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Sport

Die Jagd auf die neue Nummer 1

Wenn am Sonntag in Melbourne die Formel-1-Saison beginnt, ist Sebastian Vettel erstmals der Gejagte. Der jüngste Weltmeister der Königsklasse will seinen Titel verteidigen. Zu den Favoriten zählt auch Michael Schumacher.

Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel von Red Bull steht auf der Rennstrecke in Valencia (Spanien) an einem Garagentor mit der Nummer 1 (Foto: dpa)

Red-Bul-Pilot Sebastian Vettel küsst die Trophäe nach dem WM-Gewinn am 14.11.2010 in Abu Dhabi. (Foto: AP)

Der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten

Erst im letzten Grand Prix der vergangenen Saison in Abu Dhabi krönte sich Sebastian Vettel zum jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte. Nun beginnt für den 23-jährigen Deutschen in Melbourne die Mission Titelverteidigung. "Die letzte Saison ist abgehakt. Es geht von vorne los", sagte Vettel vor dem verspäteten Saisonauftakt in Australien. Wegen der Unruhen in Bahrain war das für den 13. März vorgesehene Wüsten-Rennen in Manama abgesagt worden. Ein Nachholtermin steht nicht fest. Die WM dürfte somit in 19 Rennen entschieden werden.

Vettel, dessen Team 2010 auch den Konstrukteurstitel holen konnte, gehört abermals zum Favoritenkreis. "Wir wollen unsere Titel verteidigen", erklärte der Red-Bull-Pilot zielstrebig. Die prestigeträchtige Startnummer 1 sieht er dabei nicht unbedingt als Vorteil. "Wenn man die Nummer 1 am Auto hat, ist da jeder hinterher. Aber schneller macht mich das nicht. Ich muss nach wie vor versuchen, die Kiste fliegen zu lassen und schneller zu fahren als alle anderen."

Schumacher im Favoritenkreis

Zu Vettels ärgsten Konkurrenten dürften Teamkollege Mark Webber, Fernando Alonso im Ferrari, die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button sowie Michael Schumacher im Silberpfeil gehören. "Es sieht nicht so schlecht aus", meinte Mercedes-Fahrer Schumacher nach seiner Bestzeit bei den Abschlusstests in Barcelona. Doch wie konkurrenzfähig ist das Auto des siebenmaligen Titelträgers wirklich? "Das einzuschätzen, ist im Moment ein bisschen zu viel verlangt", erklärte der 42 Jahre alte Rekord-Weltmeister zurückhaltend. In der Vorsaison hatte er bei seinem Formel-1-Comeback nur WM-Rang neun belegt. Von daher gibt sich Schumacher eher bescheiden. "Ich will aufs Podium fahren und wenn es dann gut läuft, vielleicht das eine oder andere Rennen gewinnen."

Die Formel-1-Piloten Michael Schumacher (l.), Nico Rosberg (r.) und Teamchef Ross Brawn präsentieren den neuen Mercedes-Rennwagen. (Foto: AP)

Schlagkräftig: Schumacher (l.), Teamchef Ross Brawn und Rosberg (r.) sowie der neue Silberpfeil

Rosberg will Sieg

Deutlicher sind da schon die Erwartungen von Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Wir haben ein Generalziel, und das heißt: Gewinnen." Haug setzt dabei auch auf seinen zweiten deutschen Fahrer, Nico Rosberg, der im letzten Jahr fast doppelt so viele Punkt für Mercedes einfuhr wie sein 17 Jahre älterer Rivale Schumacher. "Am Ende hat es sogar richtig Spaß gemacht, weil das Auto endlich mal ein bisschen besser lief", bilanzierte Rosberg seinen siebten Platz in der Gesamtwertung. Jetzt, in seinem sechsten Formel-1-Jahr, will der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg endlich einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. 89 Rennen hat er bereits absolviert, mehr als Platz zwei 2008 in Singapur sprang für den 25-Jährigen dabei nicht heraus.

Formel deutsch

Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld (Foto: dpa)

Ist wieder da: Nick Heidfeld

Mit sechs Piloten stellt Deutschland auch 2011 die stärkste Fahrerfraktion in der Königsklasse. Sein Comeback gibt Nick Heidfeld. Für den 33-Jährigen schien die Formel-1-Karriere endgültig beendet, ehe Lotus Renault den Routinier nach Robert Kubicas schwerem Rallye-Unfall reaktivierte. "Das ist die größte Überraschung, ich hatte nicht erwartet, dieses Jahr Rennen zu fahren", bekannte Heidfeld, der zugleich Werbung in eigener Person betreiben möchte: "Ich will zeigen, dass ich es noch drauf habe". Komplettiert wird das halbe Dutzend deutscher Stammpiloten von Force-India-Fahrer Adrian Sutil und dem für Marussia Virgin startenden Timo Glock.

Neue Reifen, KERS und Heckflügel

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel im Rennen vor Teamkollege Mark Webber und Ferrari-Fahrer Fernando Alonso (Foto: AP)

Neue Regeln sollen für Spannung sorgen

Für einen höheren Unterhaltungswert und noch mehr Spannung sollen neue Regeln sorgen. So kehrt das Hybrid-System KERS zurück, das den Fahrern pro Runde zusätzliche PS beschert. Auch kann der Heckflügel per Knopfdruck verstellt werden. Beides soll das Überholen erleichtern. Neuer Einheitsreifenpartner ist Pirelli. Die Pneus des italienischen Herstellers bauen enorm schnell ab und zwingen die Teams möglicherweise zu vier Boxenstopps. Erlaubt ist nach acht Jahren wieder die Teamorder. Den Teams ist es gestattet, ihre Fahrer zum Positionswechsel aufzufordern, wenn sie sich daraus einen Vorteil erwarten.

Neu im Kalender ist in diesem Jahr Indien. Das Rennen soll am 30. Oktober in Greater Noida, rund 25 Kilometer von Neu Delhi entfernt, über die Bühne gehen. Der Große Preis von Deutschland findet am 24. Juli auf dem Nürburgring statt. Die Saison endet am 27. November in Sao Paulo in Brasilien.

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Stefan Nestler

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