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Aktuell Nahost

Die ersten deutschen Waffen sind im Irak angekommen

Verzögerte Einreise für die Ausbilder, technische Probleme bei den Transportmaschinen: Nach einer langen Pannenserie sind die ersten deutschen Waffenlieferungen endlich im Irak eingetroffen.

Die deutsche Unterstützung für die Kurden im Nordirak ist angelaufen. Nach einem Ausbildungsteam traf auch die erste deutsche Waffenlieferung für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in der Kurdenhauptstadt Erbil ein. Die Panzerfäuste, Gewehre und Munition sollen der kurdischen Peschmerga-Armee übergeben werden. Deutschland will insgesamt 10 000 Kämpfer ausrüsten.

Die erste deutsche Waffenlieferung war mit deutlicher Verspätung gestartet. Wegen einer technischen Panne hob ein niederländisches Transportflugzeug mit 27 Tonnen Waffen und Munition zwölf Stunden später als geplant vom Flughafen Leipzig (Artikelbild) ab. Die Maschine hatte 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 Gewehre und 20 Maschinengewehre an Bord. Nach einem Zwischenstopp auf der britischen Basis Akrotiri auf Zypern ging es weiter nach Erbil.

Ausbilder ebenfalls eingetroffen

Kurz zuvor waren auch die dafür zuständigen Ausbilder der Bundeswehr nach einer Serie von Verzögerungen in Erbil gelandet. Die sechs Fallschirmjäger und ein Sanitäter sollen die kurdische Kämpfer im Umgang mit den deutschen Waffensystemen schulen. Die Bundeswehrangehörigen waren bereits am vergangenen Freitag in den Irak aufgebrochen. Die Maschine hatte aber wegen eines Defekts im bulgarischen Burgas zwischenlanden müssen, wo die Soldaten fortan festsaßen. Weil die eigentlich vorgesehene Transall-Maschine der Bundeswehr defekt war, musste sie laut Einsatzführungskommando zunächst gegen eine und dann noch einmal gegen eine andere Transportmaschine getauscht werden. Die vierte Maschine brachte die Bundeswehrangehörigen nun zum Ziel. Zeitweise lag auch keine Einfluggenehmigung seitens der irakischen Behörden vor. Dieses Problem konnte aber gelöst werden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte Erbil wenige Stunden vor der Landung von Waffen und Ausbildern wieder verlassen. Sie sagte den Kurden bei einem Überraschungsbesuch langfristige Solidarität für ihren Kampf gegen die Terrormiliz IS zu. Zugleich versprach sie weitere Unterstützung für die Hunderttausende Flüchtlinge im Nordirak.

Garvierende Mängel bei der Bundeswehr

Während sich von der Leyen im Irak aufhielt, hatte in Berlin ein umfangreicher Mängelkatalog für Aufregung gesorgt. Dieser listet defektes Gerät bei der Bundeswehr auf. Die Aufstellung habe "gravierende Mängel offenbart", sagte Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger. Vertreter der Linken nannten es einen Skandal, dass die Bundeswehr trotz des aufgeblähten Verteidigungsetats nur "bedingt einsatzfähig" sei. SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels forderte angesichts der Probleme eine Nachbesserung der Bundeswehrreform. "Es ist nicht gut, dass die Truppe nur 70 Prozent der Ausrüstung hat, die sie für ihre geplante Stärke eigentlich bräuchte", sagte Bartels.

Der frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr verfügt, dass nicht mehr jede Truppeneinheit die volle Zahl etwa an Panzern erhält.

cr/pg (dpa, afp)