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Fußball

Die Dekubitus-Therapie

Sollte Deutschland am Ende Europameister werden, haben wir es unter anderem auch Mehmet Scholl zu verdanken. Der Ex-Profispieler und Fernsehexperte etablierte eine neue Form des Psycho-Dopings.

ARD.Experte Mehmet Scholl. Foto: WDR

Dekubitus-Experte Mehmet Scholl

Wenn das mal nicht mit Bundestrainer Joachim Löw abgesprochen war. Der verwahrt sich ja bekanntlich dagegen, einzelne Spieler in die Heldenrolle zu heben. Dafür, dass Mario Gomez nach seinem Siegtor im EM-Auftaktspiel gegen Portugal Bodenhaftung behielt, sorgte Mehmet Scholl. Statt Lobeshymnen auf den Stürmer zu verfassen, kritisierte der ARD-Fernsehexperte auf derbe Art, dass Gomez in der Partie viel zu wenig gelaufen sei: "Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss." Das klang nicht nur originell, sondern war es auch. Und traf ganz nebenbei auch den Nagel auf den Kopf. Bemerkenswert war, dass Bundestrainer Löw sich nicht demonstrativ vor seinen Stürmer stellte, sondern lapidär erklärte, er habe nicht die Energie, sich "um das zu kümmern, was der eine oder andere irgendwo sagt".

"Drei Tage nur auf die Fresse"

Den Vergleich mit einem bettlägerigen Patienten, der an einem "Dekubitus" (so der Fachbegriff) leidet, konnte der verhinderte "Super-Mario" natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Wie es sich für einen Fußball-Profi gehört, gab er die Antwort auf dem Platz. Gomez machte gegen die Holländer das Spiel seines Lebens und zwei Traumtore. Erst hinterher schoss er Giftpfeile in Richtung Scholl: "Wenn du das entscheidende Tor schießt und kriegst dann drei Tage nur auf die Fresse, dann ist das nicht schön." Sein Therapeut reagierte, wie es sich für einen Psychologen gehört, der von seinem Patienten beschimpft wird: gelassen. "Ich bin stolz auf Mario!", verkündete Scholl. Vielleicht hat Jogi Löw ihn ja schon auf den nächsten Problemkandidaten angesetzt. Thomas Müller? Lukas Podolski? Wir sind gespannt.

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