ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bislang mit vier Treffern in vier Spielen bestätigt. Allein im Viertelfinale gegen Italien war sie zweimal erfolgreich. DFB-Boss Theo Zwanziger verglich sie sogar jüngst in einem Zeitungsinterview mit Legende Uwe Seeler: "Inka ist immer in Bewegung, rochiert viel, ist kopfballstark, einfach unverzichtbar." Wie motiviert man sich also vor so einer vermeitlich leichte Aufgabe? Man redet den Gegner stark: "Norwegen wird sicherlich heiß sein, weil sie in der Vorrunde gegen uns sehr schlecht aussahen. Sie haben noch eine Rechnung offen. Aber wir schauen auf uns und nicht auf die Gegner."

Norwegen muss man zu Gute halten, dass die Niederlage in der Vorrunde gegen das deutsche Team in Zahlen viel deutlicher ausfiel, als man es anhand des Spielgeschehens vermutet hätte. Denn die Tore Nummer zwei, drei und vier fielen allesamt erst nach der 89. Minute. Weitere Argumente pro Norwegen: Der Viertelfinal-Sieg gegen Favorit Schweden und der Umstand, dass es eben sie, die Norwegerinnen waren, die einem deutschen Team bei einer EM den letzten Punkt abgeluchst hatten: 1997 bei der Heim-EM in Skandinavien.

"Arris" Miniskus - die Achillesferse der deutschen Abwehr

Germany's Annike Krahn, front, celebrates with teammate Ariane Hingst, left, and Babett Peter after scoring against France during their 1st round Women's Euro 2009 soccer match in Tampere, Finland, Thursday, Aug. 27, 2009. The Women's European soccer championships take place in Finland from Aug. 23 to Sept. 10, 2009. (AP Photo/Matthias Schrader)

Gegen Frankreich jubelten Annike Krahn (mi.) und Ariane Hingst (li.) noch gemeinsam. Jetzt fehlt Hingst

Trotz der bislang makellosen Bilanz bei dieser Europameisterschaft muss sich Bundestrainerin Silvia Neid mit einem größeren Problem herumschlagen. Abwehrchefin Ariane Hingst verletzte sich im Italien-Spiel so schwer am Knie, dass das Turnier für sie beendet ist. Die für sie im Viertelfinale eingewechselte Sonja Fuss wird wohl nun auch gegen Norwegen Hingsts Platz in der Innenverteidigung übernehmen. Egal, ob es nun klappt oder nicht mit dem Finale - DFB-Präsident Zwanziger ist und bleibt ein Fan der deutschen Fußball-Frauen: "Ich weiß, dass diese Mannschaft eine große Chance hat, dieses Halbfinale zu gewinnen. Aber natürlich kannst du es auch mal verlieren. Dramatisch ist das auch nicht, denn die Mädels haben schon so viel für Deutschland geleistet." Auch wenn eine Niederlage passieren dürfte, Zwanziger geht nicht davon aus: "ich bin eigentlich sehr davon überzeugt, dass sie eine große Chance hat, auch ins Finale zu kommen."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Angerer - Bresonik, Krahn, Fuss, Peter - Kulig, Laudehr - Garefrekes, Prinz, Behringer - Grings

Bericht: Tobias Oelmaier

Redaktion: Joachim Falkenhagen

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