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Kultur

Die Bibliothek der Zukunft

Jetzt kann man den Sony E-Book-Reader PRS-505 auch in Deutschland kaufen. Kann man. Muss man aber nicht. Den Nachfolger gibt es bereits in den USA. Echte Bücher werden aber weiterhin gedruckt. Nur - wie lange noch?

Der Sony- PRS 505 E-Reader

Krieg und Frieden. Vielleicht eine subtile Anspielung - Analog gegen digital?

Die Zukunft kommt. Das hört sich wie ein blöder Slogan an. Ist aber wahr. Die Zukunft kommt diese Woche auch nach Deutschland. Denn mit dem Sony E-Reader PRS-505 kann man jetzt - manche werden endlich sagen - auch in Deutschland eine der seit Monaten in Fachgazetten heiß diskutierten Gerätschaften kaufen, die die gesamte Verlagsbranche umkrempeln.

Rasantes Wachstum

Das deutsche Lesegerät txtr

Eine Alternativ zu Kindle und Sony - der Reader von txtr

2,2 Millionen Deutsche planen laut einer Forsa-Umfrage noch in diesem Jahr den Kauf eines so genannten E-Books. Vor allem die junge Zielgruppe zwischen 14 und 29 hat offenbar keine Berührungsängste mit dem digitalen Lesestoff. E-Books machen bisher zwar nur etwa ein Prozent der Buchverkäufe weltweit aus - die Branche richtet sich aber auf ein rasantes Wachstum ein.

Mehr als acht Jahre nach dem Scheitern der ersten Buchlesegeräte wie Rocket eBook und Softbook Reader versuchen kleinere und größere Unternehmen eine Positionierung am Markt. Neben Sony drängt auch der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com auf den Markt. Seit einem guten Monat ist die zweite Generation seines Lesegerät Kindle auf dem amerikanischen Markt. Neben Sony und Amazon gibt es verschiedene kleinere Anbieter – wie zum Beispiel das Berliner Unternehmen txtr - die bald im E-Reader-Geschäft mitmischen wollen. Kaufen kann man in Deutschland bislang aber nur den Sony-Reader.

Lesen auf dem Telefon

Nur welchen E-Reader soll man kaufen? Die Entscheidung ist schwierig. Denn die technische Entwicklung ist rasant. Während Sony in Deutschland den Vertrieb des PRS-505 startet, kann man in den USA bereits das Nachfolgemodell PRS-700 kaufen. Mit einem unveränderten Display, aber Touchscreen, LED-Beleuchtung und mehr Speicher. Die Produktzyklen werden immer kürzer. Direkt nach der Einführung des Kindle 2, gab es direkt Spekulationen über die baldige Einführung des Kindle 3 noch in diesem Jahr.

Das Google-Handy HTC Magic

Auch auf dem Google-Handy kann man Bücher lesen

Die Zweifler der E-Reader teilen sich in zwei Lager. Da gibt es die digitalen Verweigerer, die die Haptik und den Geruch des analogen Buches lobpreisen, die Eselsohren in Buchseiten knicken und mit dem Bleistift Notizen anfügen wollen. Und da gibt es die Besitzer von modernen Multifunktionshandys, die Zeitungen, Bücher und Aufsätze bereits eh mit dem iPhone oder dem Google-Handy lesen und für die ein weiteres Gerät erstmal nicht in Frage kommt.

Baden und Schnuppern

Für die technikbegeisterten Mobiletelefonnutzer in den USA bietet Amazon übrigens ein eigenes Kindle-Zusatzprogramm für das iPhone an. Denn wer erstmal auf dem Telefon zu lesen beginne, der werde über kurz oder lang schon noch zum Kindle finden, so die Überlegung. Die digitalen Verweigerer seien unterdes aber beruhigt. Bisher plant niemand ernsthaft Bücher an sich und komplett abzuschaffen. Auch wenn einige Fachpublikationen und einige amerikanische Tageszeitungen ihre Papierausgaben aufgrund der Finanzkrise bereits eingestellt haben.

Filmszene: Der Vorleser

Ein echtes Buch im Einsatz

Ein Grund für die Anschaffung von E-Books, die man dann auf einem der rund 300 Euro teuren E-Reader lesen kann, könnte der Preis sein. Die Neuerscheinungen für den Sony-Reader in Deutschland sollen im Durchschnitt etwa 20 Prozent unterhalb des Preises für ein normales Buch liegen. Auch die Möglichkeit - egal wo - direkt auf bis 1500 Bücher Zugriff zu haben, könnte für Lektoren oder Studenten sehr interessant sein. Nur zum Lesen in der Badewanne werden sich elektronische Bücher wohl nie eignen. Und auch das jungfräuliche Seitenumblättern und das Schnuppern am Buchdeckel fallen beim Elektro-Buch weg. Aber zum Schnuppern und Baden bleibt in der schnelllebigen digitalen Zukunft ja vielleicht eh keine Zeit mehr.

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