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Die Hand

Hände – sie sind das praktischste Werkzeug des Menschen, sie schützen, geben, empfangen. Sie können Symbol sein für Mitmenschlichkeit, aber auch Abwehr – kurz: für zwischenmenschliche Schwingungen aller Art.

Bei Staatsempfängen wird mit Argusaugen beobachtet, wie das Händeschütteln der Politiker ausfällt. War es freundschaftlich, oder nur freundlich, lang oder kurz, kräftig oder eher lasch, wurde da richtig geschüttelt oder nur hingehalten?

Der Händedruck sagt mehr als tausend Worte

So oder so: Die Art des Händedrucks, eine ansonsten eher beiläufige Geste, wird zum Indiz für das Verhältnis zwischen den Händedrückern. Wir kennen die unzähligen Bilder mit den in die Kamera grinsenden Politikern, die Hand des einen umschließt die des anderen fest und lange, dem Volke unverbrüchliche Freundschaft, unerschütterliche Entschlossenheit, Tatkraft und Optimismus signalisierend.

Wozu reichen wir jemandem die Hand? Natürlich zur Begrüßung, wenn sie mehr als das nichtssagende "Hallo" sein soll. Wenn wir uns freuen, unser Gegenüber zu sehen, und sie oder ihn richtig nett und sympathisch finden, nehmen wir seine oder ihre Hand in beide Hände und drücken sie. Herzlich.

Die Hand als Werkzeug und Symbol

Die Hand ist das wichtigste Arbeits- und Greifinstrument des Menschen, eigentlich das ursprünglichste und umfassendste Werkzeug, um nicht zu sagen Handwerkszeug, das er besitzt. Die Hand greift, nimmt und gibt, sie hält ein Werkzeug, sie pflückt, aber sie schlägt auch, sie verletzt und sie tötet. Aber wir winken auch mit der Hand jemandem zu, wir winken einer Person, wenn wir Hilfe brauchen und wir winken zum Abschied. Die Sprache der Hände ist vielfältig. Einige Beispiele:

Die Zeichensprache der Taubstummen, die Gebärdensprache. Sie wäre ohne Hände nicht möglich. Dann die unmissverständlichen Handzeichen der Verkehrspolizisten. Die Hand am nach oben ausgestreckten Arm, die das Victory-Zeichen bildet. Die Hand ist mit vielerlei, ganz unterschiedlichen konkreten und bildhaften Bedeutungsebenen verknüpft. So ist sie seit Jahrhunderten Symbol für politische Macht, für Besitz und Schutz. Als Symbol höchster Macht im biblischen Sinne gilt die Hand Gottes. Sie verkörpert die herrschende, rettende, schützende und auch strafende Gewalt.

Beten, betteln und bitten

Die Anrufung Gottes im Gebet geschieht mit gefalteten Händen. Diese Handhaltung ist in allen Religionen bekannt. Auch die zum Himmel erhobenen Arme mit offenen wie als Schalen gehaltene Händen ist eine Geste des Gebets, damit Gott einen erhört und hilft.

Offene, leere Hände bitten. So wie die Armen in aller Welt und der Bettler am Straßenrand. Wer allerdings plötzlich mit leeren Händen dasteht, muss nicht unbedingt zu den Besitzlosen zählen. Vielleicht ist ihm oder ihr unter der Hand etwas schief gegangen, ein Geschäft geplatzt, vielleicht wurde am Aktienmarkt zu hoch gepokert.

Die Hand als Stellvertreter

Hand wird im Deutschen sehr häufig als pars pro toto, als Teil für ein Ganzes verwendet. Wenn ein junger Mann – aber das ist schon fast aus der Mode gekommen – um die Hand der Tochter bei seinem künftigen Schwiegervater anhält, so will er ja das ganze Mädchen. Von wegen nur die Hand!

Eben solche Stellvertreterfunktion hat Hand auch in dem Ausdruck "Sie ist die rechte Hand ihres Chefs". Das heißt, die Privatsekretärin oder Sachbearbeiterin ist nicht nur hochqualifiziert, sondern geradezu unersetzlich eben für den Chef.

Rechts oder links?

Apropos rechte Hand. Sie gilt seit Jahrhunderten als die bessere, die gute Hand. Die rechte gibt, die linke nimmt. Im Mittelalter stand der Mann als Haupt der Familie zur Rechten. So wie die Auferstandenen dereinst zur Rechten Gottes sitzen werden.

Die Frau war stets zur linken Hand des Mannes platziert. Die linke Hand ist von jeher die weniger bedeutende. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden Schulkinder, die Linkshänder waren, gehänselt und nicht selten sogar von Lehrern schikaniert. "Die Linke kommt von Herzen", entschuldigt man sich verlegen, wenn man bei der Begrüßung versehentlich die linke statt der rechten Hand gereicht hat.

Die öffentliche Hand

Wir könnten zu beiden Händen noch weit mehr als nur eine Handvoll Beispiele anführen, die Zeit verrinnt uns jedoch unter der Hand. Aber eine Hand muss noch erwähnt werden, damit alles Hand und Fuß hat: Es ist die öffentliche Hand.

So nennt man hierzulande die öffentlichen Haushalte, den Staatshaushalt und eben die Hand, welche alle öffentlichen

Mittel hält. Mit diesen sieht es allerdings ziemlich schlecht aus. Die öffentliche ist vielerorts meistens eine leere Hand.

Fragen zum Text

Um jemanden zu begrüßen, kann man ihm die Hand …

1. geben, reichen oder drücken.

2. ziehen, waschen oder pressen.

3. falten, einklemmen oder wegnehmen.

Die Gebärdensprache ist …

1. die Kommunikation wilder Bären untereinander.

2. die Unterhaltung zwischen schwangeren Frauen.

3. die Kommunikation mit den Händen bei gehörlosen Menschen.

Wenn der Chef die Sekretärin seine rechte Hand nennt, dann …

1. geht sie ihm auf die Nerven.

2. übernimmt sie alle Arbeiten für ihn, weil er den Arm gebrochen hat.

3. ist sie für ihn eine große Hilfe und unersetzlich.

Arbeitsauftrag

Die Hand ist in vielen Wörtern versteckt, z.B. handeln, verhandeln, behandeln, sich etwas einhandeln, handlich, Händler, Handlung. Suchen Sie im Wörterbuch diese und weitere Wörter mit "Hand" und notieren Sie ihre Bedeutung.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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