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Aktuell Amerika

Die First Lady als Star

Mit viel Herzblut hat Michelle Obama auf dem Parteitag der US-Demokraten um die Wiederwahl ihres Mannes als Präsident geworben. In ihrer Rede betonte sie stark die einfachen Verhältnisse, aus denen sie beide stammen.

Mit einer emotionalen Rede über ihre persönliche Familiengeschichte hat sich die amerikanische First Lady Michelle Obama für die Wiederwahl ihres Ehemannes stark gemacht. Barack Obama verdiene eine zweite Amtszeit, weil er die Lösung sozialer Probleme nicht als Politik ansehe, sondern persönlich nehme, sagte die 48-Jährige beim Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina). Beide kämen aus kargen Verhältnissen und wüssten, was wirtschaftlich strauchelnde Amerikaner durchmachten. "Barack kennt den amerikanischen Traum, weil er ihn gelebt hat - und er will, dass alle in diesem Land die gleichen Chancen haben." Michelle Obama setzte damit einen Kontrapunkt zum Leben des republikanischen Präsidentschaftskandidaten und Multimillionärs Mitt Romney.

Die Ansprache war seit Tagen mit Spannung erwartet worden und wurde live von allen großen Fernsehsendern gezeigt. Obamas Wahlkampfteam hoffte, mit dem Auftritt der populären Präsidenten-Gattin entscheidende Sympathiepunkte zu sammeln.

Auf dem dreitägigen Parteitag sollen auch die früheren Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter, sowie Minderheiten-Vertreter und Stars für Barack Obama werben. Er selbst wird an diesem Mittwoch in Charlotte erwartet, zum Abschluss des Politspektakels am Donnerstag (jeweils Ortszeit) hält er dann seine Nominierungsrede. Neben Obama wollen die Demokraten auch dessen Vizepräsidenten Joe Biden für die Wahl am 6. November aufstellen. Die oppositionellen Republikaner hatten ihre Kandidaten Mitt Romney und Paul Ryan schon in der vergangenen Woche gekürt.

Parteitags-Delegierte mit Hut (Foto: Reuters)

Barack Obama - sogar auf dem Hut: eine Parteitagsdelegierte aus Mississippi

"Unterschiedliche Pfade"

Unter dem großen Jubel der Delegierten verabschiedeten die Demokraten am Dienstag auch ihr Parteiprogramm. Darin unterstützen sie das Vorhaben Obamas, die Steuern für Großverdiener zu erhöhen. Für 98 Prozent der Bevölkerung sollten die Steuern allerdings gleichbleiben, heißt es in dem Papier. Die Republikaner haben sich hingegen darauf festgelegt, die Steuern für keine Einkommensgruppe zu erhöhen.

Barack Obama und Mitt Romney (Foto: dapd)

Obama oder Romney: Wer macht das Rennen im November?

Im Gegensatz zu den Republikanern befürworten die Demokraten auch die gesetzliche Gleichbehandlung homosexueller Paare. Weder der Bund noch einzelne Bundesstaaten sollten dieses Recht zunichte machen dürfen. In dem Demokraten-Programm wird zudem das Recht der Frauen bekräftigt, selbst über eine Abtreibung zu entscheiden. "Es gibt keinen Raum für Politiker oder die Regierung, sich einzumischen", so die Obama-Partei. Romneys Republikaner lehnen Abtreibungen kategorisch ab.

Im Programm der Demokraten heißt es schließlich auch zusammenfassend: Bei der Präsidentenwahl in zwei Monaten handele es sich eine Abstimmung über "zwei fundamental unterschiedliche Pfade für unser Land und unsere Familien".

16 Billionen Dollar

Zum Auftakt des Wahlparteitags der US- Demokraten wurde bekannt, dass die Staatsverschuldung der USA die Marke von 16 Billionen Dollar überstiegen hat. Die Republikaner nutzten den neuen Schuldenrekord, um Obama an sein Wahlversprechen von vor vier Jahren zu erinnern, die Staatschuld bis 2012 zu halbieren. Der Chef des Repräsentantenhauses, John Boehner, sagte, statt das Versprechen zu erfüllen, habe Obama ein "Ausgaben-Gelage" veranstaltet. Auswirkung auf die Schuldenentwicklung hatten vor allem die fortdauernden Kosten der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan sowie der Kampf gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise.

sti/wa (dpa, afp, rtr, dapd)