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Aktuell Deutschland

Die dunkle Seite der Romantik

Im Frankfurter Städel-Museum hat seit heute das Unheimliche Konjunktur: Mit mehr als 200 Gemälden, Skulpturen und Grafiken eröffnet die Ausstellung "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst".

Ein lüsternes Pferd mit toten Augen und ein verschlagen grinsender Dämon beugen sich über eine ohnmächtige Frau in einem weißen Kleid. Mit dem "Nachtmahr" von Johann Heinrich Füssli beginnt die Sonderausstellung "Schwarze Romantik" im Frankfurter Städel-Museum. Das Bild aus dem Jahr 1790 führt hinein in eine Welt voller Alpträume und Abgründe.

Die Liste der Künstler ist lang

Themen der Ausstellung sind Einsamkeit und Melancholie, Träume, Leidenschaft und Tod sowie das Grauen vor dem Monströsen. Eingebunden in die Schau sind auch Filme des 20. Jahrhunderts, die sich auf Bilder und Mythen der "Schwarzen Romantik" beziehen - darunter "Frankenstein" (1931), "Dracula" (1931) und "Faust" (1926). Sie werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum gezeigt.

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Die Liste der Künstler reicht von Francisco de Goya im 18. Jahrhundert über Caspar David Friedrich im 19. Jahrhundert bis zu Salvador Dalí im 20. Jahrhundert. Verbindendes Element zwischen den Künstlern ist ihr Interesse am Unheimlichen und Unterbewussten, am Abgründigen und Alptraumhaften. Kern der Arbeiten, so die These von Kurator Felix Krämer, ist ihr erschüttertes Vertrauen in die Macht der Aufklärung.

Romantik als Geisteshaltung

Nicht als Epoche oder Stilrichtung versteht Krämer daher die Romantik, sondern als Geisteshaltung. Das verbindende Element der mehr als 200 Arbeiten ist das Interesse an der Kehrseite der Vernunft, am Unbewussten und Unheimlichen. Historischer Auslöser, so Krämer, war die Enttäuschung vieler Künstler, dass die Französische Revolution in blutigen Terror umschlug und das auch nach Kants "Kritik der reinen Vernunft" weiter Hexen verbrannt wurden. "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" betitelt Goya eines seiner Bilder.

Die Schau "Schwarze Romantik" wird bis zum 20. Januar in Frankfurt präsentiert. Anschließend ist sie vom 4. März bis zum 9. Juni im Pariser Musée d'Orsay zu sehen.

hf/sc (dpa, epd)