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Fußball

Die Favoriten sind ohne Mühe weiter

Diesmal gaben sich die Bundesligisten keine Blöße: Schalke, Bremen und Hoffenheim setzten sich gegen Zweitligisten durch, Bayern deklassierte Frankfurt. Am Dienstag dagegen hatte es einige Überraschungen gegeben.

Schalkes Spieler Rafinha bejubelt sein Tor im DFB-Pokalspiel bei 1860 München (AP Photo/Christof Stache)

Rafinha steht mit Schalke im Viertelfinale

Miroslav Klose nach seinem 1:0 im Pokal gegen Eintracht Frankfurt (AP Photo/Michael Probst)

Ich bin wieder da! Klose trifft zweimal für Bayern

So blamabel es am Dienstag für Stuttgart und Dortmund gelaufen war, so souverän lösten Schalke, Bremen, Hoffenheim und Bayern am Mittwoch ihre Aufgaben im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Mit der ersten echten Gala unter Louis van Gaal hat der FC Bayern souverän das Viertelfinale erreicht. Nach schwachen Auftritten in den vergangenen Wochen zeigten die Bayern beim lockeren 4:0 (3:0) bei Eintracht Frankfurt eine ausgezeichnete Leistung und untermauerten zumindest in einem Wettbewerb ihre Titelambitionen. Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena sorgte Nationalstürmer Miroslav Klose mit einem Doppelpack (14./19.) früh für klare Verhältnisse. Der zuletzt in die Kritik geratene Jungstar Thomas Müller erhöhte noch vor der Pause auf 3:0 (29.), ehe Luca Toni nach dem Seitenwechsel per Flugkopfball das 4:0 (52.) erzielte.

Bayern-Trainer van Gaal verzichtete fünf Tage nach dem engen Bundesliga-Duell (2:1) zunächst auf den 30-Millionen-Neuzugang Mario Gomez. Mittelfeldstar Franck Ribery fehlte weiterhin verletzt, der Niederländer Arjen Robben saß wegen Trainingsrückstands nur auf der Bank.

Im Gegensatz zum Bundesliga-Duell der beiden Teams am vergangenen Samstag, in dem der FC Bayern erst in der Schlussminute den 2:1-Siegtreffer erzielte, gab es diesmal einen echten Klassenunterschied zwischen den Ligakonkurrenten. "So stelle ich mir das vor", war denn auch Bayern-Manager Uli Hoeneß endlich zufrieden mit seiner Mannschaft.

Eine gute Halbzeit reichte

Hoffenheims Vedad Ibisevic (re.), im Zweikampf mit dem Koblenzer Matej Mavric (AP Photo/Daniel Maurer)

Lange heiß umkämpft, dann deutlich: Hoffenheim gegen Koblenz

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ist 1899 Hoffenheim zum dritten Mal ins Viertelfinale eingezogen. Das Team von Trainer Ralf Rangnick ("Wir haben in der zweiten Halbzeit die Schlagzahl erhöht") bezwang den Zweitliga-Drittletzten TuS Koblenz mit 4:0 (0:0). Kapitän Sejad Salihovic brachte Hoffenheim mit einem direkt verwandelten Freistoß (50.) mit 1:0 in Führung. Torjäger Vedad Ibisevic (67.) erhöhte mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:0, ehe Sturmpartner Maicosuel (71.) nach einem Konter und Marvin Compper per Kopfball (90.) den 4:0-Endstand markierte.

Ein Lehrstück für Kaiserslautern

Bremer Jubel nach dem 3:0 gegen Kaiserslautern im Achelfinale des DFB-Pokals(AP Photo/Axel Heimken)

Locker in die nächste Runde: Werder Bremen

Der sechsmalige Pokalsieger aus Bremen setzte sich im heimischen Weser-Stadion sicher mit 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern durch. Schalke hatte beim 3:0 (1:0) bei 1860 München ebenfalls keine Mühe.

Ohne den verletzten Torjäger Claudio Pizarro und einige weitere Stammkräfte ließen die Bremer nichts anbrennen gegen die wiedererstarkten Pfälzer. Die in die Startelf hinein rotierten Edel-Reservisten Petri Pasanen (28. Minute) und Tim Borowski (39.) sorgten vor 26 000 Besuchern schon bis zur Halbzeitpause für klare Verhältnisse. Nach dem Wechsel entschied der eingewechselte Amateur Torsten Oehrl (76.) die Partie endgültig. Den Verlierern blieb nur die Anerkennung der Bremer Leistung. "Wir müssen daraus lernen", erklärte FCK-Trainer Marco Kurz nach der Partie, "wir waren chancenlos und konnten nie Paroli bieten."

Weiterkommen zur Schuldentilgung

Alexander Ludwig (1860 MÜnchen/mi.) im Kampf um den Ball mit Schalkes Zambrano (re.) und Holtby (Foto: ap/Matthias Schrader)

Kein Durchkommen für die Löwen gegen Schalke

Die Schalker taten sich in München allenfalls in den ersten Minuten schwer. Nach einer halben Stunde erarbeitete sich der Bundesligist gegen 1860 eine sichtbare Überlegenheit, die der Brasilianer Rafinha in der 41. Minute zum 1:0 für sein Team nutzte. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte der deutsche U 21-Europameister Benedikt Höwedes (48.) auf 2:0. Der Abwehrmann setzte in der 81. Minute dann auch den Schlusspunkt mit seinem zweiten Treffer. "Wir konnten das locker runterspielen und haben verdient gewonnen. Natürlich haben wir mehr Qualiät als die Löwen, und wir haben das gut gemacht", analysierte Torhüter Manuel Neuer. Der zweifache Torschütze Höwedes sprach von einem "wichtigen Sieg. Wir sind einer Meinung mit dem Trainer und wollen ins Finale."

