1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Die "lebende Legende" Johannes Heesters wird 100 Jahre alt

"Ich werde 100 Jahre alt, darauf könnt ihr bauen!" kündigte die Johannes Heesters in einem Lied an. Und er hält sein Versprechen: Am Freitag (5.12.) vollendet der Grandseigneur der Operette sein Lebensjahrhundert. "Lasst euch umarmen und feiert mit mir!", sang "Jopie" als leichtlebiger Graf Danilo in Franz Lehars Operette "Die lustige Witwe" in Frack und Zylinder, mit Nelke im Knopfloch, weißen Handschuhen und weißem Seidenschal. Seine Paraderolle: Für Generationen war Heesters seitdem die Verkörperung des ewigen Charmeurs und lebensfrohen Gigolos, der die Welt durch ein Champagnerglas betrachtet.

Ursprünglich wollte der am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort geborene Kaufmannssohn Johan Marius Nicolaas Heesters Priester werden. Als anschließend auch aus dem Bankberuf nichts wurde, versuchte er sein Glück als Schauspieler. Nach ersten Auftritten in seinem Heimatland wechselte Heesters ins Operettenfach und trat 1934 erstmals in der Volksoper Wien auf. Seine eigentliche Karriere aber begann 1935 in Berlin, das ihn schnell faszinierte. Ein Millionenpublikum lag dem unverschämt gut aussehenden "Backfischidol", wie das in seinen Jugendjahren hieß, bald zu Füßen. Dazu trugen auch seine unzähligen Filmrollen bei. Auch im Fernsehen war Heesters seit 1956 viel zu sehen.

Dass Heesters, der Hitlers Lieblingsschauspieler war, auch einer der fleißigsten Stars in den deutschen "Ablenkungsfilmen" in Nazi- Deutschland war, während Hitlers Truppen sein Heimatland besetzten, ist ihm von seinen niederländischen Landsleuten später verübelt worden, obwohl dem Schauspieler ein eher distanziertes Verhältnis zum Nationalsozialismus nachgesagt wurde. Dennoch übte er bis zuletzt den Spagat vieler prominenter Künstler im Dritten Reich.

  • Datum 05.12.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/4PKM
  • Datum 05.12.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/4PKM