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Musik

Die bösen, netten Jungs von nebenan

Heavy Metal führt seit Jahren ein populäres Schattendasein. Für die einen ist die Musik von Megadeth, Exodus oder Metallica nur ohrenbetäubender Lärm, für die anderen ist sie hohe Kunst und emotionale Heimat.

Heavy Metal (Quelle: Montage DW/Florian Meyer)

Heavy Metal: Schattendasein trotz hoher Verkaufszahlen

Die Geburtstunde von Heavy Metal liegt irgendwo in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, zwischen dem Bass Led Zeppelins, dem Gitarren-Spiel von Deep Purple und dem Auftreten der Band Kiss. Metaller, das sind Männer in Spandexhosen, Lederjacken, mit langen Haaren, Nietenarmbändern und vier-Oktav-Stimmen. Musikalisch ist die Szene kaum zu greifen. Jazzeinflüsse spielen beim Metal genauso eine wichtige Rolle wie Rock und Klassik. Hier tönen Querflöten neben E-Gitarren, Harfen neben Double-Base Schlagzeugen und Cello neben Cello.

Heavy Metal Fan in Wacken (Quelle: ap)

Heavy Metal Fan in Wacken

Metaller sind "True"

Was die Musik für die Anhänger ausmacht ist Trueness – die Glaubwürdigkeit. Weit weg vom Personenkult der Popmusik. Die Fans von Iron Maiden finden nicht den Sänger toll, sondern die Band. Wechselt z.B. eine Gruppe ihren Sänger aus, ist das nicht unbedingt der Tod der Gruppe. Das Gesamtpaket muss stimmen. Die Band muss für etwas stehen – musikalisch und im Outfit. Für die Fans führt Heavy Metal das weiter, was der Rock´n´Roll in den 50er Jahren war. Die offensive Ausgrenzung von der Gesellschaft. Besonders extreme Spielarten führen auch zu besonders extremen Outfits. Die Anhänger des Black-Metals tragen z.B. Corpse Paint; eine Bemalung die an gekalkte Leichen erinnern soll.

Iron Maiden: die legendäre Heavy Metal Band (Quelle: cc-by-sa)

Iron Maiden: die legendäre Heavy Metal Band

Unverständnis führt zur Ablehnung

Keine Musikrichtung hat in der öffentlichen Meinung ein so schlechtes Standing wie der Metal. Vor allem die Texte haben den Metal in Verruf gebracht. Neben der üblichen "Boy meets Girl" Thematik wird hier gerne mal von Drachen und Kriegern gesungen, von Satan, Blutritualen und extremer Gewalt. Angeblich sollen Jugendliche, nach dem Genuss von Metalmusik Selbstmord begangen, vergewaltigt und getötet haben. Besonders in den USA kam es zu einigen Prozessen bei denen Musikern vorgeworfen wurde, ihre Musik hätte Menschen in den Tod getrieben. Berühmteste Vertreter waren Alice Cooper, Ozzy Osbourne, Twisted Sisters und Judas Priest. Allerdings wurde keine Band je verurteilt.

Kreator:eine deutsche Thrash-Metal-Band aus Essen (Quelle: cc-by-sa)

Kreator:eine deutsche Thrash-Metal-Band aus Essen

Metal in Deutschland

Die Geburtstunde der deutschen Metalszene ist der 18.12.1983, Ort Dortmund Westfalen-Halle 1. Das Festival "Rock/Pop in Concert" mit allen Bands die damals Rang und Namen hatten: Scorpions, Iron Maiden, Quiet Riot, Judas Priest und vielen mehr. Was bis dato nur einer kleinen Gruppe von extremen Fans ein Begriff war, wurde auf einmal einem großen Publikum präsentiert. Seitdem grassiert auch in Deutschland das Metal-Fieber. Besonders im Ruhrgebiet entstanden seitdem eine Unzahl von deutschen Metalbands und Metalclubs. Sie alle wollen nur eines: true sein, ihre Musik hören und Spaß haben. Dabei gehen die Fans schon fast traditionell konservativ zur Sache: Papa erklärt dem Sohnemann wie alles anfing, verpflegt ihn von frühester Kindheit an mit den wichtigsten Platten, hört sich über Sohnemann die neuesten Strömungen an und beide fahren im Sommer nach Wacken, das größte Metal-Festival der Welt. Dort wird gezeltet, Bier getrunken, Metal gehört und lauthals mitgesungen. Und wenn Wacken vorbei ist, räumt man den Zeltplatz säuberlich wieder auf.

Metal ist wie Country-Musik. Eine Musik die frenetische Fans in allen Altersgruppen hat und nie ganz in Mode, oder aus der Mode kommen wird. Spaß für Jungs die gerne Männer spielen und Männer die gerne wieder Jungs wären.

Autor: Ulrich José Anders

Redaktion: Matthias Klaus

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