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Sport

Die Bundesliga-Hinrunde 2006/2007 - eine Bilanz

Die Hälfte der Bundesliga-Saison ist gespielt, und nach dem Sommermärchen WM machte die Fußballbegeisterung auch vor der deutschen Eliteliga nicht halt. Doch schon bald kehrte wieder Alltag ein.

Die Top-Torschützen der Hinrunde: Miroslav Klose (oben )und Marko Pantelic

Die Top-Torschützen: Bremens Miroslav Klose (oben ) und der Herthaner Marko Pantelic

Ja, es waren euphorische Zeiten, diese Tage im WM-Sommer, und viele hatten sich erhofft, dass die Erfolgsrezepte der Klinsmann-Elf auch in der Bundesliga Verwendung finden würden: begeisternder, offensiver Tempofußball gepaart mit unbändigem Teamgeist.

Doch bereits nach wenigen Spieltagen wurde schnell deutlich, dass ein vierwöchiges Turnier und der Alltag im Bundesligageschehen eben doch was völlig anderes sind und sich eben auch nur sehr wenig vom einen auf das andere nachhaltig übertragen lässt.

Müde WM-Teilnehmer?

Müde Bayern? Für ganz vorne hat es jedenfalls bislang nicht gereicht.

Müde Bayern? Für ganz vorne hat es jedenfalls bislang nicht gereicht.


Das Beste an der abgelaufenen Hinrunde ist die Tatsache, dass es keinen Bayern-Alleingang gab. Jedenfalls für den neutralen Fußballfan. Zierten anfangs noch Teams wie der 1. FC Nürnberg oder Hertha BSC, die eigentlich niemand für ganz oben auf der Rechnung hatte, die Tabellenspitze, kickten sich im Laufe der Spieltage etablierte Mannschaften wie Schalke 04 oder "Herbstmeister" Werder Bremen nach vorne.

Meister Bayern München kam nicht in Tritt, verlor Partien gegen Underdogs wie Hannover 96 zu Hause und hielt nur mit Mühe Anschluss an die angestammten Spitzenplätze. Gründe dafür? Ermüdungserscheinungen bei den WM-Teilnehmern wird da gerne von den FCB-Verantwortlichen ins Felde geführt. Doch was sollen die Bremer sagen?

Bremer Zauberfußball

Der neue Allrounder in Bremen: Diego glänzt als Torschütze und -vorbereiter

Der neue Allrounder in Bremen: Diego glänzt als Torschütze und -vorbereiter

Die Truppe von Trainer Thomas Schaaf gehörte zu den wenigen Mannschaften, die weltmeisterliche Fußballkultur herüberretten konnte. Müdigkeit? Keine Spur. Trotz etlicher bei der WM mitkickender Spieler sammelten die Werderaner genügend Punkte und schossen ausreichend Tore, um nach der Hälfte der Saison auf Platz 1 zu thronen.

Dazu begeisterten die Ballzauberer von der Weser mit hochattraktivem Offensivfußball, angeführt vom neuen Mittelfeldstar Diego. Der Brasilianer machte den Ex-Regisseur Johann Micoud vergessen. Dazu traf ein sich in Bestform präsentierender Stürmer Miroslav Klose zehn Mal. Nur Herthas Marko Pantelic schaffte genauso viele Treffer.

Doch die meist begeisternden Darbietungen der Bremer dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass das Gros der Spiele durchschnittlich war. Allenfalls. Doch trotz der vielen mäßigen Partien stimmt der Zuschauerzuspruch. Nach dem Rekordbesuch in der letzten Halbserie von über sechs Millionen Fans, kamen zu den 153 Spielen 5.909.009 Zuschauer.

Offenbar schreckt es die Zuschauer auch nicht ab, dass Stars wie Ballack, Ze Roberto und Rosicky der Bundesliga den Rücken gekehrt haben. Denn: Es werden neue Stars kreiert. Diego, Naldo oder auch Spieler aus der ehedem zweiten Reihe wie Aachens Jan Schlaudraff füllen die Lücke.

Kaum Trainerwechsel

Neuer Schwung mit neuem Trainer? Jürgen Röber heuert in Dortmund an

Neuer Schwung mit neuem Trainer? Jürgen Röber heuert in Dortmund an

Was bleibt noch hängen von der Hinrunde? Trainer, die trotz Misserfolgen fest im Sattel sitzen und mit dem HSV ein Verein, der im Herbst noch in der Champions League gekickt hatte und inzwischen akut abstiegsgefährdet ist.

Mit Abpfiff der ersten Saisonhälfte verlor nur ein Trainer vorzeitig seinen Job: Hannovers Peter Neururer. Der wurde bereits am dritten Spieltag geschasst, für ihn kam der Aachener Coach Dieter Hecking.

Am Montag (18.12.) erwischte es dann im Nachklapp der Saison noch Bert van Marwijk. Dortmunds Cheftrainer, dessen Vertrag ohnehin im Sommer ausgelaufen wäre, wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt und nur einen Tag später durch den Ex-Hertha-Coach Jürgen Röber ersetzt.

Hamburger Beständigkeit

Seltener Anblick: Thomas Doll beim Jubeln nach einem HSV-Sieg

Seltener Anblick: Thomas Doll beim Jubeln nach dem HSV-Sieg

Der HSV dagegen hält trotz einer unglaublich schlechten Hinrunde weiter an Trainer Thomas Doll fest. Publikumsliebling Doll hatte mit dem Traditionsklub in den letzten Monaten die Wandlung vom Champions-League-Teilnehmer zum potenziellen Abstiegskandidaten durchleben müssen.

Erwartungen an das Fußballjahr 2007? In der Bundesliga wird weiter zu großen Teilen bieder gekickt werden. International können nur noch die Bayern in der Königsklasse und Bremen oder Leverkusen im "Verlierer-Cup" UEFA-Pokal was reißen. Bleibt die Nationalmannschaft, die sich in den EM-Qualispielen hoffentlich weiterhin auf die "Gewinner-Tugenden" der WM besinnt.

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