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Politik

Die "Hamburger Terrorzelle"

DW-WORLD gibt einen Überblick über die bisher bekannten und mutmaßlichen Mitglieder der so genannten "Hamburger Terrorzelle".

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11. September 2001

MOHAMMED ATTA: Der gebürtige Ägypter gilt als Kopf der Hamburger Gruppe. Der 33-Jährige steuerte die erste American-Airlines-Maschine in den Nordturm des World Trade Centers. Atta kam 1992 nach Deutschland und studierte Städtebau an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Er soll die Hamburger Zelle aufgebaut und geführt haben.

MARWAN ALSHEHHI: Der 23-Jährige lenkte die zweite Maschine in den Südturm des World Trade Centers. Alshehhi wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren und kam 1996 als Stipendiat nach Deutschland, wo er Schiffbau studierte. Alshehhi lernte Atta bei einem Sprachkurs kennen und soll mit ihm 1999 ein El-Kaida-Lager besucht haben.

ZIAD JARRAH: Der Libanese starb in der United-Airlines-Maschine, die vermutlich nach einem Aufstand einiger Passagiere gegen die Entführer im US-Bundesstaat Pennsylvania abstürzte. Jarrah war 1996 zum Studium nach Deutschland gekommen, schrieb sich an der Hamburger Fachhochschule (FH) für das Fach Flugzeugbau ein. Auch er besuchte 1999 das El-Kaida-Camp.

RAMZI BINALSHIBH: Der Jemenit gilt als Cheflogistiker der Gruppe. Er kam 1995 nach Deutschland, beantragte vergeblich Asyl, blieb aber trotzdem im Land. Er besuchte 1999 ebenfalls das El-Kaida-Lager in Afghanistan. Binalshibh wurde Mitte September 2002 in Pakistan gefasst und an die USA ausgeliefert. Angeklagt ist er noch nicht.

ZAKARIYA ESSABAR: Der Marokkaner gilt als verhinderter Attentäter vom 11. September. Seit 1997 lebte er in Deutschland. Er war an der FH Hamburg eingeschrieben und von September 1999 bis Dezember 2000 zeitgleich mit Atta und Binalshibh in deren Wohngemeinschaft gemeldet. Essabar wollte im Februar 2001 zu Atta und Alshehhi in die USA reisen, bekam aber kein Visum. Er verschwand kurz vor den Anschlägen und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

SAID BAHAJI: Er soll Mitorganisator der Anschläge gewesen sein. Der Sohn einer Deutschen und eines Marokkaners studierte seit 1998 in Hamburg Elektrotechnik. Er wohnte zeitweise mit Atta und Binalshibh zusammen und kümmerte sich um Miete und Verträge. Bahaji reiste Anfang 2000 in ein El-Kaida-Ausbildungslager. Er tauchte kurz vor den Anschlägen unter und wird ebenfalls gesucht.

MOUNIR EL MOTASSADEQ: Der Marokkaner wirkte nach Überzeugung des Hamburger Oberlandesgerichts als "Statthalter" der Terrorzelle in der Hansestadt, hielt Mitgliedern der Gruppe "den Rücken frei", regelte Finanzangelegenheiten und verschleierte ihre Abwesenheit. Er kam 1993 zum Studium der Elektrotechnik nach Deutschland und lernte an der Universität Atta kennen. Der inzwischen 29-Jährige wurde im Februar 2003 wegen Beihilfe zum Mord in 3066 Fällen zu 15 Jahren Haft verurteilt. Über die Revision hat der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden.

ABDELGHANI MZOUDI: Der 30-jährige Marokkaner soll ähnlich wie Motassadeq als Helfer der Attentäter gewirkt haben. Die Bundesanwaltschaft hat ihn ebenfalls der Beihilfe zum Mord in 3066 Fällen und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Der Anklage zufolge besuchte er im Sommer 2000 mit Motassadeq und Essabar ein El-Kaida-Camp in Afghanistan verschleierte die Abwesenheit von Mitgliedern der Terrorzelle in Hamburg. (afp)