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Champions League

Die gespenstische Borussia aus Dortmund

Borussia Dortmund kann nicht mehr gewinnen. Gegen Tottenham geht der BVB zu Hause erst in Führung - ausgerechnet durch Pierre-Emerick Aubameyang. Doch nach dem ersten Gegentreffer fällt das Team auseinander.

"Wehrhaft" - wenn man dieses etwas veraltete Wort nachschlägt, finden sich zwei Bedeutungen: "In der Lage, sich zu verteidigen" steht da zu lesen, und "gut befestigt". Weder das Eine noch das Andere findet sich im Moment in dem wieder, was Borussia Dortmund seine "Abwehr" nennt. Die Partie gegen Tottenham hat das erneut auf schmerzhafte Weise gezeigt.

1:0 führten die Gastgeber zur Pause. Pierre-Emerick Aubameyang hatte getroffen (31. Minute). Und das obwohl der Gabuner im ersten Spiel nach seiner Suspendierung aus disziplinarischen Gründennicht so wirkte, als wäre er mit rasendem Ehrgeiz unterwegs. 

So weit, so gut. Ein Erfolg in der bisher so schwachen Champions League-Saison hätte zur Entspannung bei Team, Trainer und Fans beitragen können. Tat es aber nicht, weil in der zweiten Halbzeit genau das passierte, was beim BVB zuletzt immer passiert: Fehler, leichte Ballverluste, die in der Folge schwach verteidigt werden.

Viel zu leicht für den Gegner

Fehler Nummer eins: Jeremy Toljan verliert den Ball auf der rechten Außenbahn. Delle Alli findet Harry Kane in der Mitte, und der erzielt aus 16 Metern den Ausgleich (48.). Die Hereingabe verhindern, den Abschluss abblocken, all das schien nicht unmöglich zu sein. Gelungen ist es der Abwehr des BVB nicht. Bezeichnend war die Reaktion auf den Rängen in Dortmund. Seltsame Stimmung kehrte ein, eine gewisse Unruhe, jedenfalls kein "Jetzt-erst-Recht"-Gefühl. Es war als würde die Fans eine böse Vorahnung beschleichen. Das Gefühl war richtig.

UEFA Champions League Borussia Dortmund - Tottenham Hotspur Tor Son (Reuters/W. Rattay)

So nah und doch so fern: die BVB-Abwehr ist nicht in der Lage Sons Siegtreffer zu verhindern

Fehler Nummer zwei folgte: Marc Bartra und Mario Götze lassen sich auf der rechten Abwehrseite vernaschen, wieder von Alli. Auf Höhe des Elfmeterpunkts ist es dieses Mal Heung-Min Son der den Ball stoppen darf, um ihn danach recht ungestört direkt in den rechten Torwinkel zu zirkeln (76.). Es ist der Treffer, der Dortmunds 1:2 (1:0)-Niederlage besiegelt. Damit ist der BVB zum ersten Mal seit sechs Jahren in der Gruppenphase der Champions League gescheitert.  

Viel Druck im Revierderby  

"Nach dem 1:1 hat den Spieler das Vertrauen gefehlt, weiter Fußball zu spielen", analysierte BVB-Coach Peter Bosz im Anschluss, "vielleicht war es die Angst, weiterhin nach vorne zu spielen." Eine schlüssige Erklärung, warum sein Team sich so viele Fehler leistet und nach dem ersten Gegentor in sich zusammenfällt, konnte er nicht liefern.

Aber Bosz weiß genau, was am Samstag im Duell mit dem FC Schalke 04 erwartet wird: "Wir müssen das Derby gewinnen", sagte der Niederländer trocken. "Das ist auch für meine Position als Trainer wichtig."

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