1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Die fast gescheiterte Hinrichtung

Der Giftcocktail hatte nicht gewirkt: In Oklahoma wurde eine Hinrichtung zum qualvollen Todeskampf. Für die Gegner der Todesstrafe Anlass zu neuen Protesten. Auch das Weiße Haus äußerte sich kritisch.

Die US-Regierung hat die qualvolle Hinrichtung eines Mannes im Bundesstaat Oklahoma als nicht vereinbar mit menschlichen Standards bezeichnet. Der Sprecher von Präsident Barack Obama, Jay Carney, sagte, Hinrichtungen müssten "human ausgeführt" werden. Diesem Standard sei in dem Fall in Oklahoma nicht genügt worden.

Die Exekution des wegen Mordes verurteilten Clayton Lockett in der Haftanstalt von Oklahoma City war laut Gefängnisverwaltung am Dienstag nach wenigen Minuten gestoppt worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab und die Mittel nicht in den Blutkreislauf des Todeskandidaten gelangten. 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung habe Lockett dann einen Herzinfarkt erlitten. In der Zwischenzeit rang Lockett nach Luft, bäumte sich auf und wand sich im Todeskampf vor Schmerz, wie Medien berichteten.

Andere Exekution verschoben

Die für etwa anderthalb Stunden später geplante Hinrichtung von Locketts Mitgefangenem Charles Warner wurde nach dem Vorfall um zwei Wochen verschoben. Der US-Bundesstaat hatte erstmals seit 80 Jahren zwei Hinrichtungen an einem Tag angesetzt. Warners Anwältin Madeline Cohen erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. "Clayton Lockett wurde zu Tode gefoltert", erklärte die Juristin. Sie forderte eine Untersuchung und eine Obduktion. Zugleich erneuerte sie die Forderung nach "vollständigen Informationen" über Zusammensetzung und Herkunft der Substanzen der Giftmischung.

ml/wl (afp,rtr)