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Sport

Die Freundschaft ruht

Für beide geht es gleich um alles: Tunesien und Saudi Arabien sind die großen Außenseiter in der Gruppe H, nur wer das arabische Bruderduell am Mittwoch gewinnt, hält sich eine Chance auf den Achtelfinal-Einzug offen.

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Sami Al-Jaber, Rekordspieler und -torjäger in Saudi Arabien

Die traditionelle Freundschaft beider Länder wird deshalb für 90 Minuten ruhen. "Wir sind zwar arabische Brüder - aber nicht im Fußball", betonen die Tunesier unisono. Doch der wichtigste Spieler der Nordafrikaner, Stürmerstar Silva Dos Santos, fällt verletzt aus. Dos Santos traf in 28 Länderspielen 18-mal, und in Tunesien befürchten viele, dass kein Spieler im Kader der "Adler von Karthago" in die Rolle des Torjägers schlüpfen kann.

Das Ziel heißt Achtelfinale

Somit wird das Spiel gegen die Saudis ein Prüfstein, zumal deren brasilianischer Coach Marcos Paquetá mit seinem Team viel vorhat: "Ich will nicht nur Teilnehmer sein, sondern ich will ins Achtelfinale." Und damit das gelingt, will Verbandspräsident Prinz Sultan Bin Fahad Bin Abdul Aziz auf seine Weise nachhelfen: Für jedes Spiel bei der WM in Deutschland erhält jeder Spieler umgerechnet etwa 21.000 Euro, für den Achtelfinaleinzug gäbe es zusätzlich etwa 63.000 Euro.

Tunesien hat bei einer WM-Endrunde erst ein einziges Mal ein Spiel gewonnen, gleich bei der Premiere 1978, als man beim 3:1 gegen Mexiko als erstes afrikanisches Team überhaupt einen WM-Sieg einfuhr. Dennoch scheiterte die Mannschaft damals in der Vorrunde. Entsprechend klar formuliert ist das Ziel 2006: Achtelfinale! "Wir haben einen Traum und dafür arbeiten wir hart. Und vielleicht geht dieser Traum ja schon dieses Mal in Erfüllung", sagt Trainer Roger Lemerre, der erst am Sonntag seinen Vertrag beim Afrikameister von 2004 um zwei Jahre verlängert hat.

Eine schlimme Erinnerung

Während Tunesiens Stürmerstar die Partie von der Bank aus verfolgen muss, hat sich sein saudi-arabisches Pendant rechtzeitig von einer Knieverletzung erholt. Sami Al-Jaber, Rekordspieler und -torjäger seines Landes, hat die "Brasilianern des Orients" mit drei Toren in der entscheidenden Qualifikations-Phase überhaupt erst nach Deutschland geschossen. Und der Angreifer ist sich sicher, dass sein Team die Schmach von 2002, als man nach dem 0:8 zum Auftakt gegen Deutschland auch gegen Kamerun und Irland ohne eigenes Tor verloren, vergessen machen wird.

"Das ist immer noch ein großes Thema bei uns zu Hause und eine schlimme Erinnerung. Aber ich bin mir sicher, dass das Team viel weiter ist als vor vier Jahren", sagt Al-Jaber. Der 35-Jährige träumt mit seinem ganzen Land von der Wiederholung des Coups von 1994, als Saudi Arabien mit Al-Jaber das Achtelfinale erreichte. (fb)

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