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Politik

Die jungen Helden aus Bayern

Nach der Wahlschlappe vom September, samt Verlust der absoluten Mehrheit, will der neue CSU-Chef Horst Seehofer mit mehr Jugend und Weiblichkeit den ramponierten Ruf seiner Partei aufpolieren.

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Es gibt manches, was einem einfällt, wenn man CSU hört: Stammtische und deftige Bierzeltreden etwa, oder als Wesenszug: trotziger Widerspruchsgeist. Jugendliche Frische und Weiblichkeit gehören jedenfalls nicht dazu. Bisher nicht, denn das soll ganz anders werden. Aus der Münchner Landesregierung verbannte der neue CSU- und Regierungschef Horst Seehofer alle über 60-Jährigen. Dagegen fand die als Wahlkampfchefin grandios gescheiterte Ex-Generalsekretärin Christine Haderthauer - Alter 45 - gnädige Aufnahme als Sozialministerin.

"Ernährung ist das A und O"

In Berlin reservierte sich Seehofer für einen spektakulären Auftritt seiner "jungen Helden" die Bundespressekonferenz. Mit den Worten "Für die CSU hat eine neue Ära begonnen", präsentierte er Ilse Aigner, 43, neue Bundesministerin, die im Blitzlichtgewitter ausnehmend gut aussah. Die gelernte Elektrotechnikerin, bisherige Bildungspolitikerin und frischgebackene Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin fiel während der Veranstaltung ansonsten mit dem Satz, "Ernährung ist das A und O für jeden Menschen", auf.

Adel sorgt für Traditionsbruch

Eine gute Figur machte auch Karl-Theodor zu Guttenberg, aus uraltem Geschlecht zwar, aber erst 36 Jahre alt. Er ist der künftige CSU-Generalsekretär und steht als weltgewandter Außenpolitiker für die Moderne in der Partei. Das "Holzende, Rumpelnde und Polternde" liege ihm nicht, sagte zu Guttenberg. Und: "Waden schmecken mir nur bedingt". Soll heißen, die bei den Christlich-Sozialen verbreitete politische "Wadenbeißerei" will er nicht länger pflegen - was tatsächlich ein Traditionsbruch aller erster Güte wäre.

Beim Auftritt auf dem Laufsteg der Berliner Politik hatte Seehofer auf Michael Glos verzichtet: der ist zwar Bundeswirtschaftsminister und deshalb der wichtigste CSU-Mann in Berlin. Doch Glos ist 63 und gilt als müdes Auslaufmodell. Man darf gespannt sein, ob Seehofer selbst im nächsten Jahr bei solchen PR-Veranstaltungen noch dabei ist: schließlich wird er dann 60.