Für die Schalker ist das Weiterkommen in ihrer momentanen wirtschaftlichen Situation fast schon überlebenswichtig. Vor wenigen Tagen erst war bekannt geworden, dass zu den 137 Millionen Euro bekannten Schulden offenbar noch weitere 100 Millionen hinzukommen. Allein das Erreichen des Viertelfinales ist rund 1,5 Millionen Euro wert.

Galgenfrist für Babbel - trotz des Ausscheidens

Stuttgarts Trainer Markus Babbel ist enttäuscht (AP Photo/Matthias Schrader)

Nächstes Ultimatum: Bayern! Stuttgarts Trainer Babbel

Der Dienstag brachte einen ungemütlicher Abend für Markus Babbel, den Trainer des VfB Stuttgart. Doch auch nach der 0:1-Blamage gegen den Zweitligisten Greuther Fürth darf Babbel bleiben - vorerst. Sein nächster Bewährungstermin: am Samstag gegen den FC Bayern. "Wir haben die Situation analysiert und werden weiter an dem Trainer-Team festhalten", beteuerte VfB-Sportvorstand Horst Heldt am Tag nach dem Pokal-Aus. "Markus Babbel vermittelt den Eindruck, dass er es kann. Es gibt keine Frist für ihn."

Es war die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge: In der Liga auf Platz 14 abgerutscht. In der Champions League kaum mehr Chancen, das Achtelfinale zu erreichen. Und nun das Pokal-Aus. Für einen Verein, der in der vergangen Saison noch um den Meister-Titel mitgespielt hat, zu wenig. Das weiß auch Markus Babbel. Die Fürther nutzten gleich ihren ersten gefährlichen Angriff zum Führungstor (32.). In der letzten Viertelstunde hätte Stuttgart den Ausgleich machen müssen, aber die Angst vor dem Aus lähmte die Spieler. "Wir haben wieder unsere vielen Chancen nicht genutzt. Wir müssen wieder das Salz in der Suppe finden - sprich die Tore", sagte ein ratloser Babbel.

Effektiv und abgeklärt

Osnabrüks Alexander Schnetzler (li.) und Angelo Barletta feiern ihren Sieg über Borussia Dortmund (AP Photo/Axel Heimken)

Osnabrücker Jubel nach dem 3:2 gegen Dortmund

Fürth war nicht der einzige Überraschungssieger am Dienstagabend. Noch beeindruckender war der Sieg von Drittligist Osnabrück gegen Dortmund. Besonders die Chancenverwertung der Gäste war erstklassig. Dreimal vor dem Tor, dreimal war der Ball drin. Der BVB hatte anfangs die Partie dominiert. Wie aus dem Nichts gelang den Osnabrückern der überraschende Führungstreffer. Mannschaftskapitän Angelo Barletta war zunächst mit einem spektakulären Fallrückzieher erfolgreich (37.). Kurz darauf legte er mit einem Kopfball sogar noch ein Tor nach und verwandelte das Stadion in ein Tollhaus.

Auch vom Anschlusstreffer (55.) ließ sich die Mannschaft von Karsten Baumann nicht verunsichern und legte nach (69.). Das zweite Tor der Dortmunder in der Nachspielzeit (90.+1) kam zu spät. "Die Mannschaft hat leidenschaftlich und mutig gespielt", jubelte Osnabrücks Manager Lothar Gans.

Klassenunterschied

Kölns Milivoje Novakovic setzt sich gegen mehrere Trierer Spieler durch (AP Photo/Hermann J. Knippertz)

Torschütze Novakovic (m.)

Vor dem Spiel gegen Köln war bei Regionalligist Eintracht Trier die Euphorie noch groß gewesen. Denn im DFB-Pokal hatte man zuvor Hannover und Bielefeld rausgekickt und sich dadurch den Ruf als Favoritenschreck erarbeitet. Aber Köln war dann doch eine Nummer zu groß.

Zur Halbzeit führten die Gäste schon mit zwei Toren, der gut aufgelegte Maniche markierte dann noch das 3:0. Erstmals seit sieben Jahren hat der FC damit wieder im DFB-Pokal die Runde der letzten Acht erreicht. "Wir haben von der ersten Minute das gezeigt, was wir machen wollten", meinte Lukas Podolski. "Wir hätten nur noch ein, zwei Tore mehr machen müssen." Trier dagegen wurde wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. "Köln hat uns in der einen oder anderen Situation gezeigt, warum es eine erste und eine vierte Liga gibt", meinte Basler.

In der Partie zwischen Augsburg und Duisburg, trafen der Tabellen-Siebte und der Neunte der zweiten Liga aufeinander. Aber das Spiel war alles andere als ausgeglichen. Die Heimmannschaft war das klar bessere Team. Ein Eigentor in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit brachte die überfällige Führung. Nach der Pause waren die Augsburger dann wesentlich erfolgreicher im Abschluss – 5:0 (1:0) lautete das Endergebnis. Damit steht der Verein zum ersten Mal in seiner Geschichte im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Die Runde der letzten Acht wird am Sonntag ausgelost und am 09./10. Februar 2010 ausgespielt.

Autoren: Tobias Oelmaier/Sarah Faupel (mit sid/dpa)

Redaktion: Olivia Fritz

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