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Kultur

Die deutsche Schule in Kabul

In Kabul existiert seit 1924 eine deutsche Schule, die Amani-Oberrealschule. Dass Schüler und Lehrer genug Lehrmaterial sowie Lebensmittel und Kleidung bekommen, dafür sorgt ein Förderverein in Deutschland.

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Die Amani-Oberrealschule in Kabul

Dr. Detlef Meyer-Oehme, pensionierter Oberstudiendirektor bei Freiburg, ist mit der Amani Schule verbunden wie kein zweiter: Er verbrachte zwei jeweils sechsjährige Perioden als Lehrer für Biologie und Chemie an der Schule und er leitet heute einen Förderverein in Deutschland, der sich darum kümmert, dass die Schule Lehrmaterial bekommt, vor allem aber: Dass Lehrer und Schüler mit dem Nötigsten versorgt werden - oft genug nicht Bücher, sondern Lebensmittel und Kleidung. Denn die Schule hat unter den Wirren des Landes natürlich auch gelitten.

Schule blieb immer erhalten

"Erstaunlich ist, dass die Schule unter allen Regierungssystemen immer erhalten blieb. Das fing unter Emir Amanullah an und bis hin zu den Taliban ist diese Schule immer besonders gefördert worden, erhalten worden". Sie habe natürlich zum Teil sehr gelitten, vor allem bei dem Bürgerkrieg in den neunziger Jahren, aber es gebe auch andere Schulen, die noch stärker gelitten hätten. "Insofern sind wir froh, dass 1999 etwa dort wieder Unterricht beginnen konnte, und das ist vor allem der Arbeit der Construction Unit des German Medical Service zu verdanken, dass die Schule wieder so instand gesetzt wurde, dass hier einigermaßen intakte Unterrichtsräume in größerer Zahl wieder zur Verfügung standen". Natürlich dürfe man sich kein falsches Bild machen, wenn man das Wort "Gymnasium" oder "Oberrealschule" höre. Die Schule habe bis heute noch keinen Strom und keine Wasserleitung und keine Abwasserleitungen, das sei eben alles kaputt gegangen.

Prestige-Objekt Deutschlands

Immer wieder wurde aber neu begonnen und die Schule ist deswegen - obwohl aus politischen oder militärischen Gründen streckenweise ohne jede direkte deutsche Beteiligung - zu einem Prestige-Objekt Deutschlands in Afghanistan geworden. Mit einem entsprechenden Stellenwert bei der Bevölkerung des Landes und auch der Folge, dass erstaunlich viele Afghanen Deutsch sprechen, so Detlef Meyer-Oehme. "Die Amani-Oberrealschule hatte einen enormen Stellenwert in Afghanistan. Sie gehörte zu den führenden Schulen im Lande, und zahlreiche Führungskräfte sind dort ausgebildet worden. Viele Absolventen haben dann auch später Fortbildungsstudien in Deutschland absolviert, vor allem Ärzte und Ingenieure".

Das direkte deutsche Engagement brach denn auch nicht auf afghanische Initiative ab, sondern vermutlich unter Druck von außen. In den achtziger Jahren hätten die Kommunisten die Zusammenarbeit eingestellt, sagt Meyer-Oehme, "aber das war wohl auf Druck der Russen. Das war wohl keine afghanische Entscheidung, das kann ich mir kaum denken".

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