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Politik

Die Chronik der Abwrackprämie

Die Umweltprämie für Altautos in Deutschland ist ausgelaufen. Insgesamt machten rund zwei Millionen Fahrzeughalter von ihr Gebrauch. Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte.

Ein Schrottauto am Greifarm eines Krans (Foto: dpa)

Opfer der Abwrackprämie

14. Januar 2009

Die Bundesregierung beschließt, den deutschen Automarkt mit der sogenannten Abwrackprämie in Schwung zu bringen. 2500 Euro gibt es für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos. Bedingung: Kauf eines Neu- oder Jahreswagens. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

27. Januar 2009

Ab heute ist es möglich, die Umwelt-, Verschrottungs- oder Abwrackprämie bei der BAFA zu beantragen.

3. Februar 2009

3260 Anträge sind bereits eingegangen. Panik keimt auf. Wie viel ist noch übrig? Beruhigende Zahlen auf der BAFA-Webseite: Es sind noch 596.740 Prämien im Topf.

In den kommenden Wochen vervielfacht sich die Kundschaft in den Autohäusern. Händler überschlagen sich mit weiteren Rabatten - und reiben sich die Hände angesichts steigender Bestellungen für Neuwagen.

Am meisten freuen sich Anbieter, die Kleinwagen im Sortiment haben. Die gehen weg wie warme Semmeln. Mercedes und Co. gucken dagegen in die Röhre. Daimler meldet Ende Februar einen Absatzrückgang von 25 Prozent. Die Kölner Ford-Werke nehmen 30.000 neue Bestellungen ihrer Kleinwagen Fiesta, Fusion und Ka auf.

6. März 2009

Knapp 190.000 Anträge auf die Prämie sind eingegangen. Das Gerücht über eine Vergrößerung des Prämientopfes geht um.

Schrotthändler stöhnen: Sie wissen nicht mehr wohin mit dem Blechhaufen. Die Schrottpreise gehen in den Keller. Bei der BAFA sind Ende März fast 500.000 Anträge eingegangen.

30. März 2009

Stichtag für die nun mögliche Reservierung der Prämie. Den Antrag dazu gibt es online auf der BAFA-Webseite.

31. März 2009

Auf der BAFA-Webseite geht gar nichts mehr. Zur Entschuldigung heißt es: Datenstau im Internet. Das Problem wird behoben.

7. April 2009

Eilmeldung: Die Bundesregierung stockt auf. Statt bisher 1,5 Milliarden Euro fördert der Staat die Auto-Konjunktur nun mit insgesamt rund fünf Milliarden Euro. Nun läuft der Abwrackwahn auf Hochtouren. Rostlauben verschwinden von den Straßen. Stattdessen sieht man so viele LKW mit Neuwagen auf der Rampe wie nie zuvor auf den Autobahnen.

Kleinwagen warten vor einem Autohaus in Bremen auf ihre Käufer (Foto: AP)

Werden wir auch ohne Abwrackprämie noch verkauft?

4. Juni 2009

Erste Erhebungen zeigen: Am meisten profitieren die asiatischen Autohersteller von den deutschen Abwrackmilliarden, denn sie haben überwiegend preisgünstige Kleinwagen im Programm. Der einzige deutsche Autobauer, der sich auch freuen kann, ist VW. Im Juni wird die Rekordzahl von 427.000 Neufahrzeugen zugelassen.

17. August 2009

Die BAFA meldet: Es gibt noch 183.736 Prämien. Um die 9000 Anträge werden täglich gestellt. Der Endspurt beginnt.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gibt es keinen Anlass zur Hoffnung, dass die Aktion erneut verlängert wird: "Irgendwann ist Schluss." Jetzt heißt es: schnell handeln.

26. August 2009

Noch 112.000 Anträge sind möglich.

27. August 2009

Nur noch 95.000.

31. August 2009

Die letzten 38.000 Prämien sind zu vergeben. Die Zahl der Anträge liegt bei 16.000 pro Tag.

2. September 2009

Der Countdown läuft unaufhaltsam. Um 08:00 Uhr meldet die BAFA: 4169 Anträge sind möglich, um 09:00 Uhr sind es noch 2700, ab 10:00 Uhr ist die Webseite nicht mehr zu öffnen. Um 10:14 Uhr ist Schluss.

Die Bilanz: Auf Deutschlands Straßen rollen zwei Millionen durch die Umweltprämie geförderte Autos. Insgesamt sind in Deutschland 55 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Mehr als 20 Millionen davon sind immer noch älter als neun Jahre.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Silke Wünsch