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Fußball

Die letzte Chance für den HSV

Der Hamburger SV will ins Finale der Europa League einziehen. Dazu würde schon ein 1:1 Unentschieden beim FC Fulham reichen. Aber die Zeichen stehen schlecht für den HSV.

Fußball- Europa League Viertelfinal -Rückspiel Standard Lüttich- Hamburger SV am Donnerstag (08.04.2010) im Maurice-Dufrasne-Stadion in Lüttich: Der Hamburger Mladen Petric (li.) jubelt nach dem Treffer zum 2:1 mit David Jarolim. (Foto: dpa/Achim Scheidemann)

In Europa hui, in der Bundesliga pfui

Ricardo Moniz, der neue Trainer auf der HSV-Bank (Foto: AP/Axel Heimken)

Ricardo Moniz, der Neue auf der HSV-Bank

Am Montag zog Club-Chef Bernd Hoffmann die Reißleine: Einen Tag nach dem 1:5 im Bundesligaspiel in Hoffenheim feuerte er Trainer Bruno Labbadia. Der hatte in den letzten Wochen keinen Zugang mehr zur Mannschaft gefunden. Die Profis spielten eher gegen als für ihren Trainer - wenn sie denn spielten. Denn wie durch ein Wunder meldeten sich prompt nach dessen Entlassung einige wieder einsatzbereit, nachdem sie zuvor noch über Verletzungen geklagt hatten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die zwei Gesichter des HSV

Hamburgs Piotr Trochowski, vorne, gegen die Hoffenheimer Boris Vukcevic (Mitte), und Tobias Weis, beim 1:5 am vergangenen Sonntag. (Foto: apn)

Absoluter Tiefpunkt Hoffenheim. Trochowski stemmt sich gegen das Debakel

Nun soll es Ricardo Moniz richten. Der Niederländer war bisher Techniktrainer unter Labbadia und hat eigentlich nur eine Aufgabe: Den HSV ins Endspiel zu führen. Egal wie. Zu Hause hatten die Hamburger dem englischen Premier League-Klub FC Fulham nur ein mageres 0:0 abgetrotzt, aber Bernd Hoffmann ist trotzdem einigermaßen zuversichtlich: "Wir haben zwei Gesichter gezeigt in den letzten Monaten," stellte der Vereinspräsident fest, "ein aschgrau bis fahles in der Bundesliga und ein deutlich besseres in der Europaliga." Und wie um sich selbst Mut zuzusprechen, schob er gleich noch nach, dass er sicher sei, dass sich der HSV nun wieder von seiner guten Seite präsentieren werde.

Schließlich geht es ja nicht um irgendein Finale, sondern um das in der eigenen Stadt. Und für jeden fußballinteressierten Hamburger wäre es sicher eine Schmach, am 12. Mai zwei fremde Mannschaften um den Titel spielen zu sehen. "Ein Europapokal-Finale im eigenen Stadion zu spielen, ist eine historische Chance. Das muss jedem Einzelnen bewusst sein. Wir müssen rennen, als sei es unser letztes Spiel", verspricht denn auch Interimscoach Moniz.

Kein Europa - keine Kohle - keine Stars

Kein Tor im Hinspiel zwischen dem HSV und dem FC Fulham (Bild: AP/Gero Breloer)

Torloses Hinspiel, das alles offen lässt

Für die Hamburger geht es nun gegen Fulham nicht nur ums Prestige. Nach der verkorksten Rückrunde ist der Europa League-Gewinn die einzige Möglichkeit, den Einzug in einen internationalen Wettbewerb zu schaffen. Ein Ausstieg käme dagegen auch gleich einem Ausverkauf gleich. Mehrere Spieler lassen schon seit einiger Zeit durchblicken, dass sie sich durchaus andere Arbeitgeber vorstellen könnten; ohne die Perspektive Europa wären sie wohl kaum zu halten. Jerome Boateng soll sich mit Manchester City einig sein, Dennis Aogo wird mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht. Piotr Trochowski beschwert sich über mangelnde Einsatzzeiten, Ze Roberto reizen die USA, und auch Eljero Elia und Jonathan Pitroipa werden Abschiedsgedanken nachgesagt. Außerdem hat Paolo Guerrero seinen auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert. Und sollten sie tatsächlich gehen, würden für neue große Namen die Einnahmen aus dem Europapokal fehlen.

Es gibt also nur eine Devise für das Spiel in Fulham: Der HSV muss weiterkommen. Um dann im Finale zu Hause auch noch den FC Liverpool oder Atletico Madrid zu schlagen. Dann würde keiner mehr auf das böse Gesicht der Mannschaft in dieser Saison schauen - dann würde nur der Titel zählen.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Arnulf Boettcher