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Aktuell Deutschland

Die K-Frage ist wieder da

Schleswig-Holsteins SPD-Regierungschef Albig hat in ein Wespennest gestochen. Nach seiner Festlegung auf einen Kanzlerkandidaten sind die Sozialdemokraten in Aufruhr.

Die Parteispitze der SPD stemmt sich trotz des innerparteilichen Drucks gegen eine Kür ihres Kanzlerkandidaten noch in diesem Jahr. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte unwirsch am Montag die Genossen dazu auf, die Debatte unverzüglich zu beenden. Mit Blick auf Torsten Albig kritisierte sie, diese Form der Nabelschau helfe nur CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Nahles fügte hinzu: "Diese Äußerungen werden den Zeitplan der SPD nicht beeinflussen."

Albig hatte am Wochenende Bundestags-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als seinen Favoriten genannt. Daraufhin meldeten sich SPD-Politiker zu Wort, die wiederum die Eignung des früheren Finanzministers Peer Steinbrück hervorhoben. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels pries Steinbrück als "echte Alternative" zu Merkel.

Vorschläge über Vorschläge

Doch auch nach den ermahnenden Worten der Generalsekretärin dreht sich das Gedankenkarussell weiter. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Pflug forderte in der "Bild"-Zeitung eine Entscheidung bis Ende des Jahres. Andernfalls bleibe nicht genügend Zeit für den Wahlkampf, argumentierte er.

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil regte eine Urabstimmung der Parteimitglieder sowie eine TV-Debatte der möglichen Kandidaten nach dem Vorbild der USA an. Für eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten durch die Parteimitglieder warb auch der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich Klose. "Das könnte die Partei zu einem großen Engagement mobilisieren", sagte er der Tageszeitung "Die Welt". Die baden-württembergische SPD-Generalsekretärin Katja Mast plädierte dagegen für eine "Vorwahl nach französischem Vorbild".

Abwarten...und dann gucken

Als dritter möglicher SPD-Kanzlerkandidat ist Parteichef Sigmar Gabriel im Gespräch. Er hatte sich am Sonntag ebenfalls gegen eine Personaldebatte zum jetzigen Zeitpunkt gewandt. Der ursprüngliche Zeitplan der SPD sieht vor, den Kanzlerkandidaten nach der Landtagswahl in Niedersachsen zu bestimmen, die am 20. Januar 2013 stattfindet.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz mahnte seine Parteifreunde im Berliner "Tagesspiegel", sich an das Vereinbarte zu halten. Es sei eine gute Regelung, erst im Januar "zu gucken, wer der beste Kandidat ist", meinte auch der Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD-Rechten, Johannes Kahrs.

se/sti (afp, dpa, dapd)