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Kultur

Die englische Rose im Minenfeld

Lady Diana machte den Kampf für ein Verbot von Landminen in der ganzen Welt bekannt. Auch fünf Jahre nach ihrem Tod ist der Einsatz prominenter Personen für ein Verbot aller Landminen notwendig.

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Engagierte sich gegen Landminen: Prinzessin Diana

Für Initiativen gegen Landminen war der 31. August 1997 ein unheilvoller Tag. Damals raste ein schwarzer BMW mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler. Die schwerverletzte Lady Diana wurde aus dem völlig zerschmetterten Wagen geborgen, starb aber kurze Zeit später. Die ganze Welt war schockiert. Zu Lebzeiten hatte sich Lady Diana gewünscht, lieber die "Königin der Herzen" als die Königin von England zu sein.

Ein Wunsch ging in Erfüllung

Und für viele ist sie die "Königin der Herzen". Die Menschen liebten sie nicht nur als Mittelpunkt der Klatschspalten, sondern ebenso für ihr soziales Engagement. Auch wenn sie sich nach ihrer Scheidung von Prinz Charles von vielen Verpflichtung zurückzog - den Kampf gegen Landminen unterstützte sie weiterhin wirkungsvoll. In Angola umarmte Diana 1997 vor laufenden Kameras verstümmelte Kinder und spazierte durch aktive Minenfelder. Vier Wochen vor ihrem Tod besuchte sie in Bosnien Minenopfer.

Vertrag zur Ächtung von Landminen

Minensucher bei der Arbeit

Minensucher

Noch im Jahr ihres Todes hatten sich 126 Staaten auf einen Vertrag zur Ächtung von Landminen geeinigt. Ihr Kamera-Lächeln war für die Anti-Minen-Kampagnen sehr wertvoll, meint Thomas Küchenmeister von der "deutschen Initiative für das Verbot von Landminen" im Gespräch mit DW-WORLD. Seiner Meinung nach hat es den Abschluss des Vertrages zu Ächtung von Landminen sehr gefördert. Vor allem, weil der Unfall der Prinzessin kurz vor den Verhandlungen zum Vertrag passierte. "Ihr Engagement hat das Thema Landminen sehr bekannt gemacht, wodurch Nichtregierungsorganisationen mehr Druck auf Regierungen ausüben konnten, den Vertrag zu unterzeichnen."

Unbedingt Nachbesserung nötig

Außerdem wurde die "Internationale Kampagne zur Ächtung von Landminen" mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Trotz der - auf den ersten Blick - immensen Erfolge, hat der "Vertrag zum Verbot von Landminen" nach Thomas Küchenmeister jedoch den Nachteil, dass er nur Antipersonenminen verbietet. Denn es gibt zwei Typen von Landminen: Antipersonen- und Antifahrzeugminen. Die Antifahrzeugminen sind nicht verboten, obwohl sie auch durch Personen ausgelöst werden. Da der Vertrag von Ottawa eine Mine aber nur über den Namen definiert, ist eine Mine also verboten, wenn sie Antipersonenmine heißt, trägt die Mine die Bezeichnung "Antifahrzeugmine" ist sie nicht verboten.

Mit neuen Schuhen auf alten Wegen

Nicht nur, dass der Vertrag von Ottawa auf alle Minen erweitert werden muss, ein paar Staaten weigern sich bis heute die Konvention zu ratifizieren, darunter die USA, Russland und China. Laut Thomas Küchenmeister habe das Interesse der Öffentlichkeit an der Landminenproblematik nachgelassen. Daher greift die deutsche Initiative für das Verbot von Landminen zu altbewährten Methoden: In Anlehnung an das Engagement von Lady Diana suchen sie wieder die Unterstützung von Prominenten.

Trotz Verbot weiterhin Tote

Minenopfer

Minenopfer

Wie dringend ihr Engagement gefragt ist, machen Zahlen der UN deutlich: Bis heute tritt alle 22 Minuten ein Mensch auf eine Landmine. Diejenigen, die den Zusammenstoß überleben, sind meist verkrüppelt. Die UN schätzt, dass in mehr als 70 Ländern rund 110 Millionen Landminen verscharrt sind und weitere 110 Millionen Landminen in den Lagern von Militärs darauf warten, verscharrt zu werden.

Deutsche Prominente als kleiner Ersatz

Da eine zweite Lady Diana im Kampf gegen Landminen fehlt, werben in Deutschland beispielsweise der Musiker Marius Müller Westernhagen und Fernsehmoderatorin Anne Will für das Thema. Zwar ist man zufrieden mit der Resonanz, die deutschen Prominenten konnten aber keine so internationale Aufmerksamkeit wie Lady Diana erzielen.

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