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Kultur

Die Deutschen werden immer älter

Die Schallgrenze 100 wird immer häufiger durchbrochen. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA) leben in Deutschland heutzutage rund 6.000 Personen, die ihren hundertsten Geburtstag feiern können.

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Exakt 3757 Mal hat Bundespräsident Johannes Rau im vergangenen Jahr ein Glückwunschschreiben für Frauen und Männer unterzeichnet, die 100, 105 oder noch älter geworden sind. Früher gratulierte das Staatsoberhaupt auch den 101- bis 104-Jährigen. Doch da die Zahl der Menschen mit einem dreistelligen Alter in den vergangenen Jahren so rapide angestiegen ist, wurde dies eingeschränkt.

Es wird vermutet, dass vor allem medizinische Errungenschaften in Form von besseren Behandlungsmöglichkeiten und effektiveren Medikamenten als Erklärung für dieses Phänomen in Frage kommen. Als Folge dieser Entwicklung sind die "ältesten Alten" (80 bzw. 85 Jahre und älter) die am schnellsten wachsende Gruppe der Gesamtbevölkerung.

Positive Lebenseinstellung bei Senioren

Wandernde Senioren mit Thumbnail

Wanderende Senioren

Sie fühlen sich durchschnittlich "zwölf Jahre jünger" und empfinden ihr Aussehen um 9,5 Jahre jünger, wie die Berliner Altersstudie ergab. Sie haben aber auch den Wunsch, 25 Jahre jünger zu sein. Die 90- bis 95-Jährigen wollen laut Rott ihrerseits aber auch die 100 Jahre erreichen. Die 100-Jährigen scheint auszuzeichnen, dass sie eine positive Einstellung zum Leben hätten, sagt der Altersforscher. Sie akzeptierten besser Schicksalsschläge und Dinge, die sie nicht ändern könnten. 10 bis 20 Prozent von ihnen seien noch immer geistig und körperlich fit.

Zahl der Pflegebedürftigen unterschätzt?

Der Altersforscher warnt aber auch vor der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde in den nächsten Jahren stärker ansteigen als bisher angenommen. Die offiziellen Prognosen seien eine "Unterschätzung". Rott spricht von einer "großen Herausforderung" für das deutsche Sozialsystem. "Die Versorgung reicht schon jetzt nicht mehr", betont der Altersforscher. Es werde ein Problem sein, wenn die Zahl der Pflegebedürftigen plötzlich um 10.000 höher liege als erwartet.

Alte Menschen in der Werbung

Andererseits werden die älteren Menschen auch für die Werbung Treibenden immer interessanter, wie der Sprecher des Werberates, Volker Nickel, mitteilt. Und dabei gehe es nicht nur um den bekannten Treppenlift.

Rentnerin und Schüler

Diese Werbung sei nicht "typisch". Ältere Menschen würden "mit fast allen Produkten beworben". Sie wollen nach seiner Ansicht auch keine "Ghettowerbung". Schon die Vokabel "Senioren" mögen sie nach seinen Worten nicht. Sie wollen "Teil des pulsierenden Lebens sein", betont Nickel.

Das Bild der Alten wandelte sich nach seinen Angaben in den vergangenen 50 Jahren deutlich. Die alten Menschen der 50er und 60er Jahre waren "dunkel gekleidet, nicht mehr so lebensfroh". Heute würden die Senioren dagegen aktiv und lebensfroh gezeigt. Umgekehrt stehen Senioren in der Werbung für Vertrauen und Seriosität. So wirbt ein Stahlkonzern mit älteren Menschen für Kontinuität und Stabilität.

Frauen in Deutschland werden besonders alt

Besonders standfest scheinen in Deutschland die Frauen zu sein. Denn laut Rott gibt es hierzulande zehn mal mehr Frauen als Männer, die 100 Jahre und älter sind. "Es gibt kein Land, in dem die Geschlechterunterschiede so groß sind", bekräftigt der Altersforscher. Eine schlüssige Erklärung für diese Besonderheit gibt es nach seinen Angaben nicht. Ein Grund könnte jedoch sein, dass in dieser Generation von Frauen das Rauchen äußerst unüblich war. Wer also auch 112 Jahre alt werden will, wie Deutschlands älteste Bürgerin, der sollte aufs Rauchen verzichten, sich viel bewegen, geistig aktiv bleiben und Schicksalsschläge akzeptieren, rät Rott. ddp/(pf)

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