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Aktuell Deutschland

Die Erdbeere ist schuld

Seit zehn Tagen rätseln Mikrobiologen, was zu den Magen-Darm-Infektionen mit mehr als 11.000 Erkrankten in Ostdeutschland geführt haben könnte. Nun gibt es eine heiße Spur.

Erdbeeren der Sorte Elsanta (Archivfoto: dapd)

Erdbeeren

Tiefgefrorene Erdbeeren haben wohl die bislang größte durch Lebensmittel ausgelöste Welle von Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland verursacht. Das ergaben die Ermittlungen des Robert-Koch-Instituts und der beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angesiedelten Task Force des Bundes und der Länder, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung hervorgeht.

Aus China importiert

Weiter heißt es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe 44 Tonnen dieser Frucht tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weiteren Anbietern von Schul- und Kantinenessen geliefert.

Das Robert-Koch-Institut registrierte zuletzt mehr als 11.000 an Brechdurchfall Erkrankte. Bei Labor-Untersuchungen wurden Noro-Viren nachgewiesen. Betroffen waren Jugendliche und Kinder von Schulen und Kitas in den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, in denen zu Kompott verarbeitete Erdbeeren mit Griesbrei zum Essen gereicht wurden.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die betroffenen Einrichtungen von mindestens zehn regionalen Küchen eines Cateringunternehmens mit Nahrungsmitteln beliefert. Die Rückverfolgung in den Bundesländern habe ergeben, dass alle Küchen die Tiefkühl-Erdbeeren von einem Lieferanten in Sachsen erhalten haben, hieß es weiter.

Sodexo verspricht Entschädigung

Das in die Kritik geratene Catering-Unternehmen Sodexo kündigte an, die Auswahl seiner Lieferanten künftig "strikter handhaben" zu wollen. Zugleich bedauerte Sodexo die Vorfälle: "Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien." Die Betroffenen sollen entschädigt werden.

Wenn gefrorene Erdbeeren nur aufgetaut oder zu schwach erhitzt werden, können nicht alle Keime sicher abgetötet werden. Noro-Viren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig.

Außer in Sachsen ist die Welle der Erkrankungen inzwischen wieder abgeebbt. Bei den meisten Patienten verlief die Infektion unkompliziert.

se/qu (dpa, afp, dapd)