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Top-Thema – Podcast

Die Kunst des Tätowierens

Die Zeiten, in denen Tattoos nur etwas für Matrosen, Häftlinge und Rockmusiker waren, sind schon längst vorbei. Tätowierungen sind salonfähig geworden und werden von vielen mit Stolz getragen.‎

Bei seiner Arbeit muss Jango sich stark konzentrieren, denn was er in die Haut anderer Menschen sticht, muss hundertprozentig gelingen. Durch gute Arbeit wird ein Tätowierer bekannt. So war es auch bei Jango. Eigentlich hatte er eher zufällig mit dem Tätowieren angefangen. Anfangs zeichnete er Tattoovorlagen für Freunde. Irgendwann entschloss er sich, das Handwerk bei einem professionellen Tätowierer zu lernen.

Heute hat Jango ein sehr erfolgreiches Tattoostudio in Köln. Einige seiner Kunden sind sogar bekannte Musiker aus der Rockszene. Bei Festivals wird er manchmal von den Künstlern gebucht. Dann reist er zum Festival und tätowiert die Bandmitglieder in ihren Garderoben. Doch längst lassen sich nicht nur Musiker tätowieren. Viele Deutsche sind tätowiert – vom Studenten bis hin zur Frau des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff.

In einigen Kulturen haben Tätowierungen eine Jahrtausende alte Geschichte. Im westlichen Kulturkreis waren sie lange Zeit verpönt. Erst in den 1990er Jahren boomte das Geschäft. Seitdem gibt es immer wieder Tattoo-Trends. Zurzeit, so erzählt Jango, sind bei Frauen besonders Blumen und Ornamente gefragt. Auch einzelne Wörter, Sätze und asiatische Motive werden immer beliebter.

Motive mit radikalen politischen Aussagen lehnt Jango jedoch ab, genauso wie Namen von Geliebten, denn wenn die Liebe zerbricht, lässt sich das Tattoo häufig nicht ohne Probleme entfernen. Welchen Motivwunsch er erfüllt und welchen nicht, entscheidet er aus dem Bauch heraus. Denn er kann es sich durchaus leisten, einen Auftrag abzulehnen: Seine Kunst ist gefragt und sein Terminkalender voll.

Glossar

tätowieren – ein → Tattoo machen (Substantive: die Tätowierung; der/die Tätowierer/in)

Tattoo, das (aus dem Englischen) – ein Bild auf der Haut, das für immer bleibt

etwas ist salonfähig geworden – etwas ist in der Gesellschaft akzeptiert

etwas (in die Haut) stechen – hier umgangssprachlich für: ein Tattoo machen

hundertprozentig – total; vollkommen

Vorlage, die – hier: die Skizze oder Zeichnung, nach der ein Bild tätowiert wird

professionell – fachmännisch; so, dass man eine richtige Ausbildung in etwas hat

Tattoostudio, das – ein Laden, in dem → Tattoos gemacht werden

Rockszene, die – die Gruppe von Menschen, die Rockmusik mag oder macht

etwas ist verpönt – etwas wird nicht akzeptiert; etwas gilt als schlecht

boomen (aus dem Englischen) – hier: großes wirtschaftliches Wachstum erleben

Trend, der – hier: die Mode

Ornament, das – ein schönes Symbol oder Zeichen; ein Muster

etwas ist gefragt – etwas ist sehr beliebt

Motiv, das – hier: das Bild

radikal – extrem; so, dass etwas sehr stark in eine Richtung geht

Geliebte, der/die – die Person, die man liebt; der/die Partner/in

einen Wunsch erfüllen – etwas tun, was jemand sich wünscht

etwas aus dem Bauch heraus entscheiden – etwas nach Gefühl entscheiden

jemand kann es sich leisten – jemand kann etwas tun, ohne Probleme zu bekommen

Fragen zum Text

1. Jango hat das Tätowieren … gelernt.

a) beim Üben auf Festivals

b) durch das Zeichnen von Tattoovorlagen

c) bei einem professionellen Tätowierer

2. Heute sind Tätowierungen … beliebt.

a) in allen Teilen der Bevölkerung

b) vor allem bei Studenten

c) nur bei Rockmusikern

3. Welche Aussage stimmt nicht?

a) Tattoos sind seit den 1990er Jahren in Deutschland salonfähig geworden.

b) Ornamente und Blumen sind bei Frauen sehr gefragt.

c) In allen Kulturen waren Tattoos schon immer verpönt.

4. Welche dieser Wendungen kann nicht mit "jemand" ergänzt werden?

a) … wird tätowiert

b) … wird ein Tattoo gestochen

c) … lässt sich tätowieren

5. Ergänzen Sie diesen Satz: Tattoos … häufig nur schwer entfernen.

a) lassen sich

b) lassen

c) lässt sich

Arbeitsauftrag

Haben Sie eine Tätowierung oder würden Sie sich vielleicht eine stechen lassen? Für welches Motiv würden Sie sich entscheiden? Oder können Sie sich gar nicht vorstellen, jemals ein Tattoo zu haben. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Partner darüber, was gegen und was für Tattoos spricht.

Autorinnen: Silke Wünsch/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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