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Kultur

Die deutschen Blechkehlchen

Beim Singen ist Deutschland Mittelmaß. Wie sonst ließe sich erklären, dass die deutschen Teilnehmer beim Grand Prix regelmäßig durchfallen? Die große Zeit des deutschen Schlagers ist auf jeden Fall vorbei.

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Sie wollte niemand wirklich hören: Corinna May

Das Urteil ist zum Klassiker geworden: "Germany, zero points!" In den vergangenen Jahren gab es für deutsche Sänger beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson einfach nichts zu holen. So richtig glücklich machte der zwölfte Platz von Lou und ihrem Song "Let’s get happy" im vergangenen Jahr niemanden in Deutschland. Und ein Jahr zuvor stürzte Corinna May sogar auf den 21. Platz ab. Schlechter waren 1995 nur "Stone&Stone", die den letzten Platz belegten. Folgerichtig durfte Deutschland ein Jahr später beim Liederreigen nicht einmal mehr dabeisein.

Einer der wenigen Lichtblicke in den vergangenen zehn Jahren war die "Reise nach Jerusalem" von der türkisch-deutschen Kombo Sürpriz. Insgesamt haben die deutschen Bemühungen mit einem Durchschnittswert von 53 Punkten in der letzten Dekade nur einen Platz in den Kellerregionen des europäischen Liedgutes verdient. Sogar die Goldkehlchen aus dem europäischen Zwergenland Estland kamen im gleichen Zeitraum auf 80 Punkte.

Deutscher Schlager einst ein Knaller

Dabei gab es für deutsche Interpreten durchaus auch starke Zeiten. Anfang der 1970er Jahre hatten die Deutschen anscheinend ein Abonnement auf den dritten Platz gebucht. Dreimal hintereinander hieß es: "Germany, third place". Und zehn Jahre später sangen sich die Deutschen gar in die europäische Schlagerelite. Nach einem zweiten Platz für Katja Ebstein und ein Jahr später auch Lena Valaitis schaffte Nicole 1982 das scheinbar Unmögliche - einen ersten Platz für Deutschland.

Danach kam das deutsche Liedgut aber nicht mehr wirklich an die Spitze. Es gab nur noch Flops. Das ist um so tragischer, da die Kollegen aus den Sparten Teutonenrock (Rammstein) und Teutonentechno (Kraftwerk, Sven Väth) im Ausland zu den beliebtesten Musikern gehören. Für die deutschen Schlagersänger gibt es hingegen nur ein mitleidiges Schulterklopfen. Damit soll jetzt aber Schluss sein: Den Erfolg des kommerziellen Pops will man auf den Schlagercontest übertragen. Daher wurde der diesjährige Kandidat Max über einen poppigen Wettbewerb im Musikfernsehen gekürt. Damit es hoffentlich bald heißt: "Germany, twelve points!".

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