1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

Die Kämpfe gehen weiter

Die Alliierten haben nach eigenen Angaben die Stadt Basra im Südirak umstellt. Massenvernichtungswaffen wurden im Land bislang nicht gefunden. Am Abend gab es laut Agenturmeldungen kurze Luftangriffe auf Bagdad.

default

Scharmützel vor Basra

Die Streitkräfte der USA und Großbritanniens setzten am Samstag (22.3.2003) ihre Bodenoffensive fort. Nach US-Angaben umstellten Bodentruppen die Stadt Basra. Neben den Kämpfen um die südirakische Stadt gab es auch in der Hafenstadt Umm Kasr am Golf weiterhin Gefechte. Ein Korrespondent berichtete am Sonntag früh von "Widerstandsnestern". Während des Live-Telefonats waren im Hintergrund heftige Schusswechsel zu hören. Der Kommandeur der alliierten Streitkräfte im Irak, US-General Tommy Franks (Foto unten), sagte am Samstag, man liege im Zeitplan. Er zeigte sich bei einer Pressekonferenz in Katar zufrieden. Die Angriffstaktik basiere auf "Angst, Überraschung und Flexibilität". Der Aufenthaltsort des irakischen Staatschefs Saddam Hussein sei unbekannt.

US-Sprecher: Kein Sturm auf Basra

Oberbefehlshaber der US- Streitmächte General Tommy Franks

US-General Tommy Franks

Beim Vorstoß auf Basra, der zweitgrößten Stadt des Iraks, gerieten die Soldaten laut Militärangaben unter Artillerie- und Maschinengewehrbeschuss. Der Flughafen und eine Brücke seien eingenommen worden. Der britische Armeesprecher Oberstleutnant Chris Vernon sagte, Basra werde zunächst nicht gestürmt. Am Abend hatte es laut Meldungen von Nachrichtenagenturen bislang zwei kurze Luftangriffe auf Bagdad gegeben. Auch tagsüber waren immer wieder Bomben auf die irakische Hauptstadt abgefeuert worden.

Keine Massenvernichtungswaffen entdeckt

Massenvernichtungswaffen haben die Streitkräfte der USA und Großbritanniens nach eigenen Angaben bisher nicht im Irak entdeckt. General Franks sagte auf dem US-Stützpunkt El Sailijah in Katar, man sei gegenwärtig dabei, Informationen über die Lagerung solcher Waffen zu prüfen. "Es gibt aber keinen Zweifel, dass das irakische Regime Massenvernichtungswaffen besitzt", sagte er vor Journalisten in der Kommandozentrale der alliierten Truppen.

Richtung Bagdad

Brandherde in Baghdad

Rauchschwaden über Bagdad: Ursache unklar

Nordwestlich von Basra nahmen alliierte Truppen die Stadt Nassirija ein. US-Militärsprecher Frank Thorp erklärte, die Stadt sei gesichert. Das Heer rücke jetzt nach Norden in Richtung Bagdad vor, während die Marineinfanteristen die östliche Parallelroute nehmen sollten. Zuvor hatte sich nach US-Angaben eine irakische Heeresdivision mit mehreren tausend Mann ergeben. Einem Sprecher des Verteidigungsministeriums zufolge handelte es sich um die 51. Infanteriedivision, die als vergleichsweise gut ausgebildet und ausgerüstet gilt. Eine Bestätigung von irakischer Seite gibt es dazu bislang nicht.

Einmarsch der Türken in den Nordirak unklar

Ob türkischen Streitkräfte in den Norden des Iraks einmarschiert sind, ist bislang unklar. Das türkische Militär dementierte am Samstag einen solchen Einmarsch. Entsprechende Berichte "entsprechen nicht der Realität", hieß es in einer Stellungnahme. Aus türkischen Militärkreisen hatte es am Freitag (21.3.2003) geheißen, 1000 Soldaten seien in den Norden des Iraks geschickt worden.

Verwirrung in Ankara

Abdullah Gül

Der türkische Außenminister Abdullah Gül (Foto) sagte indes, sein Land sei entschlossen, Truppen über die Grenze zu schicken. Sie sollten einen etwaigen Flüchtlingsstrom kontrollieren und Versuche irakischer Kurden unterbinden, sich vom Irak abzuspalten. Die Bundesregierung drohte mit dem Abzug der deutschen Soldaten in den AWACS-Aufklärungsflugzeugen über der Türkei, sobald Ankara Truppen in den Nordirak entsenden sollte.

Kriegsproteste gehen weiter

Auch am dritten Kriegstag haben weltweit hunderttausende Menschen gegen den Krieg demonstriert. In London gingen 150.000 Menschen auf die Straße. An einer Demonstration in Paris beteiligten sich etwa 90.000 Menschen. Vor der US-Botschaft in Brüssel kam es nach einer Friedenskundgebung zu Ausschreitungen. In zahlreichen deutschen Städten protestierten rund 150.000 Menschen, allein 40.000 in Berlin, gegen den Krieg. (kap)

Die Redaktion empfiehlt