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Wirtschaft

Die Deutschen kaufen und kaufen

Dem deutschen Verbraucher sitzt das Geld so locker wie lange nicht - trotz Terroranschlägen und politischer Umwälzungen. Die Wirtschaft boomt, der Arbeitsmarkt brummt, und das befeuert auch den Konsum.

Die gute Konjunktur treibt die Stimmung der deutschen Verbraucher auf den höchsten Stand seit fast 16 Jahren. Das vom Marktforschungsinstitut GfK ermittelte Konsumklima stieg für Juni überraschend um 0,2 auf 10,4 Punkte, wie die Nürnberger Forscher mitteilten. Für Juni sagen sie einen weiteren Anstieg auf 10,4 Punkte voraus.

Demnach blicken die Konsumenten zuversichtlicher auf die Konjunktur und ihre eigene Finanzlage. "Die deutschen Verbraucher bleiben in Hochstimmung und damit eine verlässliche Stütze der Konjunktur in Deutschland", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Auch die Verunsicherung über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs in den USA und die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen konnten dem Konjunktur-Optimismus der Deutschen nichts anhaben. Davon profitiere die Einkommenserwartung, die laut GfK auf den höchsten Wert seit Juni 2016 stieg. Grund sei vor allem die "nach wie vor exzellente Lage auf dem Arbeitsmarkt".

Für Verbraucher sei vor allem die Situation auf dem Arbeitsmarkt bei der Frage entscheidend, ob man mehr oder weniger konsumiere, sagte Bürkl. Die Angst vor Arbeitslosigkeit sei aber derzeit sehr gering, die Planungssicherheit entsprechend groß.

"Es wird ein gutes Jahr"

Diese Einschätzung teilt auch Ökonomin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte sie: "Alles läuft in Deutschland. Der Konsum profitiert vor allem von der guten Arbeitsmarktlage und den niedrigen Zinsen. Es wird ein gutes Jahr für den deutschen Konsum."

Ihre Kollegin Christiane von Berg von der BayernLB ist in Bezug auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland ebenfalls optimistisch und hebt die Bedeutung des Binnenkonsums hervor: "Der Konsum ist momentan eine der Hauptstützen der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Index hat gestern auch überrascht. Das sind sehr gute Vorzeichen für das zweite Quartal."

"Eine sehr ausgeprägte Konsumlage"

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ging indes zurück: Der entsprechende Indikator verlor 4,5 Zähler und lag bei 55,7 Punkten. Im April waren es noch 60,2. Den Rückgang erklärte Bürkl vor allem mit Schwankungen, die bei einem hohen Konsumklima-Niveau nicht ungewöhnlich seien.

Auch die im April zeitweise auf zwei Prozent gestiegene Inflationsrate (März: 1,6 Prozent) könne dabei eine Rolle gespielt haben."Steigende Preise beeinträchtigen natürlich die Kaufkraft", sagte Bürkl. Bei höheren Ausgaben, etwa für Benzin oder Heizöl, fehle den Verbrauchern dann Geld an anderer Stelle.

Insgesamt aber bleibe die Konsumlaune "im historischen Vergleich betrachtet sehr ausgeprägt", wie die Marktforscher betonten. Die GfK-Konsumklima-Studie wird seit 1980 erhoben. Sie basiert auf monatlich rund 2000 Interviews mit Verbrauchern.

dk/sti (afp/dpa/rtr)

 

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