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Politik

Die Lehren von Hiroshima

60 Jahre nach dem Abwurf einer Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945 ist die Staatengemeinschaft zerstrittener über atomare Abrüstung als selten zuvor.

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Hiroshima vier Wochen nach der Zerstörung durch eine A-Bombe

Es war ein exklusiver Kreis, zu dem die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sich zusammengefunden hatten. Die gemeinsame Grundlage lag nicht in gegenseitiger Sympathie oder Zuneigung, sondern eher im Gegenteil: Im Argwohn und Misstrauen voreinander und der gegenseitigen Bedrohung. Aber doch wenigstens auch der Erkenntnis, dass man die tödliche Abschreckung nicht auch noch anderen ermöglichen sollte:

Der "Club" der fünf offiziellen Atommächte beschloss 1968, ein Nichtverbreitungsabkommen für Atomwaffen (NPT) zu schließen, nach dem sie sich verpflichteten, anderen Staaten jedes Material und jede Technologie vorzuenthalten, die geeignet wären, Atomwaffen zu entwickeln und herzustellen. Das Abkommen trat 1970 in Kraft und gilt inzwischen unbegrenzt. Knapp 190 Staaten sind dem Abkommen beigetreten, rund 150 davon haben es ratifiziert.

Schwachstellen

Zur Überwachung seiner Einhaltung wurde die UN-Atomenergie-Behörde (IAEA) gegründet, die mit Sitz in Wien Kontrollen in den betreffenden Ländern durchführt, vor allem in den 44 Staaten, die Atomreaktoren betreiben (Stand: 2003). Um diese Kontrollen effektiver zu gestalten, wurde 1997 ein Zusatz-Protokoll zum Nichtverbreitungsabkommen verabschiedet, das spontane und unangemeldete Kontrollen zulässt. Immerhin 80 Staaten haben dieses Zusatzprotokoll unterzeichnet, unter ihnen auch Ende 2003 der Iran, der auch zu den Signataren des "NPT" gehört.

Vom Ansatz her ein logisches und vernünftiges Konzept zur Eindämmung der Gefahr einer weltweiten Proliferation (Verbreitung) der atomaren Gefahr. In Wirklichkeit aber hatten die Abkommen Schwachstellen, die man bis heute nicht hat beseitigen können. So gibt es neben den "offiziellen" auch "inoffizielle" und "vermutete" Atommächte, solche, die sich um Atomwaffen bemühen und wieder solche, denen man dies unterstellt. Die Kontrollmöglichkeiten bei diesen vier Kategorien von Staaten sind alles andere als ausreichend und hier liegt die eigentliche Gefahr: Während man den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates ja vielleicht noch Einsicht und Vernunft unterstellen kann, die atomare Gefahr einzudämmen, gibt es Staaten, die auch heute noch nukleares Potential anstreben und kultivieren, um damit Machtpolitik zu betreiben.

1945 Atombombenabwurf auf Hiroshima, Japan Atompilz

Unvergessliches Schreckensbild: Atombombenabwurf auf Hiroshima

Lesen Sie im zweiten Teil über Israels Sonderweg, die Atommächte Indien und Pakistan sowie über die drohende Gefahr des Atom-Terrorismus.

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