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Filme

"Die Blechtrommel"

25 Klassiker aus mehr als 100 Jahren - das deutsche Kino ist reich an Höhepunkten. Wir stellen die wichtigen Filme vor. Diesmal: Volker Schlöndorffs kongeniale Verfilmung des Günter Grass-Romans "Die Blechtrommel".

DAVID BENNENT in Die Blechtrommel, Porträt (Ullstein Bild KPA)

Die Stadt Danzig Ende der 1920er Jahre: Das Kind Oskar ist gerade drei Jahre alt, aber bereits erstaunlich weit entwickelt, sehr intelligent und frühreif. Weil der Junge das kleinbürgerliche Leben der Erwachsenen, ihre Dummheit und ihre Spießigkeit nicht ertragen kann, beschließt er eines Tages, nicht weiter zu wachsen. Mit Hilfe seiner Blechtrommel und einem markerschütternden Schrei, der Glas zerspringen lässt, greift er immer dann ein, wenn es ihm wirklich zu dumm wird.

Oskar Matzerath trommelt im Glockentrurm in dem Film Die Blechtrommel (Ullstein Tele Winkler)

Trommeln gegen die Welt der Erwachsenen: David Bennent alias Oskar Matzerath

Große Romanvorlage - gelungener Film

"Die Blechtrommel", geschrieben vom seinerzeit blutjungen Günter Grass, erschienen 1959, ist einer der genialsten Romane der deutschen Literatur. Und kongenial ist auch Volker Schlöndorffs Verfilmung von 1979. Das Kind als Mahner gegen Dummheit, Duckmäusertum und Faschismus, ein kleiner Junge, der für Menschlichkeit, Miteinander und Vernunft trommelt - Schlöndorff musste den Text von Grass zwar stark kürzen, arbeitet die Aussagen des Buches aber klar heraus.

Volker Schlöndorffs "Blechtrommel" bot eine sehr große Herausforderung: nämlich die Besetzung des Kindes Oskar Matzerath. In dem wachstumsgestörten, aber hochintelligenten und schauspielerisch extrem begabten David Bennent, damals 12 Jahre alt, fand der Regisseur seinen atemberaubenden Hauptdarsteller.

Oskar Matzerath und Roswitha (MARIELLEA OLIVERI) (Ullstein bild - KPA)

Große Liebe zwischen kleinen Menschen: Oskar knüpft Bekanntschaften

Ärger mit der Zensur gab es wegen der berühmten Szene, als Klein-David eine erwachsene Frau sexuell befriedigt. Volker Schlöndorff erklärte, wie die Szene mit Bennent und Katharina Thalbach gedreht wurde: "Man schneidet auf ihre Beine und sieht, wie sie den Schlüpfer ablegt, man sieht aber nur die Füße, die den Schlüpfer zur Seite treten. Dann schneidet man auf Oskar, der von oben nach unten schaut und man weiß natürlich, er schaut auf ihr schwarzes Dreieck. Oskar gegenüber hatten wir ihr mit schwarzem Stoff das eigene schwarze Dreieck abgeklebt."

Oscar für Oskar

"Die Blechtrommel", 1980 in Hollywood mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet, ist bis heute kraftvolle Filmkunst mit einer ungeheuer reichhaltigen Bildsprache. Die deutsche Vor- und Nachkriegsgeschichte, schlau kommentiert von einem Kind: Was für ein genialer Romaneinfall und was für ein großer Film - der sogar die Gnade von Günter Grass höchstpersönlich fand.

Autor: Robert Bales
Redaktion: Jochen Kürten

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