1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Die fetten Jahre sind vorbei

Wie leben die Deutschen im Jahr 2020? Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski vom Freizeit-Forschungsinstitut in Hamburg wagt wissenschaftliche Prognosen.

default

Was bringt die Zukunft Deutschlands?

Unangenehme Erkenntnis: Der Wohlstand der Deutschen wird in den nächsten 16 Jahren sinken. Zu diesem Ergebnis kam Horst W. Opaschowski in seiner Studie "Deutschland 2020", die er und sein Forschungsteam am 9. Juni in Berlin vorstellten. Mittels wissenschaftlicher Daten und repräsentativer Umfragen haben sie einen Blick in die Zukunft der Bundesrepublik gewagt: Auf den mehr als 500 Seiten treffen er und sein Team Prognosen über die Lebensverhältnisse, das Konsumverhalten, die Mediennutzung und das Werteverständnis der Deutschen im Jahr 2020.

Zurück zur Eigenverantwortung

Bei seinem wissenschaftlichen Blick in die Kristallkugel sieht Opaschowski den langsamen Abschied vom deutschen Wohlfahrtstaat: "Auf der einen Seite ist kein schnelles Ende der andauernden Strukturkrise mit spürbaren Folgen für die Sozialversicherungssysteme in Sicht", heißt es. "Andererseits wächst die Bereitschaft der Bürger, sich vom Obrigkeitsstaat als Macher, Versorger und Verteiler zu lösen und statt auf staatliche Leistungen mehr auf Eigenleistungen zu vertrauen."

Mehr Leistung

BAT Studie Deutschland 2020

Studie Deutschland 2020

Fazit: Die Bundesbürger werden im Jahr 2020 selbstständiger sein und mehr Verantwortung für ihr Leben tragen - das Anspruchsdenken gegenüber dem Staat hat endgültig ausgedient. In der Folge nehme auch die Leistungsorientierung laut Opaschowski wieder deutlich zu.

Größte Sorgenkinder der Deutschen bleiben auch in den kommenden Jahren Arbeitslosigkeit, Gesundheitsvorsorge und die Kriminalität. 83 Prozent der Bürger fürchten sich vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Diese Ängste lassen andere Zukunftsprobleme wie Umweltschutz, Bildungskrise und oder weltweite Epidemien in den Hintergrund treten.

Schlechte Noten für die Politik

Ein schlechtes Zeugnis stellt der Zukunftsforscher den politischen Parteien aus. Sie hätten es bisher nicht geschafft, den Bürgern einen konkreten Zukunftsplan vorzulegen - die bisherigen Programme böten allenfalls Stückwerk: "Zukunft soll für die ja nicht die große Vision für die nächsten dreißig Jahre sein, sondern eigentlich wollen die Bürger so eine Art Stufenplan sehen." Die Menschen wollten eben wissen, worauf sie sich 2005 oder 2010 einzurichten hätten, doch diese Planungssicherheit böte die Politik ihren Bürgern nicht. "Wir erfahren täglich was geht, aber wir wollen eigentlich hören wohin es geht."

Die Menschen in Deutschland blicken sorgenvoller als früher in die Zukunft. Allerdings, und das ist auch ein Befund der Studie, wächst das Vertrauen, das eigene Leben wieder aktiver gestalten zu können. Und das, so Opaschowski, sei ein ermutigender Trend für die Zukunft.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links