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Europa

Die deutsch-französischen Beziehungen im Rückblick

Seit mehr als vierzig Jahren treffen sich französische und deutsche Politiker regelmäßig zu Konsultationen. Die Gespräche gelten als wichtiger Gradmesser für die Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (li.) und Staatspräsident Charles de Gaulle umarmen sich(Quelle: AP)

Adenauer (li.) und De Gaulle nach der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Vertrages 1963

Im so genannten "Elysee-Vertrag" von 1963 vereinbarten Deutschland und Frankreich regelmäßige Gespräche zwischen Regierungsvertretern. Für den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer bedeutete das einen historischen Neuanfang. "Wir haben versucht, den Franzosen zu zeigen, dass unser gemeinsames Interesse darin liegt, dass zwischen Frankreich und Deutschland ein dauerndes, gutes Verhältnis hergestellt wird", sagte er damals.

Alle sechs Monate treffen sich seitdem deutsche und französische Spitzenpolitiker. Auch wenn alle Regierungen seitdem die Bedeutung des deutsch-französischen Verhältnisses hervorheben - spannungsfrei ist die Zusammenarbeit nicht. Viel hängt von dem Vertrauensverhältnis zwischen den Politikern beider Länder ab. Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, Helmut Schmidt und Valery d'Estaing, Helmut Kohl und Francois Mitterand sind positive Beispiele dafür. Ludwig Erhard und Charles de Gaulle taten sich hingegen schwer miteinander, Willy Brandt und Georges Pompidou ebenso.

Krise in den neunziger Jahren

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßt Frankreichs Staatspräsident Francois Mitterand (Quelle: AP-Photo/Fritz Reiss)

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (li.) begrüßt Frankreichs Staatspräsident Francois Mitterand

Die neunziger Jahre markierten einen besonderen Tiefpunkt. Die Wiedervereinigung weckte Ängste vor einem Wiedererstarken Deutschlands und einer politischen Neuorientierung nach Osten. Doch Bundeskanzler Helmut Kohl trat dem entschieden entgegen: "Davon kann keine Rede sein, denn für uns ist eines ganz klar: Das Ergebnis dieses Jahrhunderts, das soviel Elend, Not und Krieg sah, ist, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit, der enge Schulterschluss eine Voraussetzung für eine gute, friedliche und freiheitliche Zukunft in Europa und natürlich auch in Frankreich und Deutschland ist."

Trotzdem kühlte sich das Verhältnis nach der Wahl Gerhard Schröders zum Bundeskanzler im Herbst 1998 weiter ab. Keine Rede von den speziellen und privilegierten Beziehungen, dafür Streit um die Machtverteilung in einer erweiterten Europäischen Union. Erst die Irak-Krise brache eine Annäherung.

Zwischen Männerfreundschaft und Konkurrenz

Nach ihrem Schulterschluss bei der Ablehnung des von den USA geführten Krieges entwickelten Schröder und Chirac ihre Beziehungen in einer zuvor nicht gekannten Intensität. Beim Brüsseler EU-Gipfel im Oktober 2003 ließ sich der Bundeskanzler sogar für einen Tag von Chirac vertreten - ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte der Europäischen Union.

Unter dem aktuellen Berlin-Pariser Duett Merkel-Sarkozy dürfte sich dies kaum wiederholen. Trotz einiger gemeinsamer Erfolge - wie der Verabschiedung des EU-Vertrags - gibt es immer wieder Differenzen. Unter anderem hatte der Plan Sarkozys, im Alleingang eine Mittelmeer-Union ins Leben rufen zu wollen, für Verstimmung gesorgt.

Wichtige Impulse für Europa

(AP Photo/Herbert Knosowski)

Trotz herzlicher Begrüßungen: Das Verhältnis Merkel-Sarkozy gilt als kühl

Nach monatelangen zähen Verhandlungen und deutschen Zugeständnissen konnte dieser Zankapfel aus der Welt geschafft werden. Das sei auch wichtig für Europa meint die Bundeskanzlerin, denn, "wenn Deutschland und Frankreich sich nicht einig sind, dann wird es in Europa ziemlich schwierig, eine Einigung zu bekommen. Und deshalb glaube ich, haben wir auch eine gemeinsame Verantwortung."

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