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Fußball

"Die härteste Niederlage meines Lebens"

Für den einen war es "die härteste Niederlage" seines Lebens, für den anderen war es bereits "Champions-Niveau": Das 4:0 hat in Deutschland für großen Jubel und in Argentinien für tiefe Trauer gesorgt.

Diego Maradona (Foto: AP)

Zukunft ungewiss: Diego Maradona

Stimmen vom Spielfeldrand:

Diego Maradona: "Das ist die härteste Niederlage meines Lebens. Das war ein Tiefschlag. Der Traum ist zu Ende. Uns hat es an Kreativität gefehlt. Ich weiß nicht, was morgen mit mir passiert. Ich muss das zuerst mit meiner Familie und den Spielern besprechen. Aber ich möchte, dass der argentinische Fußball wieder zur vollen Blüte gelangt."

Joachim Löw: "Jetzt sind wir unter den besten Vier der Welt, aber da gehört diese Mannschaft auch hin. Was die Mannschaft heute an Willen abgeliefert hat, das war Champions-Niveau. Wir haben noch zwei Spiele vor uns. Jetzt haben wir es selbst in der Hand, hier noch etwas ganz Großes zu erreichen."

Bastian Schweinsteiger: "Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt. Wir haben uns fair verhalten, auch der Gegner. Bei den Argentiniern hat nur der Trainer immer Gelb gefordert. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben taktisch sehr gut gespielt. Wir sind stark genug, um noch einen Schritt weiter zu machen."

Die deutsche Nationalelf (Foto: AP)

"Man muss sehr lange zurückdenken, um eine Mannschaft mit derart vielen Talenten zu finden"

Philipp Lahm: "Dass man die Argentinier 4:0 schlägt, ist unglaublich. Wir wurden sehr gut vorbereitet, das hat man gesehen. Wir haben sehr wenige Chancen zugelassen, und dass wir vorne die Qualität haben, wissen wir. Jeder, der im Halbfinale steht, hat das Zeug, ins Finale zu kommen und Weltmeister zu werden."

Miroslav Klose: "Wie wir als Mannschaft erneut dagegen gehalten haben, so wie schon gegen England, da muss ich sagen: Respekt. Ich bin stolz auf die Mannschaft und auch auf die Mannschaft dahinter - alle im Kader sind sensationell. Ich bin froh, dass wir jetzt das erreicht haben, was wir uns vorher vorgenommen hatten. Alles andere ist Zubrot."

Lukas Podolski: "Wir haben uns nicht verrückt machen lassen und die Antwort auf dem Platz gegeben. Man sieht, wenn wir befreit sind und gut Fußball spielen, geht einiges. Momentan sieht es aus, als würde uns keiner stoppen können. Aber in einem Spiel kann man alles verlieren, deshalb müssen wir konzentriert bleiben."

Angela Merkel

Kanzlerin Angela Merkel: "Es war überwältigend"

Thomas Müller: "Es ist Wahnsinn, was hier abgelaufen ist. Wenn man Argentinien mit 4:0 vom Platz fegt, dann muss man erstmal nach Worten suchen. Ich hoffe, dass meine Kollegen im Halbfinale alles richtig machen, dann kann ich vielleicht im Finale wieder ein Tor machen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Es war einfach überwältigend. Das ist ein Traum. Wie diese junge Mannschaft ihre Chancen genutzt hat, hat mich einfach nur begeistert. Deutschland hat hier heute etwas Wunderbares geschafft. Dass war eine tolle Sache."

Pressestimmen aus Argentinien:

Olé: "Schweiß und Tränen. Argentinien zerschellte an der deutschen Standfestigkeit und hat sich wie vor vier Jahren im Viertelfinale verabschiedet. Dieses Mal war es schlimmer - wegen der Prügel. Das Tor Müllers nach zwei Minuten traf uns erheblich, Diego fand keine Antworten und Klose machte den Sack zu."

La Nación: "Ein schmerzhaftes Ausscheiden: Deutschland hat Argentiniens Schwächen offengelegt und der WM beraubt."

Clarin: "Die Selección verabschiedet sich gedemütigt von der WM."

Pressestimmen aus Deutschland:

Jubelnde deutsche Fans (Foto: AP)

Ein neues Sommermärchen: Jubel in Deutschland

Süddeutsche Zeitung: "Deutschland muss sehr lange zurückdenken, um eine Mannschaft mit derart vielen Talenten zu finden. Es ist Löws Verdienst, diese Talente gesehen und zur Blüte verholfen zu haben. Die Verletzung von Ballack, so schwer das für den (Ex-)Kapitän ist, kam ihm da gelegen. Damit 33-Jährige schied der letzte Platzhirsch aus, er wollte auf und neben dem Feld den Ton angeben, als Anführer die Entscheidungen treffen. Ohne ihn konnte Löw den Mittzwanzigern Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker, Podolski neue Verantwortungen geben. Und weil diese Mittzwanziger nicht vom Führungsspieler-Duktus durchdrungen sind, sondern viel Wert auf eine angenehme Atmosphäre legen, in der sich auch die Jüngeren entfalten, entstand ein Team voller Kraft, Energie und Lust am Spiel."

Berliner Morgenpost: "Mutig und stark haben die deutschen Fußballer an die Tür zum Himmel geklopft. Und auch wenn er schon einmal die Hand Gottes spielen durfte, diesmal war es nicht Diego Maradona, der ihnen öffnete. Tritt ein, deutsche Jubel-Nation, willkommen im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Das Happy End dieses Sommermärchens rückt immer näher. Unter Jürgen Klinsmann entdeckten wir vor vier Jahren das Wir-sind-Deutschland-Gefühl, unter seinem Nachfolger Joachim Löw entdecken wir nun unsere Liebe zum Fußball neu."

Frankfurter Neue Presse: "Die erfrischende Darbietung der Abteilung "Jugend forsch" hebt sich erfreulich vom Altherren-Fußball der Italiener, Franzosen und Engländer ab. Dies ist natürlich zunächst das Verdienst der Spieler und des Trainerstabes um Joachim Löw - aber auch von Jürgen Klinsmann. Denn der hatte bei seinem Amtsantritt 2004 mit Brachialgewalt die verkrusteten Strukturen im DFB aufgebrochen und die systematische Nachwuchsförderung zur Chefsache gemacht."

Zusammengefasst von Joscha Weber (mit dpa, sid)

Redaktion: Arnulf Boettcher

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