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Musik

Die Kölner Lokalmatadoren Dickes B!

Dickes B! aus Köln kommen ohne Bling Bling, fette Schlitten und Chicks aus. Für die neun Wahlkölner zählen dicke Beats, kluge Sprüche und gutes Karma.

Albumcover Dickes B! (Quelle: Soulplex Recordings)

Dickes B! und "Original"

Die meisten Schlagzeilen im deutschen HipHop-Geschäft haben aktuell die Berliner geliefert. Harte Gangster-Rapper wie Bushido oder Sido sorgen mit sexistischen Texten für viel Gesprächsstoff. Aus Köln kommen ganz andere Töne. Hier sind Dickes B! zu Hause. Die neunköpfige Band hat trotz ihres Namens, den viele aus einem Song über Berlin kennen, nichts mit der Hauptstadt zu tun. Die beiden Rapper der Kombo, Max und Macka, sind einfach nur dick und gehen gerne damit hausieren – genauso wie mit ihren Sprüchen und dem dicken Sound. Das neue Album der Band „Original“ ist voll davon.

Weltoffene Studentenrapper von nebenan

Die gefeierten Lokalmatadore erzählen auf "Original" Alltagsgeschichten aus dem Leben als Studentenrapper. Da tauchen alte Klassenkameraden auf, die nicht verstehen können, wie man mit Ende Zwanzig ohne Haus und festen Job auskommt. In "Schlechte Rapper" ärgern sich Max und Macka über die vielen schlechte Rapper-Kollegen, die sich ausbreiten wie billige Imbissbuden. Und in "Cologne City" feiern die Jungs ihre Stadt, weil Köln viel bietet, wenn man das Leben genießen möchte und weil es eine vitale, junge Musik-Szene gibt, in der Dickes B! tief verwurzelt sind. Sie gehören ganz klar zu den HipHoppern der Stadt und haben den deutschen Rap der 90er Jahre aufgesogen. Weitere Zutaten für ihre Musik sind aber auch Jazz und Funk und die heimischen CD-Regale quellen über mit Platten aus sämtlichen Genres wie Pop, Techno oder Rock. Den breiten Horizont der Musiker spürt man vor allem in ihrer weltoffenen Attitüde. Oder bei dem Ausreißer-Song des neuen Albums: "Disco", der uns für vier Minuten zurück in die 70er katapultiert.

Die Geheimwaffe von Dickes B!

Live trumpft das riesige Orchester richtig auf: Backgroundsängerinnen, volle Power und der absolute Wille jedes Fest auch ordentlich zu feiern, lassen die Live-Konzerte von Dickes B! zu Ereignissen werden. Wenn dann Jakob Storm sein Gitarrenkabel aus dem Instrument zieht, um durch festes Drücken einen tiefen Subbass zu spielen, rastet auch der Letzte im Saal völlig aus. Die beiden Frontmänner lehnen sich dann entspannt zurück, um für die nächste Nummer Luft zu holen. Kein Wunder also, dass Dickes B! sich selbst als Live-Band verstehen und alle Songs erst auf der Bühne ihren Feinschliff bekommen. Trotzdem enthält "Original" den unverkennbaren Sound zwischen HipHop, Jazz und Funk. Damit überzeugen die Kölner auch diejenigen, die sich hier nicht zu Hause glauben.

HipHopper mit Herz

Die meisten werden bei HipHop an die alten Klischees denken: Goldkettchen, dicke Schlitten, halbnackte Mädels und ordentlich zu viel Ego. Dickes B! haben genau damit nichts am Hut. DJ Cem meint: "Wir sind halt Mittelstandskids und es wäre ziemlich albern, da den Harten zu markieren. Wir sind eigentlich nette Leute und wollen mit der Musik eine nette Botschaft verbreiten." So singen sie in dem Song "Karma" davon, wie das, was man tut, auch wieder zurückkommt. Und so kann man den gut geerdeten HipHoppern mit Herz nur wünschen, dass die positive Energie, die sie in ihr Album "Original" gesteckt haben, auch wieder zurückkommt. Schließlich beherrschen sie ihr musikalisches Handwerk, lachen mit viel Selbst-Ironie über die kleinen und großen Tücken im Leben und sind so wie ihr neues Album "Original" lauter Originale.

Autorin: Emily Thomey

Redaktion: Matthias Klaus

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