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Politik & Gesellschaft

Die klimaneutrale Klimakonferenz

Die Klimakonferenzen der vergangenen Jahre haben wenig Beschlüsse produziert – aber viel Treibhausgase: Weil Tausende von Teilnehmern Tausende von Kilometern reisen mussten. Einen anderen Weg geht man in Hamburg.

A delegate looks at a giant globe which displays the warming of the world's ocean in the U.S. pavilion at the UN Climate summit in Copenhagen, Wednesday, Dec. 9, 2009. The UN weather agency unveiled data showing that this decade is on track to become the hottest since records began in 1850, with 2009 the fifth-warmest year ever. The second warmest decade was the 1990s. (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Das Klima retten ohne zu jetten - das ist das Ziel des Hamburger Modells

Environmental activists from Greenpeace demonstrate by holding images of world landmarks in the water during the United Nations Climate Change Conference in Cancun, Mexico, Wednesday Dec. 8, 2010. According to the UN weather agency, 2010 is almost certain to rank among the three hottest years on record, and in a report issued Tuesday experts said glaciers in southern South America and Alaska's coastal mountains have been losing mass faster and for longer than glaciers elsewhere in the world. (AP Photo/Eduardo Verdugo)

Konferenzthema 2011: Klimawandel und Katastrophenschutz

Eine Stunde Zeit hat Hari Krishna Nibanupudi. Der Nepalese will mit dem Publikum Fragen der Katastrophenvorsorge im Hindukush und im Himalaya diskutieren, die mit dem Klimawandel zusammenhängen. So wie es eben zugeht auf internationalen Klimakonferenzen. Das Ungewöhnliche: Nibanupudi hat für die Diskussion sein Büro in Kathmandu nicht verlassen. Er sitzt stattdessen an seinem Schreibtisch und hämmert in die Tasten seines Computers: Beim zweiten Experten-Live-Chat der Online-Klimakonferenz, zum vierten Mal organisiert von der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW). Das Thema in diesem Jahr: Katastrophenschutzmanagement im Kampf gegen Klimavariabilität und Klimawandel. Fünf Tage lang wird informiert, diskutiert und debattiert. Im Vorfeld wurden 50 wissenschaftliche Beiträge eingereicht. Die Konferenz, die am Dienstag (08.11.2011 ) begonnen hat, informiert zudem über zahlreiche konkrete Projekte, Initiativen und Strategien, die aktuell auf fünf Kontinenten umgesetzt und durchgeführt werden.

Selbst der Strom kommt aus regenerativen Quellen

Dirk Niebel (Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in der Talk-Show Anne Will am 23.01.11 in Berlin Thema der Sendung: Im Krieg gedient, zu Hause ausgedient - lassen wir unsere Soldaten im Stich?

Entwicklungsminister Dirk Niebel ist Schirmherr der Online-Klimakonferenz

Die Idee zur klimaneutralen Online-Konferenz hatte Professor Walter Leal im Jahr 2007. Im Gespräch mit der Deutschen Welle erklärte der brasilianisch-stämmige Leiter des Zentrums für Innovation und Technologietransfer der HAW, die Bilder der Klimakonferenz 2007 auf Bali hätten in ihm den Wunsch geweckt, eine Konferenz ohne Emissionen zu organisieren. Es sei absurd, wenn 15.000 Leute nach Bali fliegen, um das Klima zu schützen. Schon im Jahr darauf hatte Leal die erste Online-Klimakonferenz organisiert. 2008 tagte man im Internet zum Thema klima– und umweltfreundlicher Energiegewinnung. Die Organisatoren der virtuellen Klimatagung legen übrigens Wert auf die Feststellung, dass die Server für die Online-Konferenz mit Strom aus regenerativer Wasserkraft betrieben werden.

Konferenz ohne Reisekosten

U.N. Secretary General Ban Ki-moon speaks during the U.N. Climate Conference Tuesday Dec. 11, 2007 in Nusa Dua, Bali, Indonesia. The battle over whether to include greenhouse gas emissions guidelines in the roadmap for a new climate accord intensified Tuesday, with the Europeans and environmentalists clamoring for targets against opposition by the U.S. and others.(AP Photo/Ed Wray) 1,,3001247,00.jpg

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon war von New York nach Bali geflogen

Der Charme der Konferenz liegt nicht allein im Vermeiden klimaschädlicher Emissionen. Weil keine Reisekosten anfallen, können auch Wissenschaftler teilnehmen, die sich eine Reise nach Hamburg nur schwer hätten leisten können. Knapp 2000 Menschen haben sich in diesem Jahr angemeldet, aus über 150 Ländern. Auf der Liste der zehn Länder mit den meisten Teilnehmern finden sich nicht nur die üblichen Verdächtigen aus Westeuropa und Nordamerika, sondern eben auch Afghanistan, Bangladesh, Nepal, Nigeria, Vietnam und Indien.

Am Ende der Woche wird gemeinsam das beste Paper gekürt. Die Papers werden übrigens noch einmal ganz klassisch in Papierform verlegt. Für viele Teilnehmer ein wichtiger Anreiz, sich an der Konferenz zu beteiligen.

Autor: Matthias von Hein
Redaktion: Anne Allmeling