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Ostmitteleuropa

Die großen Gewinner

- Polnische Landwirte werden dank der Subventionen aus Brüssel viel mehr verdienen

Warschau, 20.4.2004, RZECZPOSPOLITA, poln.

Die Einkünfte von den sieben Millionen Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten, werden nach dem Beitritt Polens zur EU durchschnittlich um 35 Prozent steigen. Auf die höchsten Gewinne können vor allem große Landwirtschaftsbetriebe zählen. Aber auch die finanzielle Lage der Landwirte, die nichts für den Lebensmittelmarkt verkaufen, wird sich erheblich verbessern. Dies geht aus einer Analyse der Europäischen Kommission hervor.

Es gibt keine zweite Bevölkerungsgruppe in Polen, die die Vorteile des Beitrittes Polens zur Europäischen Union so intensiv zu spüren bekommt, weil ... fast die Hälfte der Subventionen aus Brüssel gerade in die Lebensmittelproduktion investiert wird. Es gibt jedoch noch eine andere Ursache dafür: Manche polnische Landwirte befanden sich bisher in einer extrem schwierigen finanziellen Lage.

Die Verbesserung der Situation der Landwirte resultiert zu 60 Prozent aus der Tatsache, dass den Landwirten Zuzahlungen und Subventionen aus Brüssel zugesprochen werden. Allein aufgrund dieser Form der Unterstützung wird sich die Rentabilität der Landwirtschaft in Polen um ein Drittel erhöhen.

Die Zuzahlungen wird jeder Landwirt in Polen bekommen und zwar auch dann, wenn sein Betrieb klein ist und er selbst keine Produkte verkauft. Das Recht auf Zuzahlungen steht außerdem auch den landwirtschaftlichen Betrieben zu, deren Produkte den EU-Normen nicht entsprechen.

Noch in diesem Jahr wird die Europäische Union insgesamt 1,532 Milliarden Euro zahlen, d. h. etwa 106 Euro pro Hektar. Diese Summe wird von Jahr zu Jahr steigen und einen Betrag von etwa 200 Euro pro Hektar erreichen. Schon jetzt wird ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb, dessen Monatseinkünfte 750 Zloty (etwa 155 Euro) betragen, allein dank der Hilfe aus Brüssel 180 Zloty im Monat zusätzlich verdienen.

Die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe wird außer diesen Subventionen auch andere Mittel bekommen, die direkt aus Brüssel gezahlt werden. Sogar 56 Prozent des Gebietes unseres Landes wurde in das Programm der Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe aufgenommen, die unter sehr schwierigen geographischen Bedingungen arbeiten. Für diese Unterstützung werden aus Brüssel allein in diesem Jahr 366 Millionen Euro gezahlt. (...)

Den größeren landwirtschaftlichen Betrieben wurde auch die so genannte strukturelle Hilfe zugesprochen. Dank dieser Hilfe können die Landwirte auf die Mitfinanzierung neuer Geräte zählen, die etwa 50 Prozent beträgt. (...) Die EU wird z.B. beim Kauf eines neuen Traktors mindestens 10 000 Euro zuzahlen. Die Einnahmen aller landwirtschaftlichen Betriebe werden dank dieser strukturellen Hilfe aus Brüssel durchschnittlich um 15 Prozent steigen.

Der Preis für Butter wird im Einkauf durchschnittlich um 20 Prozent und für Milch und Pulvermilch um 15 bis 18 Prozent steigen. Die Landwirte bekommen viel mehr Geld, allerdings nur unter der Bedingung, dass ihre Produkte den EU-Normen entsprechen. (...). (sta)

  • Datum 21.04.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4w1T
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