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Kultur

Die Leipziger Buchmesse - ein Steckbrief

Die Leipziger Buchmesse ist vor allem eine Publikumsmesse: ein Festival für die junge deutsche Literatur, eine Brücke nach Osteuropa und ein Treffpunkt für Leser aller Generationen.

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Die "Kleine Schwester" der Frankfurter Buchmesse wurde die Leipziger Frühjahrsschau häufig genannt. Das stimmt, wenn man nur auf die Zahlen schaut. Aber Größe ist bekanntlich relativ. In den 18 Jahren seit ihrer Neugründung hat die Leipziger Buchmesse sich zum stabilen und überaus sympathischen Faktor in der deutschen Buchlandschaft entwickelt.

Die Leipziger und ihre Gäste lieben die Buchmesse: 129.000 Besucher kamen 2008. Die Krise hat natürlich auch hier leichte Spuren hinterlassen: Nach Jahren stetigen Wachstums ist die Zahl der Aussteller in diesem Jahr leicht zurückgegangen - auf 2100 aus 38 Ländern. Doch alle großen Verlage sind vertreten und immer mehr kleine nutzen das große Interesse, das ihnen auf dieser Publikumsmesse entgegengebracht wird. Gepunktet wird hier ohnehin nicht mit dem großen Geschäft, sondern mit einem dicken Programm und klaren Profil.

Junge Messe

Jugendliche auf der Leipziger Buchmesse

...die Manga-Leser

...ist das Motto, das die Messemacher ganz hoch hängen. Leipzig fördert junge unabhängige Verlage, junge deutsche Literatur und vor allem die Bildung und Leselust junger Menschen. Rund ein Drittel des Gesamtprogramms ist dem Lesenachwuchs gewidmet. Kinderbücher, Comics und der schon traditionelle Manga-Talentwettbewerb locken mittlerweile rund 28.000 Besucher unter 18 Jahre auf das Messegelände. Und weil aus leidenschaftlichen Lesern vielleicht eines Tages Buchhändler, Lektoren oder Verleger werden, bietet die Messe jetzt zum ersten Mal einen sogenannten "Karrieretag" an: Führungskräfte aus der Buchbranche stellen interessante Berufsbilder vor.

Junge Independent Verlage präsentieren sich in den Messehallen auf einer eigenen "Leseinsel junger Verlage". Der schreibende Nachwuchs stellt sich bei den "Prosa-Prognosen", der "Autorenwerkstatt" und in der "Langen Leipziger Lesenacht" vor. Austausch mit der amerikanischen Literaturszene findet bei der der Veranstaltungsreihe "Krautgarden: leipzig.liest.amerika" statt.

Der Preis der Leipziger Buchmesse

…zeichnet zum fünften Mal die besten Neuerscheinungen des Frühjahrs in den Kategorien Sachbuch, beste Übersetzung und Belletristik aus. Neben dem Deutschen Buchpreis, der im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, ist das eine Auszeichnung, die nicht nur den Geehrten Ruhm und finanzielle Unterstützung für ihr weiters Schreiben bringt, sondern auch den Lesern Leseempfehlungen und Orientierung auf dem überbordenden deutschen Buchmarkt bietet. Unter den nominierten Roman-Autoren sind bekannte Namen wie Wilhelm Genazino, Daniel Kehlmann oder Sibylle Lewitscharoff. Und alle lesen natürlich auch in Leipzig - zusammen mit anderen prominenten Autoren aus dem In- und Ausland wie Günter Grass, Juli Zeh, Wladimir Kaminer, T.C. Boyle, Péter Esterházy oder Kiran Nagakar.

20 Jahre Mauerfall

Buchcover Grenzübergänge: Autoren aus Ost und West erinnern sich. Herausgegeben von Julia Franck

…ist ein Thema, das in Leipzig natürlich besonders gewürdigt wird. Hier gab es schließlich damals die berühmten Montagsdemonstrationen. Von hier aus nahm die friedliche Revolution ihren Ausgang, die schließlich zur Maueröffnung führte. Zeitzeugen, Politiker und Autoren werden auftreten, um von ihren Erfahrungen zu berichten oder aus ihren Büchern zum Thema zu lesen: Julia Franck, Ingo Schulze, der Verleger Christoph Links, der Pfarrer Friedrich Schorlemmer, der Musiker Konstantin Wecker u.v.a.

Brücke nach Mittel- und Osteuropa

...war Leipzig von Anfang an: mit den mittel- und osteuropäischen Literaturen als Schwerpunkt. In diesem Jahr präsentieren sich zum ersten Mal Mazedonien und Bosnien. Ein "Autorenspecial", das auch vom Auswärtigen Amt unterstützt wird, widmet sich dem Thema: "1989-2009. Wohin treibt Europa?" Die Verleihung des "Leipziger Buchpreises zur europäischen Verständigung" am Mittwoch vor dem offiziellen Messebeginn ist längst ein traditioneller Höhepunkt. Ausgezeichnet wird dieses Mal der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel.

Eine ganze Stadt feiert Buchmesse

Deutschland Buchmesse Leipzig 2008 Publikumsandrang

Alle wollen auf die Messe

... das ist tatsächlich mehr als nur ein Werbeslogan. "Leipzig liest" heißt das Festival, mit der die Messe das gesamte Stadtgebiet überzieht. 1500 Schriftsteller lesen an mehr als 300 Spielstätten: in Buchhandlungen, Schulen und auf dem Messegelände. Aber auch an schrägen Orten wie Frisörsalon, Gerichtssaal oder in der Straßenbahn - lesen kann man schließlich überall. Allerdings braucht man Durchhaltevermögen in diesen fünf Tagen. Ob "Die lange Hörbuchnacht", "Die lange Ossi-Wessi-Nacht", "Die lange Kriminacht" oder die Literaturparty "LiTPop": Das "größte Lesefest Europas" lässt zum Schlafen keine Zeit.