1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschlehrer-Info

Die beliebtesten deutschen Vornamen

So wie Kleidung oder Musik unterliegen auch Namen der Mode. Else oder Herbert sind out, Anna und Paul dagegen seit Langem beliebt. Eine deutschlandweite Studie zeigt, warum welche Vornamen bei Eltern populär sind.

Seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) jährlich eine Liste mit den am häufigsten vergebenen Vornamen in Deutschland. Auch für das Jahr 2013 hat sie nun die beliebtesten Vornamen ermittelt und diese in der aktuellen Ausgabe des „Sprachdiensts“ (3/14) veröffentlicht.

Die Favoriten 2013

Nach den neuesten Auswertungen der GfdS sind in Deutschland 2013 folgende zehn Mädchennamen am häufigsten vergeben worden (hier in absteigender Reihenfolge): Sophie/Sofie, Marie, Sophia/Sofia, Maria, Mia, Emma, Hannah/Hanna, Anna, Emilia und Johanna. Bei den Jungennamen sind es: Maximilian, Alexander, Paul, Luca/Luka, Ben, Luis/Louis, Elias, Leon, Lukas/Lucas und Noah. Die Unterschiede zum Vorjahr sind laut der GfdS eher gering, so hat sich zum Beispiel die Reihenfolge der beliebtesten Mädchennamen nur leicht geändert.

Für ihre Auflistung hat die GfdS Angaben von 650 Standesämtern aus der ganzen Bundesrepublik zusammengetragen und ausgewertet. Auf diese Weise hat sie nach eigenen Angaben circa 90% der 2013 beurkundeten Namen erfasst. Allerdings erscheinen diese Ergebnisse nicht repräsentativ, denn man begegnet den favorisierten Namen im Alltag weniger, als man erwarten würde. Die Begründung der GfdS lautet, dass viele der Namen gerne als Zweitnamen vergeben werden: Eine genauere Untersuchung auf Grundlage detaillierterer Standesamtdaten zeigt dementsprechend, dass die Liste der beliebtesten Erstnamen etwas anders lautet. Bei den Mädchen liegen folgende Erstnamen vorne: Mia, Emma, Hanna/Hannah, Emilia, Sophia/Sofia, Anna, Lena, Johanna, Lina und Marie. Bei den Jungen führen Ben, Paul und Luca/Luka, gefolgt von Felix, Louis/Luis, Leon, Jonas, Noah, Lukas/Lucas und Finn.

Trends und Moden bei der Namensgebung

Die Vergabe von Vornamen unterliegt genauso wie Kleidung, Musik oder Diäten gewissen Modeströmungen. Oft lassen sich diese Trends in der Rückschau einfach ermitteln: 1904 etwa war der beliebteste Vorname bei Jungen „Wilhelm“ – dafür stand Kaiser Wilhelm II. Pate (Quelle). Der Name Kevin genoss dagegen Anfang der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts eine größere Popularität, nachdem der Kinofilm „Kevin - allein zu Haus“ erfolgreich in den Kinos gelaufen war.

In Deutschland lässt sich momentan ein Trend hin zu älteren Namen ausmachen. Namen wie Mathilda, Frieda, Jakob, Oskar, Emil und Anton, so die GfdS, werden heute wieder häufiger vergeben. Sie sind eindeutig der Großelterngeneration der heutigen Eltern zuzurechnen. Namen der Elterngeneration wie etwa Monika, Ursula, Wolfgang oder Jürgen sind eher unbeliebt, könnten aber in einigen Jahrzehnten wieder in Mode kommen.

Motive für die Vornamenwahl und außergewöhnliche Vornamen

Die Namensfindung ist keine einfache Aufgabe für Eltern. Vieles muss berücksichtigt werden: Klingt der Name schön? Passt der Name zum Nachnamen? Wird das Kind später Probleme bekommen wegen des Namens? Die Studie der GfdS nennt als den häufigsten Grund für die Namenwahl den Klang des Namens beziehungsweise den Zusammenklang mit dem Nachnamen. Die Bedeutung des Namens spiele dagegen für wenige Eltern eine Rolle, auch sei Tradition bei der Namensgebung in den letzten Jahrzehnten immer weniger wichtig.

Was aber tun Eltern, wenn sie ihrem Kind einen ungewöhnlichen Namen geben wollen? Auch hier können sie sich an die Gesellschaft für deutsche Sprache wenden. In diesen Fällen überprüft die GfdS, ob der jeweilige Name bereits vergeben worden ist und keine Bedenken in Bezug auf das Kindeswohl bestehen. So wurden im vergangenen Jahr Namen wie etwa Memphis, Yoda, Euphoria oder Quinnitan bestätigt, während Namen wie Hummer, Superman, Titania und Thanatos abgewiesen wurden.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links