″Die Geschichte der Bienen″ ist das meistverkaufte Buch des Jahres | Bücher | DW | 03.01.2018
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Bücher

"Die Geschichte der Bienen" ist das meistverkaufte Buch des Jahres

Kein Roman ging 2017 so oft über die Ladentheke wie der Roman der Norwegerin Maja Lunde. Damit verwies die relativ unbekannte Autorin gestandene Schriftsteller wie Dan Brown oder Daniel Kehlmann auf die hinteren Plätze.

Es geht um einen neuartigen Bienenstock im 19. Jahrhundert, um einen Imker, der 2007 das Sterben seiner Bienenvölker erleben muss und schließlich um die Bestäubung der Pflanzen durch den Menschen im Jahr 2098 - denn Bienen gibt es dann längst nicht mehr. In ihrem Roman "Die Geschichte der Bienen" knüpft Maja Lunde in drei Erzählsträngen ein unsichtbares Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen und stellt dabei eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen?

Laut der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste von Media Control für das "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" ist Lundes im März 2017 veröffentlichtes Erstlingswerk für erwachsene Leser mit 350.000 Exemplaren das "meistverkaufte Buch des Jahres". Bis dato war die Autorin nur in der Kinder- und Jugendbuchliteratur unterwegs.

Klimawandel, Umweltzerstörung, Digitalisierung und Globalisierung beschäftigen Autoren und Leser derzeit gleichermaßen, stellt auch unsere Rezensentin fest, die nicht nur Maja Lundes Werk, sondern noch zwei weitere Romane vorstellt, die mit einem Blick in die Zukunft darauf reagieren.

Maja Lunde (Oda Berby)

Maja Lunde traf mit ihrer Geschichte über die Bienen den Nerv der Zeit

Beliebt: Verschwörungen und die Suche nach dem Sinn des Lebens

Auf Platz 2 der Bestsellerliste steht mit Dan Brown ein altbekannter Star-Autor. Sein im Oktober erschienener Krimi "Origin" steht ganz im Zeichen früherer Erfolge wie "Illuminati" oder "Sakrileg" und kommt nicht ohne große Verschwörung aus, die das Schicksal der Menschheit verändern könnte. Auf dem dritten Platz findet sich der Longseller "Das Café am Rande der Welt" von John Strelecky wieder. Der bereits 2007 erschienene Roman, in dem der Protagonist den Sinn des Lebens sucht, wurde mittlerweile über 1,2 Millionen Mal verkauft. Sebastian Fitzek, der erfolgreichste deutsche Autor in diesem Jahr, landet mit seinem neuen Thriller "AchtNacht" auf Platz 4.

Zu den großen Erfolgen 2017 gehört auch "Homo Deus", in dem der israelische Historiker Yuval Noah Harari vor den Folgen zu großer Technologie-Hörigkeit warnt. Harari hatte bereits 2015 mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" viel Aufsehen erregt. Der Nachfolgetitel liegt auf Platz 5 der Jahrescharts und wurde außerdem Wissensbuch des Jahres und erhielt den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis.

Gesundheit und Ernährung ​sind beliebte Ratgeber-Themen

In der Sparte der Sachbücher greifen die Leser vor allem zu Büchern, die sich mit Gesundheits- und Lebensfragen beschäftigen. 2017 rückte ein Longseller auf Platz 1, der schon 2016 gute Absatzzahlen verzeichnete: Eckart von Hirschhausens Buch "Wunder wirken Wunder" ist bislang rund 500.000 Mal verkauft worden. Es folgt Peter Wohlleben mit "Das geheime Leben der Bäume". Der Förster ist gleich dreimal in den Top 25 vertreten: Sein Titel "Das geheime Netzwerk der Natur" kam auf Platz 4.Bei Ratgebern fanden sich Ernährungsbücher auf den vorderen Plätzen wieder: Platz 1 eroberte das Team um die Medizinerin Anne Fleck mit "Die Ernährungs-Docs". Auf Rang 2 landete der britische Starkoch Jamie Oliver mit "Jamies 5-Zutaten-Küche".

Buchbranche im Abwind? 

Buchcover Die Geschichte der Bienen

"Die Geschichte der Bienen" verkaufte sich 2017 350.000 Mal

Insgesamt entwickelte sich der Buchmarkt in Deutschland verhalten, so die Konsumforscher des größten deutschen Marktforschungsinstitus GfK. Leseratten und Bücherwürmer würden immer älter. Die über 70-Jährigen seien mittlerweile die größte Käufergruppe; die Zahl der Buchkäufer ginge kontinuierlich zurück.

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, sieht das jedoch nicht pessimistisch. "Wir halten den Branchenumsatz seit etwa zehn Jahren stabil", sagte er - und das trotz zunehmender Medienkonkurrenz. Immerhin hätten laut einer 2016 veröffentlichten Studie 60 Millionen Bundesbürger 2015 mindestens ein Buch pro Jahr gelesen und 30 Millionen sogar zehn und mehr Bücher pro Jahr.

suc/bb (dpa, kna)

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