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Europa

Die EU und die Zypern-Frage

Es besteht kein Zweifel: Zypern gehört zu den Spitzenreitern unter den EU-Beitrittskandidaten. Aber auch "Klassenbesten" haben manchmal ihre Probleme.

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Demarkationslinie auf Zypern

Die Insel vor der türkischen Südküste erhält vor Ungarn und Slowenien schon zum dritten Mal die besten Noten bei der Vorstellung der so genannten Fortschrittsberichte. Darin wird auf Hunderten von Seiten penibel aufgelistet, wie weit es den insgesamt 12 Aspiranten auf einen Dauer-Platz am Tisch der 15 EU-Staaten gelungen ist, sich dem EU-Gemeinschaftsrecht anzupassen. Und Zypern hat die Nase vorn, ob es um Fragen der Justiz geht, um die Angleichung der Verwaltung an EU-Standard oder um die Agrarwirtschaft - in allen sensiblen Bereichen der EU-Regelwerke schneidet Zypern so gut ab, dass in Brüssel klar ist: Wenn Zypern nicht beitrittsfähig ist, welcher der übrigen 9 ernsthaften Kandidaten sollte es dann sein.

Zypern-Problem bedroht EU-Erweiterung

Doch auch die "Klassenbesten" haben unabhängig von ihren "schulischen Leistungen" manchmal Probleme. Und Zypern hat ein massives Problem, so massiv, dass Beobachter in Brüssel bereits fürchten, dass die gesamte Erweiterung der Europäischen Union daran scheitern könnte: Seit 1974 ist die Insel geteilt - in einen griechischen und einen türkischen Teil. Nach wie vor ist die Frage ungelöst, wie bei einer Aufnahme des Landes mit dieser Teilung umgegangen wird. Zwar haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU bei ihrem Gipfel in Helsinki vor zwei Jahren darauf geeinigt, dass die Überwindung der Teilung nicht mehr als politische Vorbedingung für eine Mitgliedschaft gelten solle. Nach dem Muster des geteilten Nachkriegsdeutschland wäre dann nur im griechischsprachigen Südteil der Insel das EU-Recht gültig. Erwartet hatte man sich von dem Beschluss in Helsinki, dass die Zeit schon alles richten werde, und die Friedengespräche unter Vermittlung der UNO Wirkung zeigten.