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Aktuell Welt

Die Hoffnung schwindet

Zu viele Friedenspläne für Syrien sind gescheitert, da glaubte kaum jemand an ein Schweigen der Waffen. Die für das islamische Opferfest vereinbarte Feuerpause wird weder von Armee noch von Rebellen eingehalten.

Das Staatsfernsehen zeigte zum Auftakt des Opferfestes der Muslime den Präsidenten Baschar al-Assad beim Gebet in einer Moschee in Damaskus. Offiziell sollte mit dem Fest Eid al-Adha in Syrien eine viertägige Waffenruhe beginnen, doch Berichte über neue Kämpfe an diesem Freitag scheinen die Skeptiker im In- und Ausland zu bestätigen.

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Nicht alle Waffen schweigen

In den Provinzen Homs, Deir el Sur und Idlib sowie in den Metropolen Damaskus und Aleppo kam es laut Menschenrechtsaktivisten zu teilweise massiven Gefechten. In der Umgebung der Militärbasis nahe des nördlichen Maaret al-Numan lieferten sich Armee und Aufständische heftige Schießereien. Die Rebellen hatten offenbar versucht, den Stützpunkt zu stürmen. Die Assad-Einheiten ließen mehrere Ortschaften bombardieren. Der türkische Sender NTV meldete neue Kämpfe im Grenzgebiet.

In der Provinz Deraa soll es in mehreren Städten nach den Morgengebeten zu Protesten gegen das Assad-Regime gekommen sein. Sicherheitskräfte hätten vor einer Moschee das Feuer auf Demonstranten eröffnet, berichteten Oppositionelle im Exil.

Ein Milizionär begleitet Menschen mit ihren Habseligkeiten auf der Flucht aus Aleppo (foto: AFP/Getty Images)

Ein Milizionär begleitet Menschen mit ihren Habseligkeiten auf der Flucht aus Aleppo

Nicht alle Rebellen machen mit

Nach mehreren Rebellen-Gruppen hatten auch die Streitkräfte am Vortag schließlich einem Vorschlag des UN-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi zugestimmt, zum Opferfest die Waffen bis Montag schweigen zu lassen. Es gibt allerdings große Zweifel an der Wirksamkeit des Abkommens, weil beide Bürgerkriegsparteien auf Verstöße der Gegenseite reagieren wollen. Außerdem fühlen sich nicht alle Widerstandsgruppen an die Waffenruhe gebunden.

Die Vereinten Nationen hegten die Hoffnung, aufbauend auf die kurze Feuerpause eine neue Friedensinitiative einleiten zu können.

Auch Vorstoß im April gescheitert

Auch eine im April ausgerufene Waffenruhe war umgehend wieder gebrochen worden. Eine zur Überwachung entsandte UN-Beobachtermission hatte das Land nach drei Monaten wieder verlassen müssen, weil sie selbst immer wieder zwischen die Fronten und unter Beschuss geraten war.

Im August schließlich hatte der Vorgänger Brahimis, der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, ernüchtert das Handtuch geworfen, weil seine sämtlichen Bemühungen zur Beendigung der Gewalt gescheitert waren.

SC/li ( dapd, rtr, afpe)

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