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Top-Thema – Podcast

Die große Angst vor dem Islam

Woche für Woche demonstrieren viele Menschen in Dresden gegen das, was sie Islamisierung nennen. Zuletzt gingen etwa 15.000 Demonstranten mit. An der Gegendemonstration nahmen wesentlich weniger Menschen teil.

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Die große Angst vor dem Islam – das Top-Thema als MP3

„Wir müssen deutlich machen, wie die Mehrheit in Deutschland denkt – nämlich ausländerfreundlich!“, ruft eine junge Frau. Etwa 6.000 Menschen demonstrieren am 16.12.2014 in Dresden gegen die Pegida-Bewegung und für eine Willkommenskultur. Einen Kilometer entfernt stehen die Anhänger von Pegida bei ihrer Demonstration. Hier sind es 15.000 Demonstranten.

Pegida steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Die Bewegung ist islamfeindlich. Viele Rechtsextreme machen hier mit. Pegida fordert auch, dass Deutschland in Zukunft weniger Einwanderer aufnehmen soll. Dabei beträgt der Ausländeranteil in Dresden nur 4,7 Prozent. 0,4 Prozent der Einwohner im Bundesland Sachsen, zu dem auch Dresden gehört, sind Muslime.

Neben bekannten Rechtsextremen laufen auch Menschen in Dresden mit, die bisher nicht durch rechtsextreme Äußerungen aufgefallen sind. „Wir sind keine Nazis“, sagt eine Dresdnerin, die bei den Pegida-Demonstranten steht. Sie meint, dass die Öffentlichkeit sie falsch versteht und dass sie selbst viele Menschen mit Migrationshintergrund im Freundes- und Kollegenkreis hat. Sie sagt: „Wir haben auch nichts gegen den Islam. Aber wir haben Angst vor islamistischen Extremisten.“

Bei vielen Argumenten der Pegida-Anhänger wird deutlich: Es geht mehr um Gefühle als um Tatsachen. Politiker wollen jetzt mit Pegida über die Einwanderungspolitik reden und die Ängste der Menschen beruhigen. Allerdings ist Pegida in anderen Gegenden Deutschlands lange nicht so erfolgreich. In Düsseldorf gingen nur wenige Hundert auf die Straße. Und in Bonn wurde der Weg der etwa 200 Islamfeinde von etwa 2.000 bis 3.000 Gegendemonstranten blockiert.


Glossar

Islamisierung, -en
(f.) – negativ gebrauchter Begriff dafür, dass sich die Religion des Islams ausbreitet

Gegendemonstration, -en (f.) – eine Demonstration als Reaktion auf eine andere Demonstration

Bewegung, -en (f.) – hier: eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben

Willkommenskultur (f., nur Singular) – die Tatsache, dass es normal ist, dass Menschen aus einem anderen Land in einem Land willkommen sind

Anhänger, -/Anhängerin, -nen – jemand, der zu einer Gruppe gehört oder sie unterstützt

patriotisch – so, dass man seine Heimat und sein Landliebt

Abendland (n., nur Singular)– hier: die christliche Kultur Europas

Rechtsextreme, -n (m./f.) – jemand, der ausländerfeindlich und nationalistisch denkt

Einwanderer, - (m.) – ein Mensch, der in ein anderes Land kommt, um dort zu leben

Anteil, --e (m.) – hier: ein bestimmter Teil im Vergleich zu einem Ganzen

Äußerung, -en (f.) – die Aussage; die Bemerkung

durch etwas auf|fallen – wegen etwas bemerkt werden; durch etwas Aufmerksamkeit bekommen

Nazi, -s (m.) – kurz für: der Nationalsozialist; eine Person, die für die Ideen des Nationalsozialismus ist

Migrationshintergrund (m., nur Singular) – die Tatsache, dass die Eltern oder Großeltern aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind

Extremist, -en/Extremistin, -nen – jemand, der eine extreme politische Meinung vertritt und oft bereit ist, Gewalt einzusetzen

um etwas gehen, es geht um etwas – hier: der Grund für etwas sein; wichtig sein

auf die Straße gehen – hier: demonstrieren

etwas blockieren – hier: im Weg stehen; dafür sorgen, dass jemand etwas nicht machen kann


Fragen zum Text

1. Die Pegida-Bewegung …
a) ist füreine Willkommenskultur in Deutschland.
b) ist fürden Nationalsozialismus.
c) will, dass weniger Menschen nach Deutschland kommen.

2. 6.000 Menschen waren auf der …
a) Gegendemonstration in Bonn.
b) Gegendemonstration in Dresden.
c) Demonstration gegen Islamisierung in Dresden.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Überall in Deutschland gibt es mehr Pegida-Demonstranten als Gegendemonstranten.
b) Politiker wollen nicht mit den Pegida-Anhängern reden.
c) Bei den Demonstrationen der Pegida sind nicht nur bekannte Rechtsextreme mit dabei.

4. Was kann man nicht in die Lücken einsetzen? „Viele Menschen in Dresden … den Demonstrationen der Pegida …“
a) nehmen an … teil.
b) machen bei … mit.
c) gehen bei … auf.

5. Was muss man in die Lücke einsetzen? „Die Gegendemonstration will …, dass Deutschland ausländerfreundlich ist.“
a) deutlich machen
b) falsch verstehen
c) erfolgreich sein

Arbeitsauftrag
Im Text erfährt man: Der Ausländeranteil in Dresden beträgt 4,7 Prozent, Der Anteil der Muslime in Sachsen beträgt 0,4 Prozent. Recherchiert die Zahlen für die anderen Bundesländer und Städte, wie zum Beispiel Bonn oder Düsseldorf. Was fällt euch auf? Diskutiert über die Zahlen.

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