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Londoner Polizei

Die erste Frau an der Spitze von Scotland Yard

Cressida Dick hat eine schwere Aufgabe vor sich: Terrorgefahr, Budgetkürzungen, Staatsbesuche. Ihre Unterstützer sind sicher, dass sie die Richtige für den Job ist. Es gibt aber auch Kritiker.

Die Londoner Polizei, vielen besser bekannt als Scotland Yard, wird zum ersten Mal in ihrer 188-jährigen Geschichte von einer Frau geführt. Cressida Dick trat am Montag den Dienst als neue Chefin an - und hatte gleich an ihrem ersten Arbeitstag eine schwere Aufgabe vor sich.

Die 56-Jährige besuchte die Beerdigung von Keith Palmer, dem Polizisten, der beim Terroranschlag in der Nähe des Londoner Parlaments vergangenen Monat erstochen worden war. Vier weitere Menschen wurden getötet, etwa 50 verletzt - die Vermeidung weiterer Anschläge wird im Mittelpunkt von Dicks Arbeit stehen.

Zudem rollt ein Großereignis auf sie zu: US-Präsident Donald Trump wird die britische Hauptstadt in der zweiten Jahreshälfte besuchen. Es werden massive Proteste erwartet, die es zu sichern gilt.

Außerdem wird Dick einen strengen Sparkurs verfolgen müssen: Das Scotland-Yard-Budget in Höhe von drei Milliarden Pfund muss um 400 Millionen gekürzt werden.

Dick stammt aus einer Akademikerfamilie aus Oxford, studierte zunächst Land- und Forstwirtschaft. Anfang der 1980er wurde sie dann Streifenpolizistin, studierte Kriminologie in Cambridge und stieg stetig auf - zuletzt war sie für das Außenministerium tätig. Doch komplett makellos verlief ihre Karriere nicht.

Nachdem 2005 in London 56 Menschen bei Bombenanschlägen starben, erschossen Polizisten einen unschuldigen Brasilianer, den sie für einen der Attentäter hielten. Dick war zu diesem Zeitpunkt Einsatzleiterin und musste eine Menge Kritik einstecken. Eine Untersuchungskommission sprach sie später von Schuld frei.

Generell wird Dick von den meisten ihrer Kollegen respektiert und gilt als eine der besten Ermittlerinnen des Landes. Und trotzdem bekommt sie mit 230.000 Pfund pro Jahr rund 40.000 Pfund weniger Gehalt als ihr Vorgänger Bernard Hogan-Howe. Ohne weitere Details zu nennen, teilte Scotland Yard mit, Dick habe "aus persönlichen Gründen" freiwillig auf das Geld verzichtet.

mrk/sti (dpa)

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