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Fokus Südosteuropa

Die Donau wird zum Markenzeichen

Eine neue Initiative will die Donau zur Drehscheibe für Kultur und Tourismus machen. Der Fluss soll zum Markenzeichen werden. Dafür haben die Anrainer einen Dachverband gegründet und in Wien vorgestellt.

Donau-Delta in Rumänien (Foto: WWF)

Ein Fluss mit 14 europäischen Anrainerstaaten: Die Donau

Europas Geschichte hat die Donau zu einer Wasserverbindung, aber auch zu einer Trennlinie zwischen den Völkern von der Quelle im Schwarzwald bis zum Schwarzmeer-Delta gemacht. In Zukunft soll der Fluss aber ein europäisches Markenzeichen für Kultur und Tourismus werden, darauf haben sich 14 Anrainerstaaten in der Donauraumstrategie der Europäischen Kommission geeinigt.

Als Dachverband haben sie ein so genanntes "Danube Cultural Cluster" gegründet. Diese Institution soll die Marke Donau bewerben, erklärt der Direktor des Ungarischen Kulturinstituts in Wien Márton Méhes.

Méhes zufolge wurde bislang zwar viel über Zusammenarbeit, Plattformen und gemeinsame Projekte der Donauanrainer gesprochen, aber wenig umgesetzt. "Der wesentliche Unterschied wäre wirklich ein Informations- und Lobbyzentrum zu etablieren, von dem aus man sowohl die einzelnen Länder erreicht, aber auch Brüssel", sagt Méhes, der das Projekt initiiert hatte.

Werbung auch auf Buchmessen

Straßenszene in Wien am Stephansdom (Foto: dpa)

In Wien soll das erste Projekt starten

Das Cluster soll Antworten auf Fragen liefern wie zum Beispiel nach der Finanzierung gemeinsamer internationaler Projekte oder wo man passende Partner findet. Die Initiatoren haben ihre Idee Anfang März auf einer internationalen Konferenz in Wien präsentiert. Méhes hofft, dass Künstlerkolonien, Festivals oder Designer-Workshops aus verschiedenen Donauländern durch diese Initiative zusammenkommen werden.

"Es wäre auch wichtig, dass dieses Cluster-Zentrum in der Lage ist, einzelne Projekte selbst zu initiieren", betont er. Ein erstes Projekt schwebt Méhes schon vor. Es könne noch in diesem Jahr stattfinden - auf der Wiener Buchmesse im November. Dort könnte ein Forum organisiert oder ein Bücherstand mit Literatur rund um die Donau eingerichtet werden. Nächstes Jahr sollte dieser dann auf Buchmessen im ganzen Donauraum ausgestellt werden.

Unterstützung erwünscht

Alukoffer mit Eurogeldscheinen im Vordergrund (Foto: Fotolia)

Wirtschaft soll in Kultur und Tourismus an der Donau investieren

Wenn er von dem Projekt berichtet, spricht Méhes nicht nur über Kultur, sondern auch über Tourismus. Die Unterstützung durch die Wirtschaft sei wesentlich für die Finanzierung der Initiative. "Wir rechnen damit, dass auch Wirtschaftsunternehmen eine Zukunftschance in der Kreativwirtschaft der Donauregion sehen."

Das "Danube Cultural Cluster" sei nicht einfach eine Initiative mehr, die sich mit irgendeinem Aspekt des Flusses beschäftige, sagt Méhes. Das Projekt wolle vielmehr die anderen, oft sehr spezialisierten Initiativen bündeln. Méhes fürchtet indes, "dass solche Initiativen einfach hoch kommen, aber relativ schnell wieder auch abebben." Abzuwenden sei dies, indem in das "Danube Cultural Cluster" Kraft, Personal und Finanzen investiert werden und das Projekt ein fester Bestandteil der Donaulandschaft wird.

Autorin: Julia Damianova
Redaktion: Mirjana Dikic / Fabian Schmidt

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