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Top-Thema – Podcast

Die Grünen - eine neue Volkspartei?

Die Grünen sind schon lange keine reine Oppositionspartei mehr, deren Mitglieder lange Haare und Bärte haben. In manchen Regionen gilt die ehemalige Protestpartei sogar schon als neue Volkspartei.‎‎

Im Jahr 1980 zog die kurz zuvor gegründete Partei "Die Grünen" in ihren ersten Bundestagswahlkampf. Entstanden war die neue Partei aus der Umweltbewegung, der Anti-Atombewegung und aus sozialen Gruppierungen. Auch der Nato-Doppelbeschluss, der die Stationierung von amerikanischen Raketen in Europa vorsah, spielte eine entscheidende Rolle.

Die Grünen sahen sich damals als "Anti-Parteien-Partei" – Sie wollten mehr Demokratie und Gleichberechtigung in der Partei. Als die Grünen 1983 erstmals in den Bundestag einzogen, brachten sie mit ihrer bunten Kleidung Farbe in das Grau des Parlaments. Schon bei der Bundestagswahl 1990 schafften die westdeutschen Grünen allerdings die Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr – nur durch die Vereinigung mit der ostdeutschen Bürgerbewegung "Bündnis 90" konnten sie erneut in den Bundestag einziehen.

In den frühen 1990er Jahren orientierte sich die Partei inhaltlich neu: Während zahlreiche linke Politiker – die so genannten Fundis – die Partei verließen, kamen die so genannten Realos an die Macht. 1998 kamen die Grünen mit der SPD an die Regierung und brachen ein Tabu der Partei: Sie sprachen sich für eine Beteiligung der Bundeswehr am Kosovo-Krieg aus. Dies führte bei den Grünen zu einem großen Streit –1999 wurde der grüne Außenminister Joschka Fischer beim Parteitag zum Kosovo-Krieg sogar von einem Farbbeutel am Kopf getroffen.

Im Jahr 2005 kehrten die Grünen in die Opposition zurück. Bei der Wahl im Jahr 2009 erreichten sie mit 10,7 Prozent der Zweitstimmen ihr bisher bestes Wahlergebnis – seitdem steigt ihre Beliebtheit in den Umfragen ständig. In manchen Regionen gilt die grüne Partei schon als die neue Volkspartei – und hat der SPD längst den Rang abgelaufen.

Glossar

Grünen, die – (eigentlich: Bündnis 90/Die Grünen) eine politische Partei, die sich besonders für Umweltpolitik einsetzt

Opposition, die – die Parteien in einem Parlament, die nicht in der Regierung sind

Volkspartei, die – die beiden größten deutschen Parteien, die CDU und die SPD

in den Wahlkampf ziehen – Wahlkampf machen

Bewegung, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel hat

Anti- – gegen etwas/jemanden; das Gegenteil von etwas/jemandem

etwas stationieren – etwas an einem bestimmten Ort aufstellen

Rakete, die – eine Feuerwaffe, mit der aus der Luft angegriffen werden kann

etwas spielt eine Rolle – etwas ist wichtig

in etwas einziehen – hier: im Parlament sein

Fünf-Prozent-Hürde, die – das Erreichen von mindestens fünf Prozent der Stimmen bei einer Bundestagswahl, ohne die man nicht ins Parlament einziehen kann.

sich neu orientieren – hier: neue politische Ziele bestimmen

Fundi, der/die – ein Mitglied der "Grünen", das eine Regierungsbeteiligung ablehnt (≠ "Realos")

ein Tabu brechen – hier: etwas tun, das in einer Partei bisher als verboten galt

Parteitag, der – das Treffen einer Partei, bei dem wichtige politische Themen diskutiert werden

Farbbeutel, der – ein mit Farbe gefüllter Behälter

Zweitstimme, die – die Stimme, mit der ein Wähler bei der Bundestagswahl die Partei wählt

jemandem den Rang ablaufen – jemandem Konkurrenz machen



Fragen zum Text

1. Die Partei "Die Grünen" entstand unter anderem aus …

a) der ostdeutschen Bürgerbewegung.

b) der Umweltbewegung.

c) der Anti-Parteien-Bewegung.

2. 1990 wollten "Die Grünen" …

a) mehr Demokratie in der Partei erreichen.

b) mehr Farbe in den Bundestag bringen.

c) mehr als fünf Prozent der Wählerstimmen bekommen.

3. Deutschlands Beteiligung am Kosovo-Krieg …

a) sorgte für Streit in der Partei.

b) wurde von Außenminister Fischer nicht unterstützt.

c) führte zum "Bündnis 90".

4. Eine Partei, die keine Rolle spielt, ist …

a) eine Oppositionspartei.

b) eine unwichtige Partei.

c) eine Volkspartei.

5. Eine Partei, die einer anderen den Rang abgelaufen hat, …

a) ist in den Wahlkampf gezogen.

b) hat sich neu orientiert.

c) hat ein besseres Wahlergebnis erreicht.

Arbeitsauftrag

Bei der deutschen Bundestagswahl hat jeder Wähler eine Erst- und eine Zweitstimme. Informieren Sie sich im Internet (zum Beispiel auf http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/index.html) über die Bedeutung und Funktion der Erst- und Zweitstimme. Vergleichen Sie anschließend das deutsche Wahlsystem mit dem ihres Heimatlandes.

Autor/in: Bettina Marx/Lukas Völkel

Redaktion: Raphaela Häuser

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