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Fokus Südosteuropa

Die Herzegowina zieht Investoren an

Die Zahl der Investoren aus dem europäischen Ausland, die Immobilien in Bosnien-Herzegowina erwerben, steigt stetig. Besonders beliebt ist die Region Herzegowina. Die Region bietet Natur und ein ruhiges Leben.

Alte Brücke in Mostar, Herzegowina (Foto: Nedzad Mrkulic)

Westeuropäer geraten bei der Herzegowina ins Schwärmen

Bosnien und Herzegowina war noch vor 15 Jahren, mitten im Krieg, ein Ort um den Ausländer einen großen Bogen gemacht haben. Der Kauf von Immobilien wäre damals vermutlich völlig abwegig gewesen. Dies hat sich nun grundlegend geändert und das Land scheint neuerdings auch für Westeuropäer attraktiv. Insbesondere die Herzegowina mögen viele als Ort zum leben und arbeiten.

So auch Gerard Ennis, Leiter des EU-Projekts für regionale wirtschaftliche Entwicklung in Bosnien-Herzegowina. Er kam 2003 aus Irland beruflich nach Sarajewo. Bei seinen Reisen kreuz und quer durch das Land besuchte er auch Mostar und die Umgebung der Stadt. Ihm gefiel die Gegend gleich auf Anhieb und er beschloss, dort zu bleiben.

Zweites Zuhause

Mairead und Gerard Ennis - Ehepaar aus Irland lebt jetzt in Bosnien leben (Foto: DW) Eingestellt März 2010

Glücklich in der Herzegowina: Mairead und Gerard Ennis

Heute lebt er mit seiner Ehefrau Mairead auf einem Anwesen in der Nähe von Mostar. "Wir kennen noch mehr Leute, die wegen der Arbeit nach Bosnien-Herzegowina gekommen sind, diese Gegend zu schätzen gelernt und beschlossen haben, ihr Leben hier fortzusetzen. Nicht zuletzt wegen der Lebensqualität", meint Ennis: Das Klima sei hervorragend, Meer und Berge befänden sich auch in der Nähe. Deswegen sei ihm die Entscheidung leicht gefallen, in dieser Gegend zu investieren.

Seiner Frau Mairead gefällt besonders die entspannte Lebensart in diesem Teil des Landes: "Ich kann es immer noch kaum glauben, dass ich, wann immer ich will, unangemeldet zum Friseur oder Zahnarzt gehen kann. In Irland, wo ich herkomme, muss man Tage im Voraus einen Termin machen", meint Mairead. Darüber hinaus hätten sie sich ein zweites Zuhause bei Mostar geschaffen: "Wir haben einen wunderschönen Garten, in dem wir Obst und Gemüse für den Hausgebrauch anbauen."

Wettbewerbsvorteil landestypische Architektur?

Bauten aus Osmanischer Zeit in Blagaj bei Mostar, in der Herzegowina (Foto: DW)

Makler sehen in traditioneller Bauweise einen Wettbewerbsvorteil

Günstige Immobilienpreise, ein angenehmes Klima, die Nähe des Meeres und der Berge ebenso wie die landestypische Architektur sind einige der Vorzüge, die investitionswillige Westeuropäer in dieser Gegend erkennen. Die beliebtesten Städte für Investoren sind Mostar und Trebinje.

Momo Vujinovic, Immobilienmakler aus Trebinje, sagt, bereits mehrere ausländische Familien hätten Immobilien in dieser herzegowinischen Stadt gekauft. Sie würden die landestypische Architektur schätzen und wollten keine baulichen Veränderungen an ihren Gebäuden zulassen. Der Immobilienmakler sieht darin eine Wettbewerbschance: "Ich hoffe, dass wir unsere landestypische Bauweise erhalten können. Denn ich glaube, das ist unsere Erfolgsformel."

Kamel Ratkusic, Immobilienmakler in Mostar, hat schon einige Hausverkäufe an ausländische Investoren vermittelt. Seine Kunden lieben die Herzegowina wegen der Ruhe, des Friedens und des im Vergleich zum Westen langsameren Lebensrhythmus. Ratkusic räumt zwar ein, dass die Zeiten sich auch in seinem Land änderten, "aber das Lebenstempo ist für Leute von außerhalb hier noch immer langsamer als das, was sie aus großen europäischen Städten gewohnt sind."

Vielen fällt die Kaufentscheidung auch aufgrund der günstigen Immobilienpreise leicht. "Sie sind nicht so teuer wie in Kroatien oder überteuert wie in Montenegro, und trotzdem ist man im Handumdrehen in der Natur. Das ist für sie traumhaft", sagt Ratkusic. Er betreue pro Jahr zwischen fünf und 15 ausländische Kunden, Tendenz steigend, so der Immobilienmakler.

Unter den Top 10 für FDI

Logo fDi Magazine

Lob von Experten

Auch für Firmen ist die Herzegowina ein beliebter Investitionsstandort. So ist die Herzegowina im "FDI Magazine" der Financial Times Gruppe ausgezeichnet worden. Die Publikation befasst sich mit ausländischen Direktinvestitionen (FDI) und hat Herzegowina unter die Top 10 der südeuropäischen Regionen aufgenommen. So habe sich die Herzegowina besonders bei Werbestrategien für Auslandsinvestitionen hervorgetan.

Das FDI Magazine schreibt jedes Jahr einen Wettbewerb um die europäische Stadt und Region der Zukunft aus, die ausländische Investitionen anziehen. Im Jahr 2009 hatten sich 233 Städte und 142 Regionen angemeldet.

Die herzegowinische Regionalagentur für wirtschaftliche Entwicklung stellte bei der Bewerbung dar, wie sie interessierte Investoren unterstützt. Dies haben die Fachleute vom FDI Magazine sechs Monate lang geprüft.

Das hohe Ranking beweise, "dass auch in einer schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage, wie sie hier in Bosnien-Herzegowina herrscht, mit guten Projekten und guter Arbeit Erfolge erzielt werden können," so der Leiter der Agentur, Ivan Jurilj. Seine Agentur habe ein regionales Informationszentrum geschaffen, in dem sich interessierte Investoren schnell und leicht über die Voraussetzungen für Investitionen und über Angebote informieren können. "Und zwar sowohl auf der kommunalen Ebene als auch in der ganzen Herzegowina", erläutert Jurilj.

Autoren: Sanel Kajan / Mirjana Dikic

Redaktion: Fabian Schmidt

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