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Aktuell Asien

Die beiden Koreas reden wieder miteinander

Nach den heftigen Spannungen der vergangenen Monate haben Süd- und Nordkorea Gespräche über eine Annäherung aufgenommen. Dem Arbeitstreffen soll nach dem Wunsch Seouls in den nächsten Tagen ein Ministertreffen folgen.

Monatelang hatte die Führung in Pjöngjang unter dem jungen Machthaber Kim Jong Un (Artikelbild) Drohgebärden ausgesandt und damit den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel nochmals angeheizt. Nordkorea provozierte die Weltgemeinschaft mit Raketenstarts sowie einem Atomtest und drohte mit Atomangriffen auf Südkorea und die USA.

Arbeit in Kaesong ruht seit Anfang April

Zudem schloss die kommunistische Führung in Pjöngjang die Sonderwirtschaftszone Kaesong, in der sich seit dem Jahr 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt haben. Vor wenigen Tagen ging Nordkorea dann überraschend auf Seouls Forderung nach Regierungsgesprächen ein. Beide Länder wollen unter anderem über die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte einschließlich des grenznahen Industrieparks im nordkoreanischen Kaesong sprechen.

Dort beschäftigten südkoreanische Firmen 53.000 nordkoreanische Arbeiter zur Herstellung von Billigprodukten, bis Nordkorea den Industriepark auf dem Höhenpunkt Anfang April schloss. Auch humanitäre Fragen sollen erörtert werden, vor allem neue Begegnungen zwischen Angehörigen koreanischer Familien, die durch den Koreakrieg von 1950 bis 1953 getrennt wurden.

Die "Gespräche auf Arbeitsebene'" finden auf der südkoreanischen Seite des Grenzorts Panmunjom in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern statt. Bei Arbeitsgesprächen soll es nach Vorstellung Nordkorea zunächst auch bleiben. Südkorea dagegen strebt höherrangige Gespräche an. Seoul machte nach dem Gesprächsangebot Pjöngjangs den Vorschlag für ein Treffen auf Ministerebene am kommenden Mittwoch.

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Vorsichtige Annäherung zwischen Nord- und Südkorea

Zuletzt fanden im Februar 2011 Beratungen zwischen Nord- und Südkorea auf Arbeitsebene statt. Gespräche auf Ministerebene gab es seit dem Jahr 2007 nicht mehr.

Die jetzt begonnenen Unterredungen sind nach Ansicht von Beobachtern trotz des Dauerkonflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm ein weiteres deutliches Zeichen der Entspannung. Nordkorea hatte am Freitag auch eine ständige Kommunikationsleitung in Panmunjom zwischen den Rot-Kreuz-Verbänden beider Länder wiederhergestellt, die vor gut drei Monaten gekappt worden war.

Südkoreanische Medien berichteten unterdessen unter Berufung auf Militärkreise, dass Nordkoreas Volksarmee möglicherweise neue Schießübungen der Küstenartillerie oder ein Seemanöver durchführen wolle. Ein Gebiet vor der Westküste Nordkoreas sei bis Anfang der nächsten Woche für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Solche Maßnahmen würde Nordkoreas Militär üblicherweise vor Seeübungen ergreifen.

qu/wl (APe, dpa,)

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