1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Asien

Die erste Frau an der Spitze des Staates

Park Geun-Hye hat das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Moon Jae-In gewonnen. Welchen Kurs die Kandidatin der konservativen Regierungspartei Saenuri (Partei der Neuen Grenze) einschlagen wird, bleibt aber noch ungewiss.

Für Park ist es der zweite Anlauf auf das Präsidentenamt. Bei der letzten Wahl im Jahr 2007 hatte sie es schon einmal versucht – verlor damals aber das Nominierungsrennen ihrer konservativen Saenuri-Partei gegen den aktuellen Präsidenten Lee Myung-Bak. Dessen fünfjährige Amtszeit endet im Februar 2013, wiedergewählt werden konnte er nicht.

Park Geun-Hye ist damit die erste Frau im Präsidentenamt der viertgrößten asiatischen Volkswirtschaft. Ihre politischen Ziele blieben während des Wahlkampfs allerdings weitgehend unklar. "Ihre politischen Ziele sind nicht klar", urteilt Lee Eun-Jeung, Professorin am Institut für Korea-Studien an der Freien Universität Berlin.

Nordkorea und andere Herausforderungen

Einzig beim unvermeidlichen Thema Nordkorea kündigte die neue Präsidentin an, das Verhältnis neu beleben zu wollen, fraglich bleibt aber, welcher Spielraum ihr dabei in ihrer konservativen Partei bleibt. "Ich fürchte, ihr Umfeld würde es nicht akzeptieren, wenn sie eine ganz andere Politik verfolgen würde als die jetzige Regierung", sagt Lee Eun-Jeung.

Auf die künftige Staatschefin warten aber auch im Inland große Aufgaben, meint die Berliner Professorin Lee Eun-Jeung. Denn der scheidende Präsident Lee Myung-Bak hinterlasse zwar ein Land, dass sich von der Wirtschaftskrise gut erholt habe, aber auch ein Land, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer werde und in dem es kaum noch eine Mittelschicht gebe. "Insgesamt betrachtet, geht es einem Teil der Gesellschaft gut, einem größeren Teil aber nicht so gut."

Die Tochter des Ex-Machthabers

Ob es der Tochter des langjährigen Militärmachthabers Park Chung-Hee gelingen wird, die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen, ist völlig offen. Ihr Vater war 1961 durch einen Putsch an die Macht gekommen und hatte das Land danach fast 20 Jahre mit sehr harter Hand geführt. Nachdem seine Frau von einem Attentäter getötet worden war, übernahm die junge Park Geun-Hye die Aufgaben einer First Lady. Nachdem auch ihr Vater 1979 von seinem Geheimdienstchef erschossen wurde, saß Park mehr als 15 Jahre für die konservative Saenuri-Partei im Parlament.

Die neue Präsidentin ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Sie widme ihr Leben dem Land, wie sie sagt. Als politische Vorbilder nannte sie Bundeskanzlerin Angela Merkel und die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher.

Die Redaktion empfiehlt