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Wirtschaft

Die Deutschen und das liebe Geld

Dem Sparbuch vertrauen die Deutschen nach wie vor am liebsten ihr Geld an. Sie wollen jederzeit liquide sein. In Zeiten der Schuldenkrise wird aber auch in die eigene Immobilie investiert.

Deutschland Symbolbild Sparschwein mit Bundesadler (Foto: dapd)

Deutschland Symbolbild Sparschwein mit Bundesadler

Während die Bürger in Griechenland, Spanien, Italien oder auch in Portugal unter der Last der Schuldenberge und den harten Sparauflagen leiden, geht es den meisten Deutschen finanziell gut. Das zeigt das "Vermögensbarometer 2012", das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erstellt hat.

Danach sieht sich ein großer Teil der Bundesbürger heute in einer besseren Lage als vor der Finanzkrise, sagt Georg Fahrenschon, der Präsident des Verbandes: "57 Prozent der Deutschen beurteilen ihre finanziellen Lebensumstände mit sehr gut oder gut. Das ist ein absoluter Spitzenwert." Denn 2005 lag der Anteil noch bei 40 Prozent, seitdem ging es schrittweise nach oben. Vier von fünf Befragten gehen davon aus, dass ihre finanzielle Lage auch so bleibt oder sich sogar verbessert.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die verfügbaren Haushaltseinkommen im ersten Halbjahr 2012 weiter angestiegen sind, durchschnittlich um 2,8 Prozent. Insgesamt verdienen die Bundesbürger rund 1,6 Billionen Euro jährlich, pro Kopf macht das rund 19.000 Euro.

Geliebtes Sparbuch

Die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie fleißig vorsorgen und dabei auf Sicherheit setzen. Daher haben Wertpapiere bei ihnen der Umfrage zufolge wenig Chancen. Aktien liegen nach der repräsentativen Verbandsumfrage im Mittelfeld bei Geldanlagen, Immobilienfonds und die staatlich geförderte Rürup-Rente bilden das Schlusslicht.

Und so verhindern auch niedrige Zinsen nicht, dass sie ihrem geliebten Sparbuch Adieu sagen. "Der eigentliche Gewinner ist das gute alte Sparbuch", hält Georg Fahrenschon fest, "es steht klar auf Platz eins und weist mit einem Zuwachs gegenüber 2011 von neun Prozentpunkten auch den höchsten Zuwachs aus." Gründe dafür sind die Risikoscheu und der Wunsch, jederzeit über liquide Mittel verfügen zu können.

Durchschnittlich sparen die Deutschen zehn Prozent ihres Einkommens. Eine höhere Sparquote verzeichnen nur noch die Franzosen mit 12,1 Prozent. Eine Sparquote von mehr als zehn Prozent weisen auch die Belgier und Slowenen vor. In Dänemark, Lettland, Litauen und Griechenland haben sich die Haushalte schon zur Finanzierung des laufenden Konsums verschuldet.

Gefragte Immobilien

Rund 80 Prozent der Bundesbürger sparen monatlich einen festen Betrag. Dabei spielt die Altersvorsorge eine besonders wichtige Rolle. 67 Prozent sorgen jeden Monat finanziell für das Alter vor. Viele suchten nach Sicherheit und fänden sie für sich in einer selbst genutzten Immobilie, sagt der DSGV-Präsident.

Die Nachfrage nach Immobilien sei derzeit auf einem Höhepunkt: "Bei der selbst genutzten Immobilie fällt auf, dass sie, wie schon in den letzten Jahren, jeweils auf dem vorderen Platz lag." Von 2011 auf 2012 habe sie allerdings nochmals einen Sprung um glatte sieben Prozentpunkte nach vorne gemacht, so Fahrenschon.

Bei all dem Optimismus und einer verbesseren Lage darf nach Ansicht des DSGV-Präsidenten nicht übersehen werden, dass sich immerhin zwölf Prozent der Bevölkerung wirtschaftlich nicht imstande sehen, überhaupt finanziell vorzusorgen. Das seien immerhin zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

1925 erster Weltspartag

Auf dem 1. Internationalen Weltkongress der Sparkassen 1924 in Mailand wurde der Weltspartag ausgerufen. Es ging darum, die Bedeutung des Sparens weltweit im Bewusstsein zu halten. Der erste Weltspartag wurde dann von den europäischen Sparkassen am 31. Oktober 1925 begangen. In Deutschland allerdings findet er immer einen Tag früher statt, weil in einigen Bundesländern der Reformationstag am 31. Oktober ein gesetzlicher Feiertag ist.

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