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Fußball

Die Bundesliga boomt

Auch drei Jahre nach der Heim-WM herrscht in Deutschland eine große Fußball-Euphorie. Trotz Wirtschaftskrise haben die 18 Erstligisten einen Dauerkarten-Rekord aufgestellt. Auch das Trikotsponsoring boomt.

Dortmunder Stadion in der letzten Saison (Foto: Stadt Dortmund)

Volle Ränge in der Bundesliga: Das Dortmunder Stadion

Immer mehr Fußball-Fans wollen die Heimspiele ihres Lieblingsvereins sehen. Insgesamt haben die Erstligisten vor der Saison 432.735 Dauerkarten verkauft - gut 25.000 mehr als in der letzten Saison, als zum ersten Mal die Schallmauer von 400.000 Karten übertroffen worden war.

Trotz oder gerade wegen wirtschaftlich schwacher Zeiten haben die meisten Clubs auf eine Preiserhöhung verzichtet. "Die allgemeine Wirtschaftslage trifft selbstverständlich auch die Bundesliga und damit auch uns, aber wir waren der Meinung, dass wir das nicht auf dem Rücken unserer Fans austragen dürfen", sagt Stephan Schippers, Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach.

Größte Dauerkarten-Nachfrage bei Borussia Dortmund

Die größte Nachfrage gab es wie in den letzten Jahren bei Borussia Dortmund mit 50.000 Tickets, Schalke 04 (knapp 44.000) und Bayern München (38 000). Im Durchschnitt verzeichnen die Erstligisten knapp 24.000 Dauerkarten-Besucher. Schon Wochen vor dem Saisonstart haben zehn Vereine ihren Jahresticket-Verkauf eingestellt. Auch Zugpferd Dortmund will den Dauerkartenverkauf bei 51.000 Tickets beenden, um noch Eintrittskarten für interessierte BVB-Fans im ganzen Land anbieten zu können. "Wir haben einen bundesweiten Anspruch, den wir wahrnehmen wollen", sagt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Aufsteiger und Meister Wolfsburg ziehen mehr Fans

Fans des VfL Wolfsburg in der Meistersaison (Foto: AP)

Neue Euphorie: Fans des deutschen Meisters Wolfsburg

Auch bei den drei Aufsteigern hat die Bundesliga-Rückkehr Hochstimmung bei den Fans ausgelöst. Die Rückkehrer SC Freiburg, FSV Mainz 05 und 1. FC Nürnberg setzten knapp 20.000 Tickets mehr ab als die Absteiger aus Cottbus, Bielefeld und Karlsruhe. Der "Club" hat mit 28.000 Tickets gleich einen vereinsinternen Rekord aufgestellt und damit einen Platz in den Top Five erreicht.

Auch das Stadion des VfL Wolfsburg wird voller sein als noch zu Beginn der letzten Saison: Der Meister hat 6.000 Tickets mehr verkauft. Man wolle den Dauerkarten-Besitzern ein Vorkaufsrecht für die Champions League ermöglichen, erklärt VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach. Selbst der VfB Stuttgart konnte seine Marke von 25.000 verkauften Dauerkarten halten, obwohl die Arena in den beiden nächsten Jahren umgebaut wird. Das Fassungsvermögen sinkt in diesem Zeitraum um knapp 13.00 Plätze.

"Dem deutschen Fußball geht es sehr, sehr gut"

Auch beim Trikot-Sponsoring gibt es keine Spur von nachlassendem Engagement der Investoren. Die Top-Vereine können sich auf großzügige Partner verlassen, an vorderster Stelle Wolfsburg, die Bayern und Schalke.

Die Einnahmen der 18 Teams werden voraussichtlich auf die Höchstmarke von mehr als 130 Millionen Euro steigen und damit die Werte der letzten beiden Spielzeiten abermals übertreffen. Dem deutschen Fußball gehe es "sehr, sehr gut", hält Sponsoring-Experte Hartmut Zastrow von der Kölner Spezial-Agentur Sport+Markt fest.

Hartmut Zastrow, Vorstand des Kölner Sportbusiness-Unternehmens Sport+Markt (Foto: Arnulf Boettcher)

Marktforscher Zastrow: Höchstwerte beim Sportsponsoring

Die Bundesligisten und ihre Partner setzen auf Kontinuität. Wechsel gab es nur bei Borussia Mönchengladbach, dem VfL Bochum und bei Rückkehrer FSV Mainz 05. "Sportsponsoring wird auch in den kommenden Monaten und Jahren weniger an den Folgen der Krise leiden als klassische Werbung. Sport und besonders Fußball bleiben eine Top-Plattform", prognostiziert Zastrow. Sollten sich Geldgeber zurückziehen, würden Unternehmen aus anderen Branchen "nur zu gern" die Lücke schließen.

Der Bundesliga ging es schon in der letzten Saison sehr gut. Im November errechnete Sport+Markt für die deutsche Top-Klasse im Bereich Trikot-Sponsoring bereits den Spitzenplatz in Europa - vor England (85,5 Millionen Euro), Italien (70,5), Frankreich (50), Spanien (42,2) und der niederländischen Ehrendivision (42,1).

Auch der Trend zu mehr Luxus in den Stadien hält an: Der VIP-Kartenverkauf boomt. Trotz der Finanzkrise zahlen Geschäftsleute bis zu 10.000 Euro für den Platz im Ledersessel - mehr als eine Viertel Million Euro kostet die teuerste Loge. Zehn der 18 Bundesliga-Vereine haben bereits alle Tickets für Businesssitze und VIP-Logen abgesetzt. Insgesamt sind die Kapazitäten von mehr als 47.000 Plätzen zu 90 Prozent ausgelastet, mit der Folge, dass sechs Vereine in den kommenden Jahren ihre VIP-Bereiche ausbauen wollen. (of/ab/sid/dpa)

